Einmal quer durch Italien geflixt…

von Andreas König

Nach über einem Jahr stand für mich eine Italientour an. Dafür hatte ich mir verschiedene Zielorte und Verkehrsmittel ausgedacht. Diese Tour sollte wieder mal etwas Größeres werden und die lange Vorbereitung inkl. Kontaktaufnahme mit Leuten vor Ort verlief problemlos.
Geplant waren die Spiele Cosenza vs. Frosinone, Ascoli vs. Cremona in der Serie B, Monza vs. Arezzo, Pro Vercelli vs. Novara, Giana Erminio (Gorgonzola) vs. Como in der Lega Pro und als Highlight Inter vs. Sampdoria Genua in der Serie A. Für die Spiele in Gorgonzola und für das Derby del’riso zwischen Vercelli und Novara hatte ich mich auch bereits mit Tickets eingedeckt. Monza steht, dank der generösen Unterstützung von Berlusconi, an der Türe zur Serie B. Da das Stadion dort ziemlich groß ist, hatte ich auf den Kauf eines Tickets im Vorhinein verzichtet, was sinnvoll war, wie sich im weiteren Verlauf der Tour herausstellen sollte, denn es kam doch anders als gedacht. Aber der Reihe nach.

Aufgrund dessen, dass Ryanair die Flüge im Sommerflugplan nach Bergamo eingestellt hat, wollte ich noch einmal vor dem Auslaufen die Gunst der Stunde nutzen. Langfristig gebucht sollte es nach der Landung in die Unterstadt von Bergamo gehen. Nach einem Ausflug und dem Kauf von Wasser, ließ ich mich in „La Ciotola“ nieder, um mich für die Nachtfahrt zu stärken. Bei einer leckeren Pizza und Buchlektüre wurde der Abend entspannt gestartet. Dass sich mein Buch u.a. um ein Nanovirus drehte, war spannend und ein Virus sollte mich die Tour noch länger begleiten. Durch die Nacht ging es dann mit dem Flixbus via Brescia, Cremona und Parma nach Rom, wo ich beim Sonnenaufgang ankam. Zwar konnte ich nicht so viel schlafen, aber immerhin hatte ich zwei Plätze für mich alleine, was bei dem sonst recht proppenvollen Bus echt eine Ausnahme war. Gemütlich in einem Bus schlafen, ist aber nun wahrlich nicht möglich. Aber ok. War mir ja vorher bewusst. Nach einer leckeren Brioche und einem Espresso vertrieb ich mir die Zeit in dem Café und im Busbahnhof, um dann rechtzeitig an der Abfahrtsbucht in der Sonne auf den Bus zu warten. Fit war ich selbstverständlich noch nicht, aber ich hatte ja nochmal sechs Stunden via Vesuv vor mir. Bei herrlichem Sonnenschein ließ ich mir bei einer kurzen Pause einen knackigen Apfel schmecken und freute mich schon auf Cosenza. Alle Planungen und Absprachen waren getroffen. Ergo stieg ich dann am dortigen Busbahnhof von Cosenza aus. Kurz danach wurde ich von einem kleinen Empfangskomitee der örtlichen Fanszene in Empfang genommen. Nach einem ersten Beschnuppern in einer Bar am Busbahnhof ging es zum Essen in eine kleine Osteria, die der Mutter eines Gruppenmitglieds gehört. Zwischen regionalen Bratkartoffeln, Pasta mit Aubergine und Salsiccia wurde geplaudert und die Zeit verlief wie im Fluge. Gestärkt und gesättigt ging es nach verschiedenen Abstechern zu Orten, die für die Gruppe einen wichtigen Bezug haben am Stadion vorbei zur obligatorischen Bar. Plötzlich hatte ich ein Bier und meine Eintrittskarte in der Hand. Auch noch ein kleiner Snack vor dem Spiel und mit vielen neuen Kontakten ging es dann gemütlich rüber ins Stadion. Dabei muss erwähnt werden, dass eine Gruppe in der Kurve steht und meine Kontakte mit allen weiteren Gruppen mit denen man zusammenarbeitet und verbunden ist auf der Gegengerade stehen. Dabei ist die gesamte Gerade beflaggt und viele kleine Gruppen arbeiten zusammen. Alleine architektonisch ist das örtliche Stadion eine Schau. Bereits beim Betreten des Stadions und den zurückliegenden Erlebnissen mit den Gastgebern stand für mich die Entscheidung fest, dass ich hierher zurückkommen werde. Die Gastfreundschaft und Höflichkeit sind einfach unvergleichlich. Leider steht es um den örtlichen Verein Cosenza Calcio in der Serie B nicht so wirklich gut. Der Club steht bekanntlich auch eher in den Niederungen der Liga, aber Cosenza steht auf einem direkten Abstiegsplatz. Wobei auch die besten Zeiten des Clubs schon Vergangenheit sind. Die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte, die für Italien natürlich auch Pleiten beinhaltet, waren der Pokalsieg der Lega C 14/15 oder das Scudetto der Serie D 57/58 oder die Drittligameisterschaft 60/61. Bei einem Blick in das Stammbuch bekannter Spieler landet man bei zwei bekannteren Spielern: Stefano Fiore u.a. bei Lazio Rom aktiv. Er begann und beendete seine Karriere bei Cosenza oder der aktuelle italienische Nationalspieler Domenico Berardi, der aktuell für Sassuolo die Fußballschuhe schnürt.
Der Gast aus Frosinone spielte in den letzten Jahren auch teilweise in der Serie A und hat diesen Anspruch auch für die laufende Saison. Somit waren die Rollen für dieses Spiel klar verteilt. Trotzdem war die Menge an Fans im abgezäunten Gästesektor recht überschaubar.
Beide Heimgruppen hatten kleine Choreos mit Pyro untermalt. Während die Gerade einem berühmten Excapo gedachte, war es in der Kurve ein um Spruchbänder entworfene Choreo. Die Gerade ging sehr gut mit und stimmte immer wieder Gesänge mit an, die jedoch an den Rändern nicht mitgetragen wurden. Von der Südkurve habe ich nichts gehört, jedoch scheinen die auch gesungen zu haben. Sportlich war es mehr oder minder ebenbürtig, jedoch konnten die Gastgeber die Chancen nicht wirklich herausspielen oder diese gut verwerten. Wobei hierbei auch der frühe Doppelschlag – 14. und 19. Minute – der Motivation auf den Tribünen den berühmten Zahn gezogen hat. Im Anschluss an diese Treffer zog sich der Gast zurück und ließ die Gastgeber kommen, aber wie bereits geschrieben, wurde da nicht viel erfolgreich abgeschlossen. So ging es mit dem Ergebnis in die Halbzeit und auch gewünschte Elfmeter oder klarste Torchancen wurden nicht verwertet.
Auf der Tribüne gab es immer wieder Pöbeleien in Richtung Gästefans, die auch schön mit einer Italienfahne etc. ausstaffiert waren. Der Gastsupport und deren Präsenz war schlechter als von mir erwartet. Dürfte nicht einmal ein ganzer Reisebus gewesen sein, ob sie auch die Tessera für die Fahrt gebraucht haben, habe ich nicht herausgefunden. Würde aber neben dem allgemein kleinen Supporthaufen von Frosinone eine zusätzliche Erklärung sein.
Zügig nach dem Spiel wurde ich von einem Gruppenmitglied eingesammelt und bei der Bar an jemanden übergeben, der in die Richtung Universität im Norden musste und mich dort an dem kleinen Busbahnhof absetzte. Nach und nach trafen noch andere Leute ein, die nach Rom wollten. Dies stimmte mich positiv, da nirgends ein Fahrplan o.ä. aushing. So ging es gegen Mitternacht wieder nach Tiburtina, wo ich mich erneut in die nächste Bar verzog, um bei Espresso und Brioche in den Tag zu starten.
Zu der Zeit am frühen Morgen hatte ich noch keine Info über den Toten in Cremona und mögliche Veränderungen standen noch nicht auf der Agenda. Dass Corona eine Rolle an dem Wochenende spielen sollte, spürte ich aber irgendwie. Alleine bei dem Blick auf die Nachrichtensender, die auf den Bildschirmen der Bars und im Busbahnhof liefen. Lange will man sich auf jeden Fall nicht an dem Busbahnhof aufhalten. Ich zumindest nicht, da ich mich dort nicht wirklich wohl fühlte. Liegt vielleicht an dem Dreck und leicht heruntergekommenen Charme.
