Regionale Erlebnisse

von Andreas König

Nach den verschiedenen Spielen in größerer Distanz habe ich mich auch mal wieder ein bisschen um das regionale Angebot gekümmert. Ziel war dabei der Großraum München. Wieder gab es die Möglichkeit eines Dopplers und diese Chance wurde natürlich beim Schopfe gepackt. Das erste Spiel des Tages sollte der Kick des Aufsteigers FC Unterföhring gegen FC Schweinfurt sein. Aufgrund mangelnder Alternativen spielt der Tabellenletzte in Kirchheim bei München auf dem Gelände des SV Heimstetten. Die Historie der Fans der Schnüdel ist von SVs geprägt und daher wurden diese auch dieses Mal wieder von einer größeren Abordnung an Polizei begleitet. Auch wir wurden von der Polizei sehr skeptisch in Empfang genommen. Das Wetter meinte es gut mit einem, so dass ich es mir auf der Terrasse der Sportgaststätte mit Blick auf das Spielfeld gemütlich machte und erst kurz vor Anpfiff auf die Tribüne ging. Die Gäste aus Schweinfurt hatten ein paar Zaunfahnen dabei und gaben auch immer mal wieder Gesänge von sich. Dies sorgte teilweise für starke Belustigung auf der Tribüne um mich herum. Auch wenn die Schnüdel aufsteigen wollten, angemerkt hat man es ihnen nicht. Vom Spielgeschehen und von den Chancen her hat der Tabellenletzte zügig die Zügel in die Hand genommen, was sich auch im weiteren Geschehen mit der Führung bezahlt gemacht hatte. Aber ansehnlich war dieses Spiel definitiv nicht. Da das Spiel nur der Appetizer für die Begegnung zwischen dem TSV Buchbach und der zweiten Mannschaft unseres Ruhmreichen war, ging es unter den wachsamen Augen der Ordnungshüter zum Auto, um dann in die bayrische Pampa ins Nirgendwo nach Buchbach zu fahren. Vorher habe ich schon viel über Buchbach und die dortigen kulinarischen Köstlichkeiten gehört. Es soll dort z.B. immer eine Sau am Spies oder Räucherfisch etc. geben. Davon wollte ich mich dann doch selbst überzeugen. Siehe da, ich wurde nicht enttäuscht. Kulinarisch schlug Buchbach bei mir ein wie eine Bombe. Einfach nicht zu fassen, was dieser kleiner Ort aufzaubert und auch wie die Menschen dort mitgehen.
Es gab wirklich die Sau am Spieß. Mit Kartoffelsalat, einer guten Portion Fleisch und Krautsalat warst du gut bedient und preislich war es auch sehr fair. Geschmacklich 1a. In dieser frühen Phase des Spieles ging der kleine Club mit 2:0 in Führung und du dachtest, dass das ein Selbstläufer wird. Zu einem leckeren hausgemachten Kuchen gönnte ich mir von einem Barista einen Espresso in einer richtigen Espressotasse. Wo war ich hier nur gelandet. Die hochwertige Espressomaschine war auch noch stilecht auf dem Heck einer Ape aufgebaut. Besser ging es nun wahrlich nicht. Wie in bella italia und das im tiefsten Bayern... Nun wurde sich auch wieder dem Spiel gewidmet und die einheimischen Fans unterstützen ihre Mannen so gut es ging. Leider ließen die Gäste die Zügel schleifen, so dass sie ihre Chancen nicht nutzten und folgerichtig nach dem Anschlusstreffer noch weiter zu schwimmen anfingen. Die werden sich doch nicht noch an ihren Kollegen aus der ersten Mannschaft ein Vorbild nehmen??? Doch genau so kam es und die Einheimischen konnten den verdienten Ausgleich bejubeln und so ging es dann in Richtung Auto. Etwas enttäuscht war man schon von dieser Partie, aber dafür gab es in der örtlichen Tankstelle mehrere seltene Biere für einen fairen Preis von circa 1,00 € je Flasche. Die Rückfahrt über den Flughafen München brachte mich dann entspannt in das schöne Frankenland.
Vor meiner Fahrt nach Italien mit dem Derby in Genua als Höhepunkt führte mich meine Arbeit nach München. Im Rahmen einer Tagung im alten Olympiastadion wurde über verschiedene Themen heiß diskutiert. Jedoch war die Stadionbesichtigung nicht das Highlight des Tages, denn dieses sollte am Abend kommen. Es stand ein Spielbesuch im Grünwalder auf dem Plan. Der unrühmliche Abstieg aus der zweiten Liga führte die Löwen nicht in die Dritte sondern in die viertklassige Regionalliga Bayern und ging einher mit dem lang gehegten Wunsch der Rückkehr in das geliebte Giesing und damit ins Grünwalder. Beim Rückrundenauftakt war der Gegner die Mannschaft aus Memmingen, die im Vergleich zur letzten Saison doch arg Federn hat lassen müssen, während die 60iger wie erwartet und gehofft von der Tabellenspitze grüßen, aber noch lange nicht so weit in Front sind, wie die Hachinger in der Vorsaison. Gespannt darf man sein, wie es sich bei den 60igern finanziell weiterentwickelt oder ob irgendwann endgültig die Lichter ausgehen. Hoffen tue ich das nicht, denn es wäre sehr schade, wenn dieser Verein vor die Hunde geht. Am Beispiel 60ig sieht man auch die Probleme des ganzen „modernen“ Fußballs, aber darauf will ich hier nicht weiter eingehen.
Gestärkt mit Giesinger Bier und Pizza ging es in das ausverkaufte Grünwalder und der Heimbereich startete das Spiel auch mit einer kleinen Choreo, was natürlich den Antrieb für die Mannschaft nur noch erhöhte. Schnell war klar, wer hier auf dem Rasen die spielbestimmende Mannschaft war. Wie nicht anders zu erwarten lief Memmingen kontinuierlich hinterher und hatte außer ein paar Chancen nicht viel dem Spiel der 60iger entgegenzusetzen, die das Spiel am Ende auch verdient mit 2:0 nach einem Doppelschlag in der ersten Halbzeit gewinnen konnten, wobei sie in der zweiten Hälfte ein paar Gänge runterschalteten.
Der Abend klang im Giesinger Bräu bei ein paar Bier aus, um dann mit dem letzten Zug nach Nürnberg zu fahren und noch ein paar Stunden zu schlafen, bevor es wie bereits berichtet nach Italien gehen sollte.


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