Rapid zwischen Leichtigkeit und Enttäuschung

von Andreas König

Nach einer viel zu langen Pause stand für mich mal wieder Rapid auf der Liste und zwar gleich zwei mal innerhalb von wenigen Tagen. Das erste Mal stand unter der Woche der ÖFB-Samsung Cup auf dem Tableau. Ziel war das Stadion vom SKN St. Pölten. Die Begegnung war die letzte im Viertelfinale des Cups und aufgrund der Nähe (circa 50 Kilometer) und der Anstoßzeit (20:30 Uhr) war das Stadion mit vielen Wienern bevölkert, die praktisch aus dem Gastspiel ein Heimspiel machten. Bezeichnenderweise gab es die meisten Plätze in der von der Wolf Brigade „dominierten“ Heimkurve.
Das Stadion bietet circa 7500 Leuten Platz und ist in meinen Augen eine deutliche Fehlkonstruktion: Es ist komplett offen, so dass der Wind leichtes Spiel hat, um durch das Stadion zu wehen und die Dachkonstruktion ist aus Holz, was zwar schön aussieht, aber teilweise scheint es, als ob Spanplatten verwendet worden wären.
Ich hatte mir einen Platz auf der Geraden gesichert, da der Gastsektor komplett ausverkauft war. Dadurch konnte ich immerhin die kleine Choreo von UR und Co. betrachten, die mit ein paar Fackeln und Rauch untermalt wurde. Gleich zu Beginn wurde deutlich, wer hier das Spiel bestimmt. Dies war eindeutig die Mannschaft aus Hütteldorf. Die durch die gesamte Kurve getragene Mannschaft wollte scheinbar die letzten Wochen vergessen machen und mit einem Cuptriumph – dem ersten seit 1995 – und dem ersten Cupfinale seit 2005 die Saison versöhnlich beenden. Nach knapp 20 Minuten gelang dem jungen Wöber die umjubelte Führung, die die Mannschaft zusehends befreite. Die beiden darauffolgenden Tore wurden vom Schirigespann wegen Abseitsstellungen nicht gegeben. Die Gastgeber kamen zu praktisch keiner richtigen Chance, womit es bei der knappen Pausenführung blieb. In der zweiten Halbzeit bestimmten die Gäste zwar weiterhin die Partie, aber St. Pölten kam immer wieder zu Konterchancen, die sie aber nicht nutzen konnten. Rapid gelangen in den letzten zwanzig Minuten noch zwei Treffer, womit der Sieg ungefährdet wund auch in der Höhe verdient war. Daran änderte auch das Eigentor mit dem Abpfiff nichts mehr. Die nächste Cupbegegnung findet Ende des Monats gegen den LASK daheim statt, wie die inzwischen durchgeführte Auslosung ergab.
Mit dem Schlusspfiff ging es für mich schnell zurück zum Auto, denn es wollten noch einige Kilometer nach Hause zurückgelegt werden. Mit Hilfe von Kaffee, Cola etc. gelang das dann auch und immerhin war es weiterhin dunkel, als ich daheim in mein Bett fiel. ;-)
Am Samstag stand dann das schon länger ins Auge gefasste Spiel in Ried im Innkreis auf dem Plan. Nachdem am Vortag der Ruhmreiche verloren hatte, hoffte ich, dass wenigstens Rapid den Schwung aus dem Pokal mitnehmen würde...
Wie in St. Pölten klappte auch das Parken in Stadionnähe problemlos und nach einem kleinen Spaziergang in die nahe Innenstadt ging es in den Block. Dort kam man schnell mit ein paar Wienern ins Gespräch und nach einem Austausch der Handynummern hat man sich auf ein baldiges Wiedersehen verabredet. Beim Blick auf den Spielverlauf waren die Runden Gespritzter und die Gespräche mit den Rapidlern das einzig Positive an diesem Tag, denn Rapid zeigte nichts von den Tugenden, die sie unter der Woche gegen St. Pölten gezeigt hatte. Mir schwante, dass die Mannschaft gegen den Tabellenletzten absichtlich so schlecht spielte, um den Trainer loszuwerden, denn am nächsten Tag wurde auch die Ablösung Canadis verkündet. Ich habe diese Saison das Talent besessen von jedem Trainer das letzte Spiel sehen zu „dürfen“.
Zurück zum Spiel: Nach einem schönen Rauch-Intro ging es auf dem Platz los. Die Innkreisler konnten immer mehr das Kommando übernehmen, so dass sie nach dem Seitenwechsel innerhalb von zehn Minuten mit drei Buden das Spiel für sich entschieden. Dem konnte eine schwache Rapidmannschaft nichts entgegensetzen. Dem Spiel entsprechend folgte nach dem Spiel „Rapid, das sind nur wir!“ aus dem Gästeblock, während bereits gegen Ende des Spiels „Wir wollen Rapid sehen!“ aus dem Fanblock schallte.
Ziemlich ernüchtert ging es nach dem Spiel zurück nach Nürnberg, wobei ich hoffe, dass meine nächsten Rapidspiele wieder besser sein werden. In der Liga sieht meine Bilanz für diese Saison eher mau bis enttäuschend aus, aber wie beim Club kommen auch bei Rapid wieder bessere Zeiten.


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