Rezension: "Alles für den Club"

von Andreas König

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Feldstudie über „Ultras Nürnberg 1994“. Dies bedeutet, dass es sich hierbei um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Diese wurde in Buchform 2011 veröffentlicht und ist somit möglicherweise schon ein wenig überholt. Die in der Arbeit behandelten Themen wie Ultras in Deutschland, Gewalt, Pyrotechnik, Polizei, Frauen in Ultras, Gruppenstruktur und Support, um nur ein paar Themenkomplexe des Buches zu nennen, sind sehr gut recherchiert, was unter anderem an mehreren Interviews mit Mitgliedern der Gruppierung liegt, die einen sehr guten Einblick in das Innenleben der Gruppierung gewähren. Dabei zeigen sich sehr interessante Aspekte, die durch die zu Beginn aufgestellten Forschungsfragen abgefragt werden, die in Teilen so vielleicht nicht immer bekannt oder erforscht wurden.

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Thematik Ultras durchaus auch kritisch hinterfragt und es geht es wird auch auf die nicht so bekannten Faktoren eingegangen, wie Gruppengefühl, soziale Verantwortung etc., die für Außenstehende vielleicht nicht so offensichtlich sind. Was aber von den Interviewten immer als ein zentraler Punkt gesehen wird.

Natürlich wird auch die Außendarstellung im Stadion und darüber hinaus, wie yabasta, Flyer oder der Kurvenfunk behandelt, was wie ich finde ein sehr guten Rahmen spannt und das komplexe Thema in seiner ganzen Heterogenität versucht zu erklären bzw. es darzustellen. Eine aus Verfassersicht sehr gelungene Arbeit, die einen sehr guten Einblick, auch wenn schon ein paar Jahre vergangen sind, in die Struktur und das Gruppenleben einer auch überregional sehr bekannten Ultragruppierung gibt und dabei auch die eigentlichen Protagonisten zu Wort kommen lässt, aber deren Aussagen auch versucht wieder einzuordnen.

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