2 Buchrezensionen: Tifare contro und Calcio

von Andreas König

Buchcover

Tifare contro – Eine Geschichte der italienischen Ultras (Giovanni Francesio)

Wie der Titel schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Geschichte der italienischen Ultras, die schön in unterschiedliche thematische Kapitel eingeordnet sind. Der Autor will hier das Gesamtphänomen schön darstellen, wobei er nicht bei allem dabei war und verzichtet hier auf Objektivität, aber versucht die jeweiligen Ereignisse einzuordnen. Was ihm beim Lesen auch sehr gut gelungen ist und allgemein lässt sich sagen, dass das Buch sich sehr schnell und flüssig lesen lässt und einen sehr guten Überblick über die Entwicklung der Ultras in Italien gibt.

Es endet 2007 mit dem Tod von Gabriele Sandri, der von einem Polizisten auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel erschossen wurde.

Die 40 Jahre davor werden in diesem Buch vor allem als eine Geschichte der Gewalt und die politischen oder anders gearteten Einflüsse von außen auf den Fußball Italiens.

Es werden die ersten Toten und auch die wichtigsten Themen, wie Freund-, Feindschaften und das Entstehen von neuen Gruppierungen in gut lesbaren Episoden erzählt und negative Höhepunkte berichtet und wie es sich auch am Ende zum Negativen entwickelt hat und die italienische Fanlandschaft nun so ist wie sie ist. Natürlich alles nicht bis zum heutigen Tag, sondern mit dem Ende im Jahre 2007.

Ein gutes leicht verständliches Buch, dass die Thematik für Einsteiger in diese Thematik sehr gut darstellt und wie bereits zu Beginn gesagt natürlich nicht ganz objektiv, aber auf jeden Fall lesenswert.

 

Calcio – Die Italiener und ihr Fußball (Birgit Schönau)

Ein zweites Buch, was ich Euch hier kurz vorstellen und ans Herz legen will, wenn ihr Euch für den italienischen Fußball interessiert und ein bisschen über die dort vorherrschende Mentalität wissen wollt.

Hierbei wird aber nicht die Entwicklung der Fans behandelt, wie bei dem Buch „Tifare contro“ sondern die allgemeine Entstehungsgeschichte und heutige Bedeutung von Fußball in allen Lebenslagen in Italien. Auch wenn die Zuschauerzahlen in den teilweise sehr maroden, städtischen Stadien, zurückgehen, interessiert sich noch immer jeder für Fußball, es wird auch weiterhin geschaut, nur halt nicht mehr im Stadion. Es wird überall darüber geredet und inzwischen ist auch die Politik davon betroffen und alles wird mit Fußball erklärt.

Als Fußballspieler ist man in Italien praktisch ein Volksheld und wird ständig umlagert. Dies und andere Geschichten und Entwicklungen über den Calcio in Italien und die damit einhergehenden Probleme, werden von der Autorin in einer flüssigen Sprache dargestellt und sind damit sehr gut verständlich.

Es ist auch interessant, dies von einer gebürtigen Deutschen, die schon lange in Italien lebt zu lesen.

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