Fußball aus interessanten Blickwinkeln

von Andreas König

In diesem Artikel geht es um zwei interessante in Teilen auch sehr unterschiedliche Fußballdokus, die es wie ich finde beide verdient haben, gesehen zu werden. Da wäre auf der einen Seite „The class of ‘92“ ( https://www.youtube.com/watch?v=pZwI2ixOOj0 ) und auf der anderen Seite „Tom meets Zizou“ ( https://www.youtube.com/watch?v=Zo68_qMwRyc ).

Als erstes geht es um die Doku über die Jungs von Manchester United. In dieser Klasse spielten David Beckham, Paul Scholes, Ryan Giggs, Nicky Butt, Phil und Gerry Neville zusammen und schafften es von der Jugendmannschaft bis zum Gewinn der Champions League. Die Mischung aus Dreharbeiten an Originalschauplätzen und original TV-Schnipseln wie z.B. das CL-Finale in Barcelona gegen den FC Bayern München, welcher auch den Abschluss der Dokumentation bildet, entsteht eine Atmosphäre, die einen fesselt und eintauchen lässt in die Entwicklung der Karrieren der Spieler.
Das Nachzeichnen derer Karrieren und persönlicher Einblicke auch von ehemaligen Mitspielern bringt neue Aspekte über die Spieler zu Tage, die man so sich vielleicht u.a. von Becks nicht erwartet hätte. Spannend finde ich auch die Geschichten, die von den alten Trainern u.a. Sir Alex Ferguson erzählt werden. Sie präsentieren die Entwicklung und andere Einsichten und ergeben so ein wunderbar stimmiges Gesamtbild dieser sechs sehr unterschiedlichen Jungs, die es geschafft haben, Fußballprofi zu sein und dabei auch die größten Triumphe errungen haben. Man merkt den Herren den Spaß am Dreh an. Das passende Ende sind dann schließlich Einblendungen aus dem Finale in Barcelona, was dem ein oder anderen FCB-Fan natürlich das Herz bluten lässt.

Ganz im Gegensatz dazu steht die karrierebegleitende Doku von Thomas Broich – Tom meets Zizou –, da sie nicht rein auf Rückblenden aus der damaligen Zeit basiert, sondern die Kamera bereits damals immer mitlief. In dieser Doku erzählt Thomas Broich – genannt Mozart –, ob seines vergeistlichten Charakters. Er wollte anscheinend von Anfang an nie Teil des Fußballzirkus werden und man merkt ihm an, dass dieser ihn auffrisst und sein teilweiser atemberaubender Aufstieg dafür sorgt, dass er ihn krank macht und er sich zurückzieht. Nach Stationen u.a. in Gladbach, Köln und Nürnberg findet er nach persönlichen Problemen und Schicksalsschlägen sein Glück in Downunder und wird dort mehrmals Meister und genießt es sichtlich am anderen Ende der Welt zu leben und noch ein Leben außerhalb des Fußball-Business zu haben. Damit beginnt auch der Film, wie er mit einem Freund in der Wildnis wandert und campt.

Damit werfen beide Dokumentationen einen interessanten Blick auf das Business, jedoch mit deutlich unterschiedlichen Schwerpunkten, während „The class of ‘92“ die Wahrwerdung eines Traumes von sechs Jungs zeigt, die den europäischen Fußballolymp besteigen und die persönlichen Entbehrungen nur in Nebensätzen vorkommen bzw. was die Herren sich gegenseitig für Streiche gespielt haben, zeigt Thomas Broich mit seiner Dokumentation die Probleme auf, die ein junger Mensch haben kann, wenn er plötzlich viel Geld hat und was passieren kann, wenn man nicht komplett mitschwimmen will, sondern ein wenig außerhalb bleiben möchte.

Beide Filme sind aber auf ihre Art und Weise durchaus sehenswert und unterhaltsam für den Fußballfan.

 

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