Ultras im Abseits?

von Andreas König

Der Sammelband „Ultras im Abseits? Porträt einer verwegenen Fankultur“ befasst sich mit dieser seit der Jahrtausendwende in nahezu allen oberen deutschen Spielklassen vorzufindenden Jugendkultur. Die beiden Autoren Martin Thein und Jannis Linkelmann versuchen in den sechs Themenblöcken das Phänomen Ultras in all seinen Facetten darzustellen. Hierbei wird sehr schnell der in Teilen wissenschaftliche Ansatz deutlich, was einem bei weiterer Beschäftigung mit dem Thema durch Literaturverweise erleichtert wird.
Was an dem Buch neu ist und für viele neue Einblicke sorgt, sind neue Ansichten über Fanbetreuer, Presse, Polizei und Ultras. Somit wird ein guter Überblick über die verschiedenen Aspekte geliefert. Durch den überschaubaren Umfang der jeweiligen Artikel bekommt man einen guten Überblick, den man durch die Literaturangaben vertiefen kann. Diese breiten Ansichten bieten für den Einstieg einen guten Überblick und versuchen das Phänomen „Ultras“ sachlich und verständlich zu erklären. Vor allem die vielen unterschiedlichen Aspekte haben mir gefallen, da in vielen Büchern manche Protagonisten nicht berücksichtigt werden bzw. nur sehr vereinzelt und am Rand behandelt werden. Denn über die Arbeit der Fanprojekte habe ich bisher in der Literatur zwar ein wenig gelesen, aber noch nicht so umfangreich wie in diesem Buch.
Dass in der aktuellen teilweise sehr hoch kochenden Diskussion auch das Thema Gewalt und Pyrotechnik aufkommt, ist selbstverständlich und wird auch in der nötigen Breite diskutiert und analysiert. Für das Ergebnis der Autoren sollte man sich das Buch am besten selber besorgen.

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