Hamburg – unsere erste Liebe

von Kiff

War es wirklich schon wieder 2 Jahre her, dass ich in Hamburg war? 
Unfassbar! Umso elektrisierter erwartete ich das Auswärtsspiel in Hamburg diese Saison. Nur der Spieltermin machte erneut Probleme. Noch einmal lies ich mir das Spektakel jedoch nicht entgehen und so wurde kurzerhand fristgerecht zum Auswärtsspiel gekündigt. So muss das!

Die Vorbereitungen erreichten ihre letzte Phase, als ich Freitagabend noch einen Berg Sandwiches für die Meute (Hannes, Andy, Basti, Ganther, Fabi, Timo und mich) röstete. Im frühesten Morgengrauen ging es am Samstag schließlich los mit dem ICE ab Nürnberg. Wie bereits befürchtet war dieser vollkommen überfüllt und so machten wir es uns im Bordbistro gemütlich und begannen die Auswärtsfahrt im Rausch von 250 Stundenkilometern und Bitburger. Während der Fahrt konnten wir zwar leider nicht Karten spielen, aber die dumme-Sprüche-Strichliste wuchs mit bedrohlichem Tempo, während wir von unserem Zugwirt bestens umsorgt wurden.
Und Schwuppsdiwups: Damit waren wir auch schon da. Natürlich haben wir im ranzigsten Hostel der Reeperbahn eingecheckt. Die Vorzüge desselben lagen auf der Hand: Freibier beim Einchecken! So gelang es und dann auch die Durststrecke bis zu den Landungsbrücken zu überstehen. In der Fischpfanne konnten wir uns stärken, ich genoß meinen wohlverdienten Mittagsschlaf und der Rest besah sich das Treiben der ersten Liga im TV.

Ab hier wurde es nun etwas konfus. Wir irrten ins spanische Viertel, prügelten uns und traten eine halbe Stunde später nach wie vor hungrig den Rückzug an. Einen Teil verschlug es in die Pilsbörse, der Rest fraß Burger. Als wir uns wieder zusammengefunden hatten ging es ins Osborne, um danach im finalen Laden des Abends, einem irish pub zu versumpfen. So nach und nach zog es uns jedoch alle ins Bett, nicht jeden jedoch auf direktem Weg- oder ins eigene Bett.


(Perspektivwechsel zu Andy)

Während sich einige Teilnehmer der Killer Devilschen Reisegruppe noch im Bett oder anderen Enden der Stadt befanden, stand der Sonntag für mich ganz im Sinne des regionalen Fußballs. dafür wurde im Schweinske unter den Augen einer unfreundlichen Bedienung ein durchwachsenes Frühstück zu sich genommen. Mit den Öffis ging es in den Nordwesten. Unweit des örtlichen Flughafens stand das erste Spiel des Tages an. Da Hamburg eine sehr hohe Dichte an Kunstrasenplätzen hat, waren alle drei heutigen Spiele auf einem eben solchen.
Das erste Spiel in der Landesliga Hammonia wurde zwischen Niendorfer TSV II und BW 96 Schenefeld ausgetragen. Bei einem Bierchen wurde bei strahlendem Sonnenschein das Spiel verfolgt, welches am Ende die Heimmannschaft 2:1 verdient gewonnen hat.
Kurz nach Abpfiff ging es wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in den Südosten Hamburgs nach Billstedt, um dort in der näheren Umgebung noch zwei Spiele mitzunehmen. Den Auftakt machte Vorwärts- Wacker Billstedt gegen Condor Hamburg II mit der besten Stadionfrikadelle und dem größten Kuchenbuffet. Aufgrund dieses reichhaltigen, preiswerten und beeindruckenden Buffet kam ich schnell mit den Damen ins Gespräch und ich musste mich wirklich zurückhalten, um nicht noch ein weiteres Stück Kuchen zu essen. Auch in diesem Spiel war die Heimmannschaft spielbestimmend und siegte am Ende verdient mit 4:1.
Zum Abschluss stand noch Wandsbeker TSV Concordia gg. den HSV Barmbek- Uhlenhorst auf dem Programm. Leider war es auch hier nicht mehr die ursprüngliche Spielstätte. Denn im Rahmen von Nachverdichtung etc. wurden alte Spielstätten aufgelöst. Das Spiel war das mit Abstand bestbesuchte Spiel an diesem Tag, weil es auch die oberste Amateurliga Hamburgs ist und die Gastgebende Concordia oben mitspielt. Am Ende konnte ein Heimsieg gesehen werden, der über die Spielzeit gesehen auch verdient war.
Nach einer weiteren Fahrt ging es für mich zum Hostel zurück, um mich mit dem Rest der Reisegruppe zu treffen.


