Hospitalitas in Brunsvigam

von Andreas König

Nach Wien am ersten Septemberwochenende ging es nun mit einer Übernachtung zu unserer nächsten Eventfahrt nach Braunschweig.
Für diese Fahrt hatten wir die Möglichkeit mit einem privaten VW Bus zu fahren - damit konnten wir alle gemeinsam anreisen, was natürlich einfach super war. Also ging es am Samstagnachmittag in der Halbzeit der Nachmittagsspiele zu siebt auf nach Braunschweig, um dort am Abend den Besuch mit einer Kneipentour zu beginnen. Mit an Bord war ein Kasten verschiedener fränkischer Biere für unsere Braunschweiger Freunde, die einige Mitglieder am Vatertag in Bamberg kennengelernt hatten.
Nach einer gemütlichen Hinfahrt mit ein wenig Bier und Brotzeit und einem zwischenzeitlichen Tanz auf der Kreuzung wurde im Hotel eingecheckt und sich im Anschluss mit unserem ortskundigen Kneipenguide in das Nachtleben gestürzt. In der Braunschweiger Innenstadt angekommen wurde in einer netten kleinen Bar das erste Wolters getrunken und dabei auf die Freundschaft angestoßen. Dabei bekam man einen kleinen Einblick in die Geschichte der Stadt und das gesamte Umfeld der Eintracht. Nach einem vorgezogenen Mitternachtssnack in Form eines Döners ging es in einen kleinen alternativen Metalschuppen in dem man kickern und sich den Abend mit Astra verschönern konnte. Dort kam man auch in den Kontakt mit Frankfurtfans, was jedoch keine weiteren Folgen hatte außer einer weiteren Runde Astra und Fußballgesprächen in Alkohol- und Zigrattengeruch geschwängerter Luft.
Im Anschluss daran kam es leider zu einer kurzen Auseinandersetzung mit einheimischen Fans, die jedoch auch durch das deutliche Eingreifen unseres Gastgebers und eingefleischten Eintrachtfan schnell und ohne größere Probleme gelöst werden konnte. Anscheinend gibt es bei allen Fans immer wieder Exemplare, die sich mit dem Gegner reiben müssen. Der anschließende Besuch in der Bierbörse hat den Autor an alte Bierbörsenzeiten in Erlangen erinnert. Allerdings ist die Braunschweiger mehr eine Mischung aus unterschiedlichen Ebenen und einigen Ausschankbereichen. Da wir noch nicht fertig mit unserem Streifzug waren ging es wieder zurück in die Heimat des Jägermeisters. Dort wurde in die Stammkneipen unserer Braunschweiger Freunde eingekehrt und weiter gefeiert, wobei jedoch nicht alle bis zum Ende durchgehalten haben und sich im Laufe des Abends und des anschließenden Vormittags den Abend nochmal durch den Kopf gehen ließen. Die Nacht ging schon in die letzten Stunden, als dann auch die letzten tapferen Fanclubmitglieder in ihren Betten oder im Bus, da sie in das Hostel nicht mehr reingekommen sind, gelegen haben.
Am nächsten Morgen ging es nach ein paar Stunden Schlaf und einem anschließenden Frühstück mit dem rot-schwarzen Partybus in Richtung Stadion. Nach unserer Ankunft im Laufe des Vormittags und der Suche nach einem Platz uns die Zeit bis zum Anpfiff zu vertreiben, landeten wir in einem Restaurant für deutsche und jugoslawische „Spezialitäten“. Nachdem das Bier schon ziemlich abgestanden geschmeckt hat und es im Anschluss verschimmelte Tomaten gab wurden wir schon skeptisch. Auch die Pommes waren mit altem Fett frittiert und daher haben wir den Laden schnell wieder verlassen. Fachmännische Unterstützung hatten wir dabei von einer Köchin unseres Fanclubs, die die gesamten Missstände aufgezeigt hatte und sich dafür noch hat anhören dürfen, dass sie kein richtiges Deutsch sprechen würde. Das Essen war nicht nur nach Autorenmeinung das schlechteste Essen, was einem bisher serviert worden ist.
Da wir aber alle noch ausgehungert waren und es noch viel Zeit bis zum Spiel war, machten wir uns auf die Suche nach der nächsten Kneipe, die wir dann in einer Kleingärtnerkolonie fanden. Gutes Bier, leckere Krakauer und das Tauschen von Aufklebern, Buttons, Bieren und Schals ließen die Zeit wie im Flug vergehen. In der Kleingartenkolonie wurden Freundschaften geschlossen und man freute sich gemeinsam auf das anstehende Kellerduell.
Nach dem rechtzeitigen Betreten des Stadions und dem Anpfiff ging der Wettbewerb auf den Tribünen los. Dabei kam neben den Ereignissen auf dem grünen Rasen ziemlich schnell die gegnerische Fankurve in den Fokus, denn bei denen geht das gesamte Stadion mit, wenn man als Braunschweiger aufstehen soll. Dies war eine neue Erkenntnis, denn in Nürnberg macht nie das gesamte Stadion mit, was aber auch an der doppelten Größe des Stadions liegt. Die Identifikation mit dem Team bei deren Abenteuer Liga 1 ist aber beeindruckend, sei es im Fanblock oder in der VIParea.
Das Geschehen auf dem Rasen lässt sich dagegen in wenigen Sätzen zusammenfassen, da die Leistung unserer Mannschaft nicht ansatzweise der aktuellen Situation in Bezug auf Kampf, Einsatz und allen anderen Belangen entsprach. Nach Fußball sah es immer nur dann aus, wenn Bruder Zufall hinzukam. Die Mannschaft der Eintracht tat sich dagegen durch Kampfbereitschaft etc. hervor und vergab ihre Chancen regelmäßig bzw. fand ihren Meister in unserem Kapitän, der den Punkt mit Glanzparaden immer wieder festhielt.
Nach vereinzelten Pfiffen und Wiesinger-raus-rufen ging es nach einer kurzen Verabschiedung von unseren Braunschweigern mit der Vereinbarung sich gegenseitig zu besuchen auf den Heimweg, der mehrheitlich ruhig verlief, da die meisten einfach geschafft waren und am nächsten Tag die Arbeit wieder wartete. Auf der Heimfahrt wurden auch die Erfahrungen des Wochenendes verarbeitet. Aber eines ist sicher, dies war nicht die letzte gemeinsame Auswärtsfahrt, da es einfach lustig und spaßig miteinander war, denn auswärts erlebt man einfach viel mehr.

In diesem Sinne rot-schwarze Grüße und bis bald auf den Tribünen der Republik.

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