Es geht doch noch was in Italien

von Andreas König

Nachdem ich nach der Club-Saison noch nicht genug von Fußball hatte, habe ich mich auf dem Weg nach Italien gemacht - natürlich um des Fußballs Willen. Ich wollte auf jeden Fall noch eine Partie sehen, bei der es noch um was geht. Gleichzeitig erhoffte ich mir ein Spiel, in dem die Tifosi noch richtig abgehen und nicht alles schon kaputt ist.
Aufgrund der besseren Erreichbarkeit und der Umgebung habe ich mich für die Partie La Spezia gg. Avellino entschieden. In dieser Begegnung ging es um die Qualifikation für das Halbfinale der Playoffs.
Eine kleine Erläuterung zu den Playoffs in der Serie B in Italien:
Die ersten beiden der Serie B steigen ohne Relegation auf. Die kommenden sechs Mannschaften spielen den dritten Aufsteiger aus. Dabei spielen der fünfte der Abschlusstabelle gegen den achten und der sechste gegen den siebten jeweils in einem Spiel den Gegner für den dritten (aus der Partie sechster gegen siebter) bzw. den vierten (fünfter gegen achter) aus. Sollte es nach 120 Minuten weiterhin unentschieden stehen, kommt die Heimmannschaft weiter. Danach haben die jeweiligen Gewinner im ersten Spiel Heimrecht. Auch hier gilt wieder, dass nach zweimal 90 Minuten die Mannschaft, die höher im Klassement stand, weiterkommt. So sieht es auch im Finale aus. Ein wenig verwirrend ist das ganze System schon, aber das macht es auch interessant. Die Begegnungen waren La Spezia vs. Avellino (fünfter gg. achter), sowie Perugia vs. Pescara.
Soweit zur Ausgangssituation bevor Francesco und ich das Stadion betreten haben. Die Tickets für die Heimkurve waren ausverkauft, also gingen wir auf die Gegengerade. Nach dem Betreten des Stadions saßen /standen wir dann neben einer Gruppe Ultras und gleichzeitig auch noch direkt hinter der Ersatzbank des Gegners aus dem Süden (Avellino liegt in der Nähe von Neapel, ist aber mit denen verfeindet). Trotz der Terminierung und der Distanz kamen aus Avellino knapp über 1000 Fans nach La Spezia.
Das Stadion füllte sich zusehends, allerdings kaum mit Polizisten - diese gab es rund ums Stadion kaum. Interessant war, dass das Stadion nicht mal eine Anzeigetafel hatte, aber wie ihr den Fotos entnehmen könnt, gleich an Hügeln liegt und praktisch hinter dem Stadion schon der Hafen und das Meer ist. Von der Lage also doch ganz nett.
Im Vergleich zu anderen Spielen ging es bei dem Spiel doch regelmäßig auf und ab und das Spiel hatte insgesamt alle nötigen Zutaten: Choreo, Pyro, Verlängerung, Tore, Tore, die nicht gegeben wurden, fluchende Fans, Platzverweis.
Begonnen wurde mit einer netten Choreo in der Heimkurve. Die Fahnen wurden geschwenkt, dann gab es ab und zu mal eine Schaleinlage bzw. unregelmäßig ein paar Blinker und Rauch in den Vereinsfarben. Ich hätte von La Spezia sowas auch in der 2. Halbzeit in der Dunkelheit erwartet.
Da der Gegner aus dem Süden kam, wurden in Richtung der Ersatzbank bzw. in Richtung der Spiele Putana, Troia oder andere Ausdrücke gerufen. Und wenn Teile der Fans nicht zufrieden waren, sind sie unten hinter der Plexiglasscheibe zur Situation gerannt und haben sich beschwert. Im Spielverlauf ging Avellino in Führung, aber verlor einen Spieler bereits in der ersten Halbzeit unter dem Jubel der Heimfans. Nach dem Seitenwechsel fielen zwei Tore für La Spezia, die aber wegen Foul o.ä. nicht anerkannt wurden. Somit ging es in die Verlängerung, in der Avellino es schaffte, ein schönes Tor in Unterzahl zu erzielen, obwohl sie schon lange in Unterzahl waren. La Spezia schaffte es trotz Anfeuerungen nicht mehr auszugleichen, was bedeutete, dass sie ausgeschieden waren. Die Fans feierten trotzdem ihre Mannschaft und natürlich haben auch die Fans aus Avellino, die u.a. eine Fanfreundschaft mit Juventus haben, gefeiert.
Natürlich war das nicht die Mega-Offenbarung, aber es zeigte sich, dass v.a. in Avellino noch Fans mit Fahnen, Banner u.ä. unterwegs sind, die auch unter der Woche weit fahren, um ihre Mannschaft zu unterstützen.
Es hat sich also durchaus gelohnt v.a. da auch Gästefans inklusive Fanmaterial dabei waren - sehr schön.





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