Am nächsten Morgen trafen wir nach einigem Zögern die Entscheidung im Schweinske zu frühstücken (Andy hatte uns vorgewarnt!). Das machen wir jetzt wohl auch nicht mehr. Das Essen erschien nicht nur aufgrund des Restalkohols kaum essbar. Die Bedienung war furchteinflößend und ich konnte ganz zweifelsfrei sehen, dass kein Brot gebacken werden konnte.
Weiter ging es mit dem Kulturprogramm. Eine Stadionführung beim FC St.Pauli! Unser Guide war von der alten Hausbesetzer Schule und hat den Rundgang äußerst abwechslungsreich und informativ gestaltet. Auch einfach mal im leeren Rund zu sitzen und alles auf sich wirken zu lassen, war für mich eine neue Erfahrung. Sehr cooles Stadion, auf manches jedenfalls wurde ich schon ziemlich neidisch.

Der restliche Tag stand wieder im Zeichen des Gerstensaftes. Die Nachmittagsspiele wurden bei angenehmer Gesellschaft in einer Kneipe geschaut, wo wir auch unsere neue Leidenschaft für Glücksspiele entdeckten. Leider hatte nicht jeder so viel Glück. Das Auge des Horus ist jedenfalls mein Favorit! Fürs leibliche Wohl war am Abend ein Tisch beim Burgeressen reserviert. Richtig edler Laden. In unserer ganzen Auswärtsfahrerkarriere ist es uns jedoch noch nie passiert, dass eine Mahlzeit die komplette Truppe dermaßen ausschalten konnte. Die Burger waren spitze und wir konnten uns gerade noch so zurück ins Hotel schleifen. Ich habe es mit den Süßkartoffelpommes sogar so sehr übertrieben, dass ich die nächsten drei Stunden einsam im Stockbett verbringen musste, um mich letztendlich davon zu überzeugen, doch nicht am Magenkrampf zu sterben. Währenddessen haben die Football Enthusiasten in der Lobby einen Fernseher geentert und verfolgten das Spiel der Hirnlosen. Ich kam gerade noch rechtzeitig, um Ganthers totalen Triumph mitzuerleben.

Dieser musste natürlich gefeiert werden und so stürzten wir uns noch einmal ins Nachleben. Wir holten ein paar zuvor ausgebliebene Stammlokale nach, räumten weiter Automaten leer und mein Magen verbreitete Tod und Verderben.

Und damit war auch schon unser letzter Tag, der Montag, angebrochen. Trotz eines ausgefallenen Weckers konnten wir das Hostel geordnet verlassen und machten diesmal Frühstück in einem schicken kleinen Cafe. Wir vertrieben uns die Zeit mit Quiz-Training. Vor dem Spiel teilten wir uns noch einmal auf, ich deponierte mein Gepäck im Bahnhofsschließfach und die anderen im SC Bus. In der Rindermarkthalle erwarteten wir dann gespannt das Spiel. In gemütlichen Sesseln sitzend mit Craftbeer wurde das Quiz Bootcamp fortgesetzt bis es soweit war zum Stadion zu marschieren.

Der Block war proppenvoll, die Stimmung zwar nicht perfekt, aber doch annehmbar. Vom Spiel konnte ich leider nicht sehr viel verfolgen, aber am Ende bin ich zumindest mit dem 1:1 zufrieden gewesen und konnte ruhigen Gewissens zum Hauptbahnhof düsen um meinen Zug zu bekommen.

Der Rest hatte jetzt noch eine neunstündige Nachtfahrt vor sich, die nach dem umtriebigen Wochenende hauptsächlich schlafend und frierend (Klimaanlage kaputt?) aber dennoch gemütlich im Bus verbracht wurde. Am Ende waren sich aber alle einig: 10/10 für diese Auswärtsfahrt.

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