Eine Tracht Prügel Frankfurt: Killer Devils in FFM

von Kiff

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Letztes Wochenende stand einer der Höhepunkte der Rückrunde – das Auswärtsspiel in Frankfurt – an. Schon vor dem Spiel roch es nach Ärger, da die Auflagen der Gastgeber unter uns Glubbfans großen Unmut auslöste. Am negativsten wurde dabei das Verbot der Zaunfahnen aufgenommen. Dennoch fuhren die Nürnberger Killer Devils planmäßig am Samstagmorgen mit dem Entlastungszug. Da wir ausserdem auch noch den Geburtstag unseres Vorsitzenden Andi K. zu feiern hatten, deckten wir uns bevor es los ging noch mit Bier und Frühstück ein um dann zu Acht im Oberdeck Platz zu nehmen. Mit guter Stimmung, ordentlich Zug und ein paar Watschen brausten wir nach Hessen. Selbst als die Blasen immer voller wurden und die Klos schließlich die kritische Masse überschritten hatten, hat dies die Laune kaum getrübt.

Schlappe drei Stunden später kamen wir am Bahnhof Frankfurt-Stadion an und wurden gleich von einem Bataillon Schildkröten in Empfang genommen. Trotz friedlicher und vereinsbezogener Gesänge beim Aussteigen war einer der Helfer in Grün schon der Meinung, dass man uns „ordentlich Feuer geben“ müsste und hat damit das weitere Thema des Tages gut zusammengefasst. Von unserer Leibgarde umringt ging es darauf Richtung Stadion. Dort geschah allerdings erst einmal nicht allzu viel. Bei Minusgraden hieß es zunächst einmal eine Stunde warten und von Pferden und Hunden umzingelt rumzustehen. Gerade als sich Basti und ich noch einmal Bier geholt haben ging es weiter. Auf gut Glück hinterhergeeiert ließ man uns dann durch ein Tor, wo der Rest der Meute schon wieder mit Warten beschäftigt war.

Als endlich Einlass war, stellten die Fans mit Zaunfahnen ziemlich schnell fest, dass Verein und Polizei von ihrem überzogenen Zaunfahnenverbot nicht abließen. Die Killer Devils sind dennoch vorerst hinein. Kaum im Block entschieden wir uns dann aber doch uns zu den Fans vorm Block zu gesellen. Oben wie unten wurde lautstark gesungen. Was dann folgte war reichlich ungeschickt von Polizei und Ordnern. Nach ein paar Schubsereien vor den Einlässen beschlossen diese weiter oben das Tor zu schließen und die beiden Fangruppen zu trennen. Ziemlich schnell kam es zu Rangeleien und viele waren wohl überrascht, wie leicht man so einen Zaun herausreißen kann. Mit Knüppeln und Pfefferspray drängte die Polizei uns zurück. Nur langsam kehrte wieder eine angespannte Ruhe ein. Noch während die erste Halbzeit lief wurde mit Verantwortlichen der Eintracht bezüglich der Zaunfahnen verhandelt - leider erfolglos. Ein großer Teil entschied sich dazu auch das restliche Spiel vor dem Stadion zu verbringen und von dort die Mannschaft anzufeuern. Wir haben die zweite Halbzeit dann aber doch aus dem recht tristen Stehblock verfolgt.

Berichten zufolge spielte unser Glubb in der ersten Halbzeit schon äußerst soliden Fußball. Auch in der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft. Trotz reichlicher Ecken und einiger Chancen (sogar Pinola bekam eine Gelegenheit, scheiterte jedoch an Trapp), blieb es beim 0:0. Positiv aufgefallen ist die Kurve der Frankfurter, die wohl aus Respekt auch nur auf Sparflamme Stimmung gemacht hat.

Bevor es nach Abpfiff nach Hause gehen konnte, war erst einmal wieder Rumstehen angesagt ehe wir wieder zum Bahnhof geführt wurden. Dort angekommen stand die Menge jedoch wieder. Die Ordnungshüter haben es sich nämlich nicht nehmen lassen kurz vor Schluss noch einmal zuzuschlagen. Der flugs einkassierte Glubbfan wurde aber glücklicherweise vermisst und durch die Weigerung ohne ihn den Bahnhof zu verlassen konnte er sich wieder den restlichen Fans anschließen.

Die Rückfahrt ging deutlich stiller von statten, was zum einen an dem langen Tag in der Kälte und zum anderen an fehlendem Gerstensaft lag. Zurück in der Heimat aßen wir noch zusammen einen Happen und machten uns dann auf das letzte Stück Heimweg.

Unsere Auswärtsfahrt nach Frankfurt war also auf jeden Fall erlebnisreich. Auch von der Mannschaft waren wir positiv überrascht. Einzig das Verhalten von Polizei und Eintracht hat den ansonsten gelungenen Spieltag getrübt. Es ist schade, dass ein Verein wie Eintracht Frankfurt, der selbst eine sehr lebendige Fankultur besitzt, kein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Gästefans hat und diese aus fragwürdigen Gründen ignoriert. Vorprogrammiert war der Ärger, den Schutzmänner und Ordner zuerst ausbaden mussten und dann aufgeheizt haben.

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