Eine Klobása zum Frühstück…

von Andreas König

ist vielleicht nicht die beste Lösung. Die Klobása ist eine Bratwurst, die typisch für Tschechien ist und dort nahezu überall zu kaufen ist. Doch nun zum eigentlichen Geschehen:
Nach einer frühen Abfahrt ging es über Cheb nach Sokolov, um dort um 10:15 Uhr den örtlichen FK Banik Sokolov gegen Dynamo Ceské Budejovice in der zweiten tschechischen Liga zu sehen. Das Parken ging problemlos in der näheren Umgebung vom Stadion. Als ich meine Frage nach einer Karte anfing mit den Worten "Ich bin Deutscher und sprechen Sie Englisch?", erhielt ich eine teurere Karte (60 Kronen, rund 2,50€) umsonst. Dies verwirrte mich ein bisschen, aber es ging schnell auf die einzige Tribüne, da das Spiel bereits ein paar Minuten vorher angepfiffen wurde.
Jedoch musste natürlich erstmal die vielseitig gerühmte Klobása inklusive Piwo gekauft werden. So bewaffnet habe ich mir einen Platz auf der Tribüne gesucht und mir dann gemütlich die Bratwurst einverleibt.
Der Gast aus Budweis hätte die Chance mit einem Sieg beim Tabellenzehnten an die Tabellenspitze zu springen. Von diesen Voraussetzungen konnte man zu Beginn der Partie relativ wenig sehen, denn die Heimmannschaft war die spielbestimmend. Dank eines kapitalen Fehlers im Aufbau kamen die Gäste zu der etwas schmeichelhaften Führung, was die vier mitgereisten Gästefans frenetisch feierten.
Sokolov biss sich weiterhin die Zähne aus, was sich auch nach dem Seitenwechsel nicht ändern sollte. Gleichzeitig verpasste es Budweis, den berühmten Deckel drauf zu machen. So kam es, dass im mit 841 Zuschauern gefüllten Stadion Sokolov in der letzten Minute den umjubelten Ausgleich schoss.

Über Cheb inklusive Mittagspause ging es kurz wieder nach Bayern, um kurz danach gleich wieder nach Tschechien zu fahren. Das zweite Spiel des Tages stand an. Dieses Mal ging es in die dritte tschechische Liga zu der Begegnung zwischen dem FK Tachov und Loko Vlatvín. Dieses Mal wurden 50 Kronen Eintritt bezahlt und sich erstmal ein wenig umgeschaut, um sich dann neben der Tribüne auf eine der Bänke zu setzen. Teile der Bänke waren jedoch bereits morsch und schon eingebrochen.
Auch dieses Mal war die Heimmannschaft überlegen, die wie uns ein älterer tschechischer Ex-Fussballer erklärte mit verschiedenen Ex-Spielern aus Pilsen gespickt war. Die relativ junge Mannschaft spielte immer wieder gefällig nach vorne und der finale 2:0- Sieg war eigentlich nie gefährdet. Gästefans gab es genauso wenig wie Ultras o.ä.. Der Altersdurchschnitt war, wie bereits am Vormittag, recht hoch und die Mehrheit dürfte Rentner gewesen sein. Dank des Gesprächspartners wurde mein Wissen über den tschechischen Fußball verbessert.
Nach dem Abpfiff wollte ich mich beeilen und bