Halbemond und eine kleine Reise in den Westen und Norden

von Andreas König

Dank meiner Kontakte aus der Zeit im Fußballbusiness wurde ich für ein besonderes Testspiel in ein Speedway Motodrom eingeladen. Sehr schnell stand eine Autobesatzung und um das Spiel herum wurde fleißig geplant, da Corona immer wieder für Überraschungen gut war. Wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, die teilweise verworfen oder umgeschrieben wurden. Am Ende stand eine Tour mit fünf Spielen, wobei es neben dem Freundschaftsspiel am Samstag, Oberliga Niederrhein, Oberliga Niedersachsen Weser-Ems/Lüneburg, sowie zweimal Bezirksliga Weser-Ems als Ligen wurden. Hochklassig ist was anderes, aber die Spiele sind nun mal den aktuellen Bedingungen geschuldet.
Als die Tour steht, wurde ein schnittiger Mietwagen organisiert und das erste Quartier in Düsseldorf eingetütet und für das Spiel am Freitagabend wurden Onlinetickets gekauft, da das Spiel aufgrund Corona ausverkauft sein dürfte, wie es am Ende auch war. So wurde der Aufsteiger SC Union Nettetal gegen 1. FC Mönchengladbach auf Kunstrasen geschaut und dabei zeigte der Gastgeber seine ganze Klasse und konnte mit 4:0 gewinnen. Aber bis wir das gesehen hatten, trieb uns eine Vollsperrung trotz genügend Puffer ein paar Schweißperlen auf die Stirn, aber da alles perfekt geklappt hatte, konnte bei einer Wurst in der Halbzeit sehr viel geschnackt werden und man traf Schalker wieder, die sich das Spiel auch gaben und somit gab es nach langer Zeit viele Themen zu besprechen. Meine Mitfahrer gaben auch am Glas gut Gas, da ich ihnen eine kleine Mission in Form von 100 Biere am WE aufgetragen hatte. Was sie am Ende knapp nicht schafften, aber das sollte zu dieser Zeit noch niemand wissen.
Bei diesem Abendspiel ließ die Heimmannschaft keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Sieg erringen will und die Tore waren teilweise sehr ansehnlich, was natürlich schön für den Beobachter war. Die Wurst konnte auch was, so war der Auftakt für das Wochenende gelegt und wir machten uns in unserem Auto auf den Weg nach Düsseldorf, da es aber statt eines Fünf- ein Siebensitzer war, entstanden bei der Parkplatzsuche ein paar Probleme, aber am Ende konnte ich das Auto unweit unserer Unterkunft parken und nach einem schnellen Checkin marschierten wir gen „Längste Theke der Welt“. Dort wurde einem bei dem Anblick der Enge der Massen ein wenig mulmig und es wunderte mich nicht, dass die Zahlen bei Corona nach oben gehen, da Abstände etc. nicht wirklich eingehalten wurden. Die Jungs genossen ihre Biere und ließen den Blick über die vorbeiflanierenden Massen schweifen. Zwar wurde auch immer wieder kontrolliert, aber gefühlt war die Furcht vor Corona nicht mehr zu greifen. Der ein oder andere musste bei einem abschließenden Killepitsch die Segel streichen und so ging es frohen Mutes zurück zu unserem Hotel. Wobei die Wegzehrung in Form von Bier nicht fehlen durfte. Fotos von den Düsseldorfer Palmen wurden bei diesem Ausflug nicht gemacht und auch die dortigen Dirnen waren an diesem Tage nicht zu finden. Somit fielen wir alle müde und teilweise betrunken ins Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein, denn trotz der Fahrt bis Düsseldorf sollten noch einige Kilometer abzureißen sein, bis wir in Norden kurz vor der Küste im beschaulichen Halbemond dem Highlight unserer Tour ankommen würden.
Mit Kaffee und Gebäck gestärkt wurde sich auf die Autobahn begeben und das Ruhrgebiet durchfahren, um sich der Küste zu nähren. Nach einem leckeren Mittagessen in einer örtlichen Brauerei wurden bei wechselhaften Bedingungen die letzten Kilometer zurückgelegt.
Bei der Ankunft war bereits einiges los und wir konnten uns glücklich schätzen unter diesen knapp 300 Personen zu sein, die dort seit dem letzten Spiel des FFF Berumerfehn 95 vom 13. Juni 1999, als erstes wieder ein Spiel sehen konnten. In dem liebevollen Stadionmagazin wurde ausführlich anhand alter Zeitungsberichte über die Spiele der Berumerfehn gegen Kickers Emden, Reineckendorfer Füchse und das 0:11 gegen Finkes SC Freiburg im Jahre 1996 berichtet. Bei ebendiesem SC Freiburg spielte auch der in Nürnberg bekannte Alain Sutter.
Neben Fußball ist dort auch der MC Norden beheimatet und veranstaltete am 05. September 1983 die Speedway Weltmeisterschaften und da man sich damals scheinbar ein wenig verkalkuliert hatte, geriet der MC Norden auch in finanzielle Probleme. Aber diese Veranstaltung im September 1983 sollte historisches für die 32.000 Zuschauer bereit halten, denn mit Egon Müller wurde ein Deutscher Speedway Weltmeister und ist es bis heute auch als einziger Deutscher. Eine kleine Youtubedoku gibt es unter https://www.youtube.com/watch?v=Fe5-ZjPPXrs Bis heute finden dort Rennen in dem Motodrom statt, leider gab es an unserem Tag keine gemeinsame Veranstaltung, wer sich aber u.a. ein Bild davon machen will, kann dies unter https://www.youtube.com/watch?v=Xarg2NySZXw oder https://www.youtube.com/watch?v=pPVButsm6fE Wie man in den Videos sehen kann, wären mehr als die o.g. 32.000 Zuschauer vor Ort gewesen, hätten zumindest die Personen in den ersten Rängen nicht viel mehr als Staub von den Rennen gesehen. Bereits kurz nach der Ankunft und erst recht im Nachgang geht ein großes Lob an die Organisatoren des PSV Braunschweig heraus, die an diesem Tag auf den Süderneulander SV trafen, um sich im Rahmen eines Wochenendtrainingslager auf die anstehende Punktspielrunde vorbereitet haben. Neben den obligatorischen Bier- und Würstchenständen gab es auch noch einen Merchstand u.a. mit Fanzines und Shirts von Passion

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