Mit dem nächsten Flixbus ging es einmal quer über den Apennin nach Porto d’Ascoli, was gerade mal eine dreistündige Fahrt werden sollte. Also zumindest gefühlt nur ein Katzensprung. Um sich die Zeit bis zur Zugfahrt hoch nach Ascoli Piceno zu vertreiben, gönnte ich mir mein Stück Obstkuchen und einen Kaffee dazu. Ab und zu muss auch mal im Urlaub gesündigt werden. Entspannt machte ich mich auf den Weg ins Landesinnere, um die ersten besorgten Nachrichten aus Cremona zu empfangen und die bange Frage, ob das Spiel stattfindet. Der Blick auf schneebedeckte Gipfel und auf eine kleine alte Altstadt fesselten mich. So machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt. Leider kam ich für den örtlichen Faschingsumzug zu spät und sah daher nur noch das ganze Lametta auf dem Boden und verkleidete Kinder an den Händen ihrer Eltern durch die Stadt laufen. Bei einem kurzen Abstecher ins Touristenbüro brachte mir eine Unterstellmöglichkeit für meinen Rucksack und eine Stadtkarte mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt ein und auch die größere Wahrscheinlichkeit der Absage. Noch wollte ich mich aber nicht entmutigen lassen. Erst mit der offiziellen Absage von Verbands- oder Vereinsseite würde ich mich zufriedengeben. Aber vorher wollte ich noch die Stadt sehen und ich hatte mich bei dem ersten Blick nicht getäuscht. Gemütlich spazierte ich durch die engen mittelalterlichen Gassen und ließ mich treiben. Im Anschluss an diesen kleinen Rundgang marschierte ich gen Stadion, um u.a. einen Freund aus Cremona zu treffen, da er für das Spiel angereist war. Leider hatte ich auf dem Weg dorthin auch die betrübliche Nachricht der Absage erhalten. Aber das Treffen wollte ich deswegen nicht platzen lassen, da außerdem die nächste Verbindung runter in Richtung Porto d’Ascoli und San Benedetto del Tronto noch dauerte. Bei einem kleinen Plausch und paar Fotos beließen wir es, da uns der Traum des Spieles genommen wurde. Wahrscheinlich sind die gesamten Vorsichtsmaßnahmen bereits dort sinnvoll gewesen. Wie schnell sich die Pandemie gerade ausbreitet sehen wir gerade. Nach den frittierten Oliven, welche eine Spezialität Ascolis sind, fuhr ich mit dem Bus runter. Meine Hoffnung nun früher nach Mailand zu gelangen wurde jedoch enttäuscht, da der Bus Verspätung hatte, was ich nicht nachvollziehen konnte, da er pünktlich losfuhr und kaum Passagiere einstiegen und wir auch keinen Stau hatten, aber es war nun einmal so. Somit habe ich meinen geplanten Zug verpasst, bin auch bei meinen Telefonaten mit der italienischen Staatsbahn nicht weitergekommen. Dank der netten Zugbegleiterin in meinem geplanten IC bis Bologna konnte ich auch vorher kostenlos mitfahren. Da dies auch meine praktisch letzte Reisemöglichkeit bis Mailand sein sollte. Da ich bereits die Tage vorher eine Info erhielt, dass mein eigentlicher Frecciarossa ausfällt, gab es nur noch eine weitere Möglichkeit, die mich in der Nacht noch nach Mailand bringen sollte. Wenn jeder jetzt denkt, dass das doch sicher problemlos alles klappen würde, hatte sich geschnitten. Zwar gab es vorher noch einen Zug, den ich bei einem normalen Zugverlauf auch erreichen würde, jedoch standen wir in Cesena längere Zeit, da es aufgrund eines Personenschadens zu Verzögerungen kam. Dies hatte zur Folge, dass ich diesen Zug verpassen würde und auch der nächste und somit allerletzte wurde auch zeitlich immer enger. Aber auch dank der Unterstützung der Schaffnerin und der Mitarbeiterin vor Ort klappte der Umstieg gerade noch rechtzeitig. Mein Wunsch früher in Mailand anzukommen, hatte sich also nicht erfüllt, aber wenigstens ein richtiges Bett.
Während dieser Fahrt fand ich auch heraus, dass mein geplantes Spiel von Monza gegen Arezzo kurzfristig auf den Samstag vorverlegt wurde. Zum Glück hatte ich, wie geschrieben, dafür noch kein Ticket im Vorhinein gekauft. Schnell ein anderes Spiel eingeplant und als ich dann gegen 1 Uhr morgens in meiner Unterkunft war, stand fest, dass mein gesamter Plan für Sonntag obsolet war. Alle Spiele im Veneto und der Lombardei, in der ich mich bekanntlich befand, wurden abgesagt. So wurde es nichts aus meinem flotten Fußballdreier. Die Möglichkeiten via Routenplaner und Spielplan gecheckt und dann machte ich mich auf den Weg zum Flughafen, um den Mietwagen abzuholen. Canceln o.ä. war ja auch nicht möglich. Statt einer Tour rund um Mailand mit überschaubaren Maut- und Spritkosten ging es mit meinem kleinen Panda Richtung Turin. Vorbei an Vercelli, Novara, um dann im Umfeld von Turin nach Süden in Richtung Cuneo abzubiegen. Mein Tagesziel war Bra. Dort findet alle zwei Jahre die europäische Käsemesse Cheese statt, dabei gibt es selbstverständlich auch den regionalen Brakäse, welcher u.a. in Genua Bestandteil des lokalen Pesto, im Piemont wird er allgemein wegen seiner Qualität als Tafel- oder Reibkäse sehr geschätzt. Daneben ist Bra auch der Gründungsort der italienischen Slow- Food- Bewegung, was für die regionalen Produzenten und Unternehmen vorteilhaft ist und sie damit auf ihren Produkten werben. Slow Foods Sitz ist weiterhin in Bra und im Ortsteil Pollenzo die Università di Scienze Gastronomiche. Als ich in Richtung Sportplatz fuhr konnte ich schon einen ersten Blick auf die Stadt werfen. Im Anschluss an das Spiel wollte ich die Stadt noch ein wenig zu Fuß erkunden, aber vorher wollte ich den Ball rollen sehen. Direkt neben dem Stadion geparkt und nach einem Rundgang um das Gelände herum konnte ich auch endlich meine Eintrittskarte käuflich erwerben. Mein direkter Weg führte mich erstmal in die Stadionbar, um bei einem leckeren Espresso dem Treiben auf dem Rasen zu folgen. Der Gast aus Savona hatte auch eine kleine feine aktive Fanszene dabei, die u.a. mit Schwenkern für Stimmung sorgten. Bei den Heimzuschauern gab es auch eine Handvoll, aber die waren vernachlässigbar. Ein interessanter Fakt war der Trainer von Savona, der auf der Tribünenseite bei mir auf und ab tigerte und Kommandos reinschrie und auch mal zum Telefonino griff, um die Assistenten auf der Trainerbank anzurufen, die sich dann so verhalten haben, dass es niemand mithören/mitkriegt.
Das Stadion hat nur eine Tribüne und somit war meine Platzwahl auch frei und ich setzte mich in etwa Höhe der Mittellinie hin. Das Spiel begann durchaus spannend und bot auf beiden Seiten reichlich Chancen und auch Fehler, aber bei einem Viertligakick auch nicht verwunderlich. Die bessere Spielanlage und ein wenig zielstrebiger agierten die Gäste, welche in der Vergangenheit durchaus schon höherklassig gespielt haben. Wobei sie mehrheitlich zwischen dritter und vierter Liga pendelten. Bei einem Blick in deren Stammbuch springen einen die Namen Walter Zenga und Marcello Lippi an, die beide für den Verein die Fußballschuhe geschnürt haben. Nach diesem kurzen Exkurs zurück zum hier und jetzt.
