Der Kehraus in Paderborn

von Kiff

Mit der Bahn reisen. Schwerelos dahingleiten. Erhaben über die Landschaft rauschen und mühelos die fernsten Flecken Deutschlands erreichen.

Meine letzte große Bahnreise ist schon eine Weile her, also dachte ich mir, statt alleine mit dem Auto zum letzten Spiel des Ruhmreichen zu fahren, könnte ich ja genauso gut den Zug nehmen und gemütlich lesen. Direkt am Freitag machte ich mich also nach der Arbeit auf nach Osnabrück, um dort den VFL beim letzten Match zu besuchen.

Im ICE folgte dann die prompte Zerschlagung meiner Träumereien. Sitzplatz auf dem Gangboden, Klogestank und zwei Stündchen Verspätung zum absoluten Vorteilspreis von zwei Tankladungen. Super. Immerhin war es aber noch früh genug um mit meinem Gastgeber Micha die Osnabrücker Maiwoche besuchen zu können.

Am nächsten Tag stieß noch Andy dazu, um uns im Stadion an der Bremer Brücke Gesellschaft zu leisten. Das Osnabrücker Stadion war klein aber solide. Die Getränke billig, Einlässe zügig. Die dritte Liga erschien mir immer verlockender.

Auf dem Platz wurde wenig geboten, aber auf den Rängen gab es die ein oder andere Perle zu lauschen. Am Ende wurden sie jedoch einfach 1:3 abgewatscht. Nach einem kurzen Abstecher zum Food-Truck Festival haben wir im Radio verfolgt, wer unser Endgegner in Liga 2 werden wird. Als feststand, dass es Frankfurt wird, waren wir hin- und hergerissen. Aber eigentlich kann man gar nicht anders, als sich auf so eine geile Begegnung zu freuen. Euphorisch gingen wir nochmal auf die Maiwoche, um am Ende im Asta zu versumpfen. Was in Osnabrück auffällt, ist die ausgeprägte Kleberkultur. Ich konnte nicht nur wirklich kreative Aufkleber in der ganzen Stadt entdecken, sondern konnte dank einer Einheimischen auch noch einen ganzen Stoß davon mit heimnehmen.

Am Sonntag hofften wir dem Glubb würde es besser ergehen, als dem VFL, auch wenn es bei ihm genau wie bei den Osnabrückern um nichts mehr ging. Wieder mit dem Zug fuhren Andy und ich nach Paderborn, während Jürgen, Basti, Patrick, Terri und Ursula uns mit dem Auto entgegenkamen. Da wir noch etwas früh waren, hab ich mir einen Bananensplit gegönnt und mich zum Stadion kutschieren lassen. Das drumherum dort war gut organisiert (wenn auch nicht gut genug), im Stadion selbst aber war wenig Comfort geboten. Paderborn hat wohl das dümmste Blockkonzept überhaupt: Den Block von unten mit dünnen Treppchen befüllen. Dementsprechend versprengt verfolgten wir das Match. Das war schließlich das letzte Spiel vor Frankfurt – anders konnte man es nicht sehen. Ernüchternd endete es mit einem schlaffen 0:1 für den Glubb. Paderborn hatte damit sein vorerst letztes Spiel in Liga 2 und seine Fans hatten schon etwas vorbereitet: Ein dickes, fettes VERSAGER Transparent.

Nach dem Spiel lief ich dann mit Jürgen, Basti und Patrick weg von den praktischen Parkplätzen am Stadion ins Grüne für einen Feld- und Wiesenspaziergang zum Auto. Bei der Heimfahrt wurden unser Fahrer und unser Navigator ausserdem schon so heiß aufs Frankfurt Match, dass sie spontan den Weg dorthin einschlugen. Nachdem wir sie aber nochmal umstimmen konnten, ging es doch noch – wenn auch spät – nach Hause.

Vielen Dank Micha, Anni und Melli fürs Rumführen in Paderborn, Sonja und Sarah fürs Stadionerlebnis und unserem Glubb fürs Ruhmreich sein. NÄCHSTER STOP: FRANKFURT!

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