Zu Gast am Zürichsee

von Andreas König

Der FCN hatte mal wieder ein Freitagspiel, so stand einem Fußball-Kurztrip nichts im Wege. Jedoch ging es diesmal nicht ins traditionelle Italien, sondern nach Zürich, um das dortige 245. Stadtderby zwischen den Grashoppers Club Zürich und dem FC Zürich anzusehen.
Ich fuhr also am Samstag kostengünstig mit dem Fernbus über München nach Zürich - inklusive Bodenseequerung mit der Fähre. Nach einem entspannten Abend ging es gegen Mittag nochmal einen Happen essen, um gestärkt am Letzigrund anzukommen. Dieser entpuppt sich als schickes kleines Stadion mit Laufbahn, in dem im Gegensatz zu unserem Achteck auch noch regelmäßig Leichtathletikveranstaltungen stattfinden. Das Stadion wird auch von beiden Vereinen genutzt, auch wenn es immer wieder mal Gerüchte über ein eigenes Stadion für den GCZ gibt, da dessen altes Stadion im Rahmen der EM abgerissen wurde. In den Plänen hieß es nämlich, dass erst der Letzigrund gebaut wird und dann das Neue für den GCZ. Dabei lag das alte Hardturmstadion vom GCZ im Kreis 5, während sich das Letzigrundstadion an der Grenze von Kreis 4 befindet. Sie lagen also recht nah beisammen und waren durch Bahngleise voneinander getrennt. Daher heißt es auch „über die Geleise“ gehen, wenn z.B. ein Spieler von dem einen zum anderen Verein wechseln sollte, was anscheinend nicht so oft passiert ist.
Nach einem Bier für 5 Franken ging es bei frischen Temperaturen ins Stadion. Fas Stadion war nur etwa halb gefüllt und daher war auch die Platzauswahl im Block recht entspannt. Wegen des kühlen Wetters habe ich mich aber eher stehend als sitzend im Block aufgehalten.
Die Fans vom FCZ haben eine kleine Choreo vorbereitet und waren auch sonst die Truppe, die den Support klar bestimmt hat. Egal ob Bengalos, Gesänge, Spruchbänder o.ä.. - der FCZ ist fantechnisch eindeutig stärker einzuschätzen, als die Fans von GCZ, die u.a. komplett auf Fahnen verzichtet haben.
Aktuell kämpft der FCZ, der sich vor paar Jahren noch kontinuierlich mit dem FC Basel um die Meisterschaft gestritten hat, um den Klassenerhalt. Vor der Begegnung hatten sie gerade mal einen Punkt Vorsprung auf den Tabellenletzten aus Lugano, während der GCZ einen Punkt hinter den Young Boys Bern auf Platz drei rangierte.
Das war die Ausgangssituation für das Derby. Der FCZ hatte zu Beginn klar mehr vom Spiel und hat sich auch mit der frühen Führung belohnt, jedoch brachte ein kapitaler Fehler des eigenen Torwarts den GCZ wieder in Partie, der kurz danach auch noch zum 2:1 trifft. Zu allem Überfluss wird dann auch noch Grgic vom FCZ mit Gelb-rot vom teilweise sehr indisponierten Schiri bereits nach 32. Minuten zum Duschen geschickt. Somit ging es mit 2:1 in die Halbzeitpause.
Nach der Pause war es ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Die 3:1 Führung wurde praktisch postwendend wieder egalisiert. Beide Mannschaften hatten noch die Chance auf ein Tor, aber es sollte nur noch eine Mannschaft treffen und das war der GCZ bei einem Konter in der Nachspielzeit. Dies war dann die Entscheidung in diesem Derby, in dem nur die FCZ-Fans Stimmung gemacht haben und das Stadion leider nur von knapp 14.000 Fans besucht wurde. Interessant fand ich noch, dass der Preisaufschlag am Spieltag für ein Ticket 5 Franken beträgt.
Abschließend lässt sich sagen, dass es ein interessantes Derby war, aber ich stimmungsmäßig doch ein wenig enttäuscht war. Ich hatte mir ein wenig mehr erwartet, aber ich denke, dass ich dem Letzigrund eine weitere Chance gebe und vielleicht auch noch das ein oder andere Spiel in der Schweiz besuchen werde.

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