Leider konnten die Chancen in der ersten Halbzeit von beiden Seiten nicht genutzt werden, so dass es folgerichtig torlos in die Pause. Mein Wunsch ein Tor an diesem Tag zu sehen wurde in der 66. Konnten die Gäste das entscheidende Tor des Tages erzielen, denn selbst beste Chancen blieben auf beiden Seiten liegen. Nach dem Spiel gab es für die Gäste eine Blocksperre und auch für mich ging es daher außen herum, da der Bereich hinter dem Gästebereich von zwei Polizisten abgesperrt wurde. Das Wetter lud noch zu einem Spaziergang ein und so machte ich mich auf Erkundungstour durch diese kleine malerische Stadt, um durch die ruhige fast menschenleere Fußgängerzone an diesem Sonntag zu flanieren und in den Schaufenstern zu schauen. Da ich bisher noch fast nichts gegessen hatte, übermannte mich der Appetit und in einer kleinen örtlichen Pizzeria, die schwerpunktmäßig vom Straßenverkauf lebt, habe ich mir eine Pizza Salsiccia di Bra mit der regionalen Salsiccia gegönnt und dort vor Ort gegessen. So gestärkt ritt ich nach einem leckeren ersten Eis des Jahres in den herrlichen Sonnenuntergang in Richtung Malpensa, um dort unweit des Flughafens mein Quartier für die nächsten zwei Nächte zu beziehen.
Die Informationen und Ereignisse wurden immer besorgniserregender, sei es durch zwei Frauen, die mit Verdacht aus einem EC in Verona geholt wurden und dem damit einhergehenden vorübergehenden Aussetzen der Zugverbindung via Brenner nach Österreich/Deutschland etc.. Das Spiel, welches ich am Tag drauf sehen wollte, wurde ebenfalls abgesagt. Da ich im Rahmen meiner Buchung noch eine Veränderung vorgenommen hatte, um auf das Derby del’riso zu gehen, besaß ich zwei Rückflüge. Am Ende habe ich mich für Montagvormittag entschieden und in der Nacht meinen Mietwagen aufgetankt, das Hotelzimmer für die nächste Nacht storniert und mir einen Fahrplan zum Bergamascher Flughafen herausgesucht. Die Fahrt ging mit dem Bus vom Terminal 1 gen Centrale, praktisch die gleiche Strecke, die ich bereits am Vortag gefahren bin. Dieses Mal rein in die Stadt und die Anzahl der Personen mit Mundschutz war doch deutlich angestiegen im Vergleich zum Vortag. Einmal quer durch den Centrale gehastet und in den nächsten Bus gen Flughafen Bergamo und der war wunderbar leer. Die Fahrt war recht entspannt und mit einer Mischung aus Dösen und Buch lesen erreichte ich deutlich vor Abflug den Flughafen. Schnell durch die Sicherheitskontrolle noch ein Happen gegessen und ab in den Flieger, welcher aufgrund von Corona nur zu 1/3 belegt war. Viele Unternehmen haben ihren Mitarbeitern Dienstreisen auch zu wichtigen Terminen verboten gehabt. So wurde vieles dann über Skype abgewickelt. Aus dem sonnigen Bergamo ging es zurück in das trübe Nürnberg. Der Kater wird aber sicher noch folgen und die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen ebenso.
Am Ende bin ich froh früher zurückgeflogen zu sein, da meine Gesundheit mir doch um einiges wichtiger als Fußballspiele ist. Da planst du so lange im Voraus und aktualisierst alles regelmäßig und musst es dann über den Haufen werfen. Das hat mich selbstverständlich frustriert, aber lieber persönlicher Frust als langwierige gesundheitliche Probleme.
Die Spiele kann ich immer noch sehen, aber das erste Quartal ist noch nicht rum und schon habe ich in drei Ländern Absagen bei Spielen gehabt. Entweder durch Sturm oder Corona. Hoffentlich kommen wir persönlich und als Gesellschaft gestärkt aus dieser Situation heraus und da sind ausgefallene Fußballspiele etwas ganz Banales. Cosenza und andere Orte werden mich aber wiedersehen und darauf freue ich mich schon.

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