Will ich meine Mannschaft siegen sehen oder will ich guten Fußball sehen?

von Andreas König

Buchcover

Diese Frage stellt sich Tim Parks mehr oder minder jedes Spiel und zwar kapitelweise in seinem (Tage-)Buch „Eine Saison mit Verona – Eine Reise durch Italien auf der Suche nach Träumen, Fußball und dem Herzen des Landes“.

Die vom Autor beschriebene Fankultur der Ultras bzw. in diesem Fall der brigate gialloblu ist nach einigen Ereignissen in der zweiten Hälfte der 00er Jahre leider in der Mehrzahl der Fälle nicht mehr anzutreffen.

Das Buch beleuchtet die Saison 2000/2001 von Hellas Verona in der Serie A. Bekanntere Spieler der damaligen Zeit waren z.B. Adrian Mutu, Alberto Gilardino und Mauro Camoranesi.

Der Autor fährt alle Auswärtsspiele und schreckt auch nicht vor sehr großen Entfernungen wie z.b. Bari, Catania, Reggio di Calabria zurück. Im Laufe der Zeit tut er dies dann Dank guten Verbindungen zum Verein durchaus auch mal mit der Mannschaft gemeinsam.

Er begründet gegenüber seiner Frau dieses Hobby deswegen auszuüben, damit er das vorliegende Buch schreiben kann. Dabei versucht er zu ergründen, was die Menschen eigentlich ins Stadion treibt und wie gespalten das Land doch eigentlich ist und wie die butei – Fans von Hellas Verona – sich gegenüber anderen Vereinen verhalten. Auch Medienberichte werden beleuchtet, was die damalige Situation und das Umfeld sehr gut darstellt. Dabei will der Autor herausfinden, wie das Land tickt, wie wichtig der Fußball ist und wie Leute dafür leben und leiden. Die Probleme mit der Polizei, die der ein oder andere Fußballfan sicherlich kennt, dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen.

Das Geschriebene wird immer wieder durch Zitate, Gedichte o.ä. aufgelockert und bleibt dem dem Tagebuchstil durchgängig treu. Damit werden emotionale Fan-Momente wie z.B. nach einer frustrierenden Leistung der Mannschaft und folglich die Frage nach dem Klassenverbleib immer wieder gut in Szene gesetzt.

Ob die Fans mit ihren Gesängen dafür gesorgt haben, dass die Mannschaft schließlich in der Liga bleibt oder die Mannschaft vom Damm – Chievo Verona – aufgestiegen ist, wird hier natürlich nicht verraten.

Ich habe es genossen dieses Buch zu lesen, da es Fußball und Italien sehr gut verbindet und aufzeigt, wie wichtig Fußball für die Italiener ist und wie man von diesem Fieber infiziert wird. Dieses Virus scheint dort alles und jeden zu befallen, was nah genug an einem Stadion und schallendem Fangesang ist.

Dies war sie nun, meine erste Rezension. Es werden davon nun in unregelmäßigen Abständen Weitere nachfolgen, in denen ich meine Meinung zu Büchern, die den Fußball oder die Fans zum Thema haben, kund tun werde.

Abschließen will ich mit einem Zitat aus dem vorgestellten Buch: „Ich bin entsetzt. Avellino! Das ist ja so, als müsste man Begeisterung für Scunthorpe oder Wolfsburg heucheln.“

 

In diesem Sinne

 

Rot schwarze Grüße

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