Liebesbisse aus Braunschweig

von Kiff

Die Crème de la Crème der Killer Devils traf sich samstagmorgens teilweise frierend in Nürnberg um rechtzeitig zum Spiel um 1 in Braunschweig zu sein. Die liebe zweite Liga mal wieder. Aber natürlich ließ sich davon keiner unterkriegen und wir luden zwei Autos voll für unsere liebste Auswärtsfahrt zu den Braunschweigerjungs. Die Juniordevils ließen nichts anbrennen und tankten für die Fahrt selbstgepanschten Sangria. Im anderen Auto ging es gesitteter zu. Bei gemütlichen Bieren wurde Judas Priest rauf- und runtergehört. LOVE BITES!

Endstation: Wolfenbüttel. Nicht mehr ganz im Zeitplan gaben wir uns zwar Mühe schnell einzuchecken, aber die Bahn verpassten wir trotzdem. Also ging es mit dem Taxi zum Stadion, wo wir uns dann für die Dauer des Spiels von unseren braunschweiger Freunden trennen mussten.

Der Block ist uns inzwischen schon fast eine zweite Heimat geworden. Das Bier ohne Sprit war jedenfalls keine Überraschung mehr. Die Partie wogte in der ersten Halbzeit hin und her. Das erste Ausrufezeichen setzte der Glubb mit dem 0:1. Nur zwei Zeigerumdrehungen später jedoch egalisierte Braunschweig die Führung des FCN. Mit Unentschieden ging es in die Halbzeit. Fulminant kehrte Braunschweig aus der Kabine zurück und erzielte nach dem Bub das 2:1. Die Antwort des Schwedenbombers blieb nicht lange aus und der Ruhmreiche glich auf nassem Geläuf aus. Der vielumjubelte Siegtreffer fiel als traumhafte Bogenlampe 10 Minuten vor Schluss in den Kasten. Zack Peng.

Vom Sieg berauscht gingen wir in die Wahre Liebe, wo wir uns wieder mit Inge und Tobi vereinten. Um deren Tränen zu trocknen hielten wir Bier und Taschentücher bereit. LOVE BITES. Während wir dem Gerstensaft zusprachen fand in Lüdenscheidt Nord der Thriller des Jahres statt. Die blauweißen Knappen lagen im Derby nach 25 Minuten mit 0:4 hinten. Katastrophe! Langsam hatten wir aber ordentlich Kohldampf. Oder um genauer zu sein Braunkohldampf. Auf dem Programm stand nämlich eine Scharte aus Inges Vergangenheit auszuwetzen. 2014 schlugen wir uns als Braunkohlwanderung durch niedersächsischen Elm nur um dann – so Inge - den miserabelsten Braunkohl aller Zeiten zu essen. Das galt es nun zu berichtigen durch den Besuch einer für ihren Braunkohl berühmten Gaststätte. Mit der Straßenbahn machten wir uns auf den Weg. Ein Zwischenstopp im Lindis fiel wegen fränkischer Hooligans leider ins Wasser. Nach Umwegen und zwei Umstiegen kamen wir im Eichenwald an. Während unserer Odyssee erreichten uns auch die Nachrichten von der unglaublichen Aufholjagd im Ruhrpottderby. Das musste gefeiert werden!

Drinnen erwartete uns ein reservierter holzgetäfelter Raum und eine prächtige Tafel. Die koketten Bedienungen hatten wir schnell für uns gewonnen mit der Entscheidung alles, egal was, einfach immer 11 Mal zu bestellen. Und so ließen wir uns etliche Elferrunden Bier, Jäger und Braunkohl satt auftragen und schlemmten wie die Könige. Mich jedenfalls hat der Kohl dieses Mal vollkommen überzeugt. Es ist eine Kunst etwas so derart salzig und sauer zu machen ohne dass es vollkommen ungenießbar wird. Die verschiedenen Würste riefen gemischte Reaktionen hervor. Die Bratkartoffeln schmeckten allen. Der Holzschnaps keinem. Liebe geht durch den Magen heißt es und so wurde es dann auch Zeit für große Gefühle. Rede um Rede wurde geschwungen und als krönenden Abschluss steckte Inge Basti seine Zunge in den Hals. LOVE BITES.

Die Taschen voller Würste verabschiedeten wir uns aber dann doch noch vom Eichenwald. Mit dem Taxi ließen wir uns nach Wolfenbüttel kutschieren. Allerdings schien nicht jeder Taxifahrer ortskundig. Als die ganze Truppe wieder versammelt war besuchten wir die Braubar der Craftbeerbrauerei Stebner. Von den edlen Tropfen habe ich an diesem Abend nicht mehr allzu viel geschmeckt und als dann die 10€ Gin Tonics auf dem Tresen standen zog es uns sehr schnell in die bewährte Kuschelecke bei Theo. Mit Mexikaner und Mäxchen konnte jeder seinen Wunschpegel erreichen ehe der Abend nach und nach sein Ende fand.

Zum Abschied lud uns Tobi noch zum Frühstück ins Gärtnereicafe Verum ein. Das war überaus schnuckelig, auch wenn dem feinen Herrn Student Süßkartoffelpüree und Wirsingsmoothies nicht extravagant genug waren. Der Tee war jedenfalls vorzüglich. Manche jedoch hatten noch nicht genug vom niedersächsischen Bier und gossen sich mit Wonne Wolters in die Kehle. Prost. Gastgeschenke sind in dieser Freundschaft eine Tradition geworden und so überreichten wir Tobi, stellvertretend für die Braunschweiger, unseren Fresskorb und ein paar Festschriften zum 5-Jährigen.

Der Abschied war wie immer schmerzhaft. LOVE BITES.

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