Opernglas gegen Pilotenbrille

von Kiff

Im Zuch

Erneut in aller Frühe waren die Nürnberger Killer Devils letzten Samstag auf den Beinen und warfen sich in die Schale, denn es war Bayern-Derby! Dem Motto Fans der Achtziger und Neunziger schlossen wir uns mit Begeisterung an. Und so trafen sich auf einem Rastplatz kurz vor Nürnberg Pornobrillen, Kutten und schillernde Haarteile um dann gemeinsam die A9 nach Garching hinabzubrausen.

Auf dem vereinbarten Parkplatz angekommen gab es erst einmal ein Gruppenbild mit den anderen zahlreichen Teilnehmern.  Danach hat man sich nochmal die Beine vertreten, sich mit Zeitung versorgt, aufgetankt und ist schließlich mit der Menge zur U-Bahn Station marschiert. In Fröttmaning angekommen wurden wir alle erst einmal von den Schutzmännern in Empfang genommen. Als wir dann jedoch gerade über eine Brücke gelotst wurden gelang es einer Truppe Schickerias der Ordnungsmacht zu entwischen. Einige Clubberer lösten sich aus der Gruppe um ihnen entgegenzutreten, der Großteil blieb jedoch wegen vieler Fahnen und kampfuntauglicher Kunststoffhaare, zusammen. Nun reagierte auch die Polizei. Mit Pfeffer und Stöcken trieb sie zunächst die Zusammengestoßenen auseinander und dann die restlichen, bunt gemischten Clubfans mitten auf der Brücke zusammen. Dort wurden wir die nächsten guten drei Stunden festgehalten. Obwohl der Sektempfang der Schickeria misslang und von ihr nichts mehr zu sehen war, bestanden die Ordnungshüter darauf uns weiter zu bewachen. Allem Anschein nach war man sich unsicher, wie weiter zu verfahren war. Zunächst wurde damit begonnen die Personalien einzelner Personen aufzunehmen, um später zu erkennen, dass dies zu viel Zeit in Anspruch nahm. Das Spiel hatte eben begonnen, als wir in Reih und Glied durch einen Spalier von der Brücke schreiten durften.

Bis wir uns alle wieder gesammelt hatten und endlich nach einer kurzen Ansprache die letzten Meter zum Stadion antreten konnten war die erste Halbzeit schon im vollen Gange. Drei Mal hörten wir im Stadion die Menge laut aufschreien. Das verhieß nichts Gutes. Zum Schlusspfiff der ersten Halbzeit waren die Stehränge der Gäste dann gefüllt. Es stand 3:0 für Muc-Rot.

Über die zweite Halbzeit braucht man spielerisch wohl nicht viele Worte verlieren. Die Gastgeber begnügten sich mit dem 4:0 und verzichteten darauf uns wie den HSV abzuschlachten. Dennoch ließen wir uns als Fans es nicht nehmen unsere Mannschaft trotzdem zu feiern und so war der Tag dann doch nicht ganz für die Katz.

Nach dem Spiel entspannten wir uns noch etwas vor dem Schlauchboot. Wie erwartet gab es Verzögerungen, aber letzendlich konnten wir doch ein überfälliges Mittagsessen nachholen und heimfahren.

Die Fahrt nach Muc-Rot war also objektiv betrachtet ein rechter Reinfall, aber wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist, kann man zum Glück auch an einem Haufen Scheiße Spaß haben.

 

 

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