Im Wechselbad der Gefühle

von Jürgen

Hoffnung

Mit viel Hoffnung auf einen Sieg gegen Borussia Mönchgladbach sind wir zu dem Auswärtsspiel gefahren. Nach dem engagierten Auftreten des Clubs am letzten Spieltag sollte es endlich die 3 Punkte geben und uns von dem Fluch der Sieglosigkeit befreien. Entsprechend motiviert trafen wir uns am Vormittag am Valzner Weiher und bestiegen guter Laune den Bus. Dank flüssiger Nahrung ging die Anreise so angenehm wie möglich vorbei, die nur einmal durch einen etwas seltsam zustande kommenden "Bregalaskuchen" unterbrochen wurde. Und so kamen wir rechtzeitig in Gladbach an. Da es unterwegs keinen Stopp an einer vernünftig ausgestatteten Raststätte gab, nutzten viele erstmal die Gelegenheit, sich zu kräftigen und die Stimme für das Kommende Spiel zu ölen. Keiner hätte ahnen können, was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle es noch werden würde.

Vorfreude

Schon vor dem Spiel wurden die Clubberer auf die Einheit und Unterstützung der Mannschaft eingeschworen, um der Berichtserstattung wegen des angeblichen Zerwürfnisses zwischen den Fans und Mannschaft entgegenzuwirken. Zusätzlich konnte man sich Spielführerbinden besorgen um dies auch visuell zu verdeutlichen. Und so präsentierten sich dann die Clubfans schon vor Spielstart geschlossen und lautstark im Stadion. Dann war der Anstoß. Der Club trat entschlossen auf und ließ die Borussen nicht wirklich ins Spiel kommen. Die spielerische Leistung wurde im Vergleich vom letzten Spiel nochmal gesteigert. Die Fans gaben alles um die Mannschaft nach vorne zu treiben.

Freude

Und in der 21. Minute wurde all dies mit dem Führungstreffer von Drmic belohnt. Der Nürnberger Fanblock brach in Freudentaumel aus. Und der erste 3er in dieser Saison kam in greifbare Nähe. Auch weiterhin spielte der Club auf Sieg. Leider wurde der Mut nicht belohnt und so stand es auch noch zur Halbzeit 0:1. Nach der Halbzeit kamen die Gladbacher langsam besser ins Spiel aber der Club dominierte noch immer, hatte aber leider Pech mit einem nicht gegebenen Elfmeter. Und so schallten die Nürnberger Fangesänge weiterhin durch das Stadion während die gegnerischen Fans nur bei vereinzelten Vorstößen zu hören waren. Und dann kam die 72. Minute...

Überraschung

Die Fans hatten sich gerade hingesetzt um den Fangesang anzustimmen als der Ausgleich für Gladbach fiel. Wie aus dem nichts und nicht wirklich dem bisherigen Spielverlauf widerspiegelnd fiel der Ausgleich. Und kurz darauf:

Enttäuschung

Der 2:1 Führungstreffer und dann noch das nicht gegebene Tor. Die Enttäuschung stand in den Gesichtern der Fans geschrieben. Wie konnte es sein, dass nach diesem Auftreten des Clubs dieser hinten lag. Aber anstatt in Resignation zu verfallen versuchte es der Club weiter und die Fans standen fest hinter ihm

Hilflosigkeit

Als dann kurz vor dem Abpfiff das 3:1 fiel, wusste man es. Bei diesem Spiel gab es nichts mehr zu gewinnen. Teils verschuldet durch Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, teils durch die eigene mangelhafte Chancenausnutzung vor dem Tor. Der Club hatte gekämpft, aber es hatte nichts gebracht. Die Fans stimmten dann „You’ll never walk alone“ an um ihrer Mannschaft zu zeigen: Wir stehen hinter euch. Und selbst nach dem Abpfiff nachdem die Gladbacher ihrer Mannschaft applaudiert hatten und aus dem Station gingen, stand der Nürnberger Block noch geschlossen da und sang weiter. Sang für eine Mannschaft, die alles gegeben hatte und nichts dafür bekommen hatte außer der Gewissheit, dass die Fans immer hinter ihnen stehen werden.

You’ll never walk alone.

Verzweiflung, Wut, Trauer

Und so gingen wir im strömenden Regen zurück zu den Bussen um die Heimreise anzutreten. Während sich manche Fans vom Schiedsrichter betrogen fühlten und dies laut verkündeten, zogen sich andere zurück und mussten das Erlebte erst einmal verdauen. Und so begab man sich auf eine viel zu lange Rückfahrt in eine ungewisse Zukunft.

 

Hinweis: Die ersten beiden Bilder stammen vom Tag zuvor, als wir uns zum Niedersachsen-Derby schauen trafen. Da wir Freunde aus Braunschweig und Umgebung kennen, war natürlich klar, wem unsere Unterstützung gebührt. Siehe dazu auch hier.

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