Zeitvertreib in der Sommerpause

von Andreas König

Auch wenn die Sommerpause für magere Zeiten im Fußballfan-Dasein sorgt, ließ sich die Pause sinnvoll überbrücken. Auf der einen Seite gab es Testspiele auf der anderen Seite den Totopokal und dann auch vor dem Saisonbeginn des Ruhmreichen auch die Amateurklassen.
Für mich ging es dabei in die nähere Umgebung, da es dort noch genug Sportplätze etc. gab, die es zu besuchen galt. Natürlich wurden auch verschiedene Testspiele der 1. FC Nürnberg Kampfmannschaft und der Amateure besucht, denn der Ruhmreiche ist nun mal mein Bezugsverein. Die Anreise zu den Spielen gestaltete ich dabei sehr variabel, denn neben Fahrradtouren gab es auch eine Fahrt mit dem Zug und mit dem Auto. Im Rahmen dieser Fahrten konnte mich aber keine Bratwurst soweit überzeugen, als dass ich alleine dafür noch einmal dorthin zurückkehren müsste.
Aber alles mit der Ruhe. Die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg steigt traditionell früher in die Vorbereitung ein als die Kampfmannschaft. Somit ging es auch zum ersten Spiel in dieser Vorbereitungsphase ans Wegfeld zum TSV Buch. Aufgrund des passenden Wetters schwang ich mich auf mein Fahrrad und fuhr die paar Kilometer nach Buch mit dem Fahrrad. Neben einigen bekannten Gesichtern aus der Vergangenheit des 1. FC Nürnbergs konnte auch teilweise das Spiel der zweiten Mannschaft vor den Toren der Stadt überzeugen. Während der TSV Buch in der beginnenden Saison in der Landesliga Nordost kicken wird, steht für die zweite vom 1. FCN die Regionalliga Bayern u.a. mit dem Spiel gegen 1860 auf dem Tableau. Trotz einiger hochkarätiger Chancen für Buch gewann die Gastmannschaft mit 5:0. Mit diesen Eindrücken radelte ich in den beginnenden Abendhimmel zurück nach Johannis.
Das erste Spiel in der Vorbereitung des Ruhmreichen führte ihn und die große Anhängerschar in das beschauliche Eichstätt. Auch wenn das Spiel gewonnen werden konnte, war dieses Spiel alles andere als gut. Man lag lange mit 0:1 hinten, ehe kurz vor Ende die Begegnung gedreht werden konnte. Die Freude der Fans sich mit ihren Helden fotografieren zu lassen, tat dies jedoch keinen Abbruch, denn mit dem Abpfiff stürmten die jungen Anhänger das Spielfeld, um Autogramme, Fotos etc. zu ergattern. Im Anschluss daran wurde noch das erfolgreiche Elfmeterschießen der U-21 gegen England angeschaut und mit diesen ersten Eindrücken ging es zurück nach Nürnberg.
Mit dem RE fuhr ich am Wochenende bereits zum nächsten Vorbereitungsspiel nach Weiden, um dort den tschechischen Erstligsten Bohemians Prag zu sehen. Dabei wurde mir am Einlass von einem eifrigen Ordner u.a. fast mein Ringblock einkassiert, was ich jedoch gerade noch verhindern konnte. Der Wettergott meinte es gut mit uns, denn die gefährlichen Wolken entluden sich nicht über dem Stadion, sondern an anderen Stellen. Selbstverständlich war das Stadion fast komplett unüberdacht. In diesem Test konnte mich die Mannschaft überzeugen, dass sie es doch besser als in Eichstätt kann. Dies zeigte sich auch an einem 4:0, zu dem Cedric Teuchert einen Doppelpack beisteuern konnte. Nach einem leckeren Abendessen ging die Reise auch wieder zurück in die Frankenmetropole.
Neben den Testspielen gab es auch die ersten Spiele zur Vorausscheidung für den Toto-Pokal. Diesem habe ich bisher noch nicht viel Beachtung geschenkt, aber es boten sich verschiedene Spiele an, so dass ich mich u.a. für die Begegnung ASV Vach vs. 1. SC Feucht entschied. Um meinen sportlichen Ehrgeiz zu befriedigen schwang ich mich auch für dieses Spiel auf mein Fahrrad und fuhr die meiste Zeit an der Regnitz entlang. Das Spiel war umkämpft, aber am Ende setzte sich die Heimmannschaft mit 2:1 durch und für mich ging es erneut für eine knappe halbe Stunde auf das Fahrrad. Mir hat diese Art der sportlichen Betätigung einfach gefehlt und vielleicht kommt irgendwann auch wieder ein bisschen Kondition dabei herum.
Für eine weitere Begegnung ging es in meine alte Heimatstadt, um mir bei einem leckeren Essen auf dem Balkon der Vereinsgaststätte das Spiel zwischen dem ATSV Erlangen und dem SC Eltersdorf anzuschauen. Der ATSV will unbedingt in die Bayernliga Nord aufsteigen und hat sich für dieses Ziel u.a. mit Michael Kammermeyer und Ahmet Kulabas, ehemaligen Spielern des 1. FCN, verstärkt. Trotz eines Klassenunterschieds von einer Liga spielten die Gastgeber sehr gut mit und es war ein Spiel auf gutem Niveau. Leider konnten die Gastgeber ihre zahlreichen Chancen nicht nutzen und somit ging zwangsläufig der Gast aus dem Süden in Führung und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Aber das gesamte Umfeld und das Essen haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass ich auf jeden Fall mal wieder vorbeischauen werde. Verkehrstechnisch liegt es mit der S-Bahnhaltestelle direkt daneben auch sehr günstig.
Nach dem Kurztrip nach Südtirol mit dem Ruhmreichen ging es mit den ersten Ligaspielen in den Amateurligen los.
Bisher hielt auch meine Serie, dass ich immer ein Tor gesehen habe. Diese sollte auch die restliche Vorbereitung Bestand haben, denn auch in den letzten drei Spielen vor der Saisoneröffnung des 1. FC Nürnbergs habe ich immer Tore gesehen.
Mein erstes Ziel in der Landesliga Nordost in der letzten Woche war das Spiel zwischen SV Friesen und dem SC 04 Schwabach. Am Ende gewann Schwabach vor allem deswegen, da sie ihre Chancen besser ausgespielt hatten. Wobei dies v.a. für die erste Halbzeit galt, denn in der zweiten konnte Friesen nicht mehr so viel agieren und wenn es eine Chance gab, wurde diese leider kläglich vergeben. Das Endergebnis ging auch in der Höhe von 0:3 aus Sicht der Heimmannschaft in Ordnung. Eine interessante Randnotiz war die Bande, die ein FCN-Fanclub gesponsert hat. Nach dem Spiel ging es wieder auf der kurvigen Straße zurück in das geliebte Nürnberg. Wobei ich mich gleich am nächsten Tag wieder in Richtung Bayreuth aufmachte. Das Ziel war wieder ein Sportplatz. Gastgeber war an diesem Tage der TSV Neudrossenfeld, der die SG Quelle Fürth empfing. Die SG Quelle ist laut eigener Aussage der einzige Verein der den Namensbezug Quelle noch in seinem Namen trägt. Zu Regionalligazeiten spielten wir damals auch noch gegen die Quelle. Seit diesen Zeiten hat sich bei beiden Vereinen so einiges getan. Bei Neudrossenfeld spielte auch noch ein ehemaliger Spieler aus der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnbergs mit, wobei er die junge Mannschaft v.a. führen sollte. Wie am Vortag konnte auch hier der Gastgeber nicht immer mit den Gästen mithalten. Es sollte ihnen am Ende jedoch noch ein Ehrentreffer erlaubt sein, so dass die Partie mit 3:1 für die Quelle entschieden wurde. Die Bratwurst am Vortag war auch besser, als an diesem Tag in Neudrossenfeld. Fazit von beiden Tagen ist, dass ich diese Sportplätze einmal besucht habe, aber sicher nicht so schnell wieder vorbeischauen werde. Dazu sind sie einfach zu unspektakulär.
Bevor die Saisoneröffnung mit dem Heimsieg gegen die Gladbacher Borussia stattfinden sollte, ging es für mich noch einmal in die Oberpfalz zum SV Mitterteich. Dieses Spiel gegen den VFL Frohnlach sollte bei mir doch aufgrund einiger lustiger Randaspekte noch in Erinnerung bleiben. Bei diesem Spiel musste man an einer Kasse erst einmal Gutscheine für Essen oder Trinken besorgen, um dann in einem Bauwagenanhänger die Gutscheine einzulösen. Finde ich persönlich immer etwas umständlich. Gleichzeitig gab es auch noch Pfandmarken für Weichplastikbecher, wie auch wir sie im MMS haben. Desweiteren spielt Yannick Teuchert, der Bruder unseres Sturmtalents, als Mittelfeldspieler beim VfL Frohnlach und schaffte es, nachdem er zur Halbzeit eingewechselt worden war, kurz vor Ende innerhalb von vier Minuten mit Gelb-Rot vom Platz zu fliegen. Zu dieser Zeit war das Spiel längst entschieden, denn die 3:0- Führung bestand seit dem Abpfiff der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit war das Spiel zusehends verflacht und Mitterteich machte bei sommerlichen Temperaturen nicht mehr viel. Ein älterer Fan der Heimmannschaft sorgte jedoch immer wieder für Aufsehen, denn er bejubelte die Tore immer mit einer täuschend echten Imitation der Fliegeralarmssirene. Das hat mich beim ersten Mal doch sichtlich zusammenzucken lassen. Alles in allem ein sehr interessanter Besuch in der Oberpfalz. Aber mit diesem Spiel geht mein Bericht über die Vorbereitung zu Ende. In der kommenden Saison wird es auch wieder einige Berichte aus dem In- und Ausland von mir geben.


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