In den Westen

von Kiff

Sonntag. 9 Uhr morgens. Haltestelle Westfriedhof. Immer mehr rote Gestalten stoßen elegant radelnd dazu. Es ist Derbyzeit und diesmal sollte es ein wenig anders laufen, als im letzten Jahr. Wir hofften auch im Stadion.

Am Vorabend haben sich die Killer Devils schon heiß gemacht und ihre Räder an die Westgrenze geschafft. Es waren vielleicht nicht die schönsten Drahtesel, aber darum ging es an diesem Sonntag ja nicht. Während die restlichen Glubberer nach und nach noch eintrafen, konnte ich mein Fahrrad zumindest noch mit Aufklebern in Derbymodus bringen. Besonders sportlich haben das Motto des Tages Eva und Christian genommen. Sie sind am frühen Morgen aus Erlangen mit dem Rad aufgebrochen.

Rund eine Stunde später ging es dann los. Mitgeradelt sind von uns Hannes, Andy, Basti, Fabian, Andi, Eva, Christian, Mia, Theresa und ich. Die Radfahrt war witzig und Teil des roten Mobs zu sein weckte ordentlich Euphorie. Bis auf ein paar Lieder und zunehmender Hässlichkeit der Landschaft Richtung Vorstadt ist nichts Erwähnenswertes passiert. Es glich mehr einen gemütlichen Sonntagsausflug, auch wenn genug Kameras nur darauf warteten, dass es nicht so wäre. Ziel war der Ikeaparkplatz, von dem aus es gewohnt flankiert zu Fuß weiterging. Noch durch ein paar Kontrollen und Schwupps befanden wir uns auch schon in der Blechhütte, die man hier Block schimpft.

Das Spiel begann aufregend. Doch die Schnelle 0:1 Führung durch Burgstaller wich schnell der Erkenntnis, dass der Ruhmreiche auf dem Platz nicht den Ton angab. So kam es wie es immer kommt und wir lagen 2:1 hinten. Maßgeblich beteiligt am kotzgrünen Erfolg war der Offizielle Zwayer. Man fragt sich, wie man den Schiedsrichter dazu bringt für die Brut aus der Westvorstadt zu pfeifen. Geld kann es ja nicht sein. Mit dem 2:2 meldeten wir uns jedoch zurück und plötzlich waren wir am Drücker. Es sah fast noch einmal nach Sieg aus. Doch dann schlug die glubbsche Unfähigkeit kurz vor Schluss mit aller Härte zu: Wir kassierten ein Kreisliga-Tor und verloren mit 3:2.

Die Heimfahrt verlief dementsprechend resigniert. Ohne Behinderungen konnte auch die 10 Minuten lange Rückfahrt keine Lebensgeister mehr in uns wecken. Erschlagen kroch jeder von uns zügig zurück in seine Höhle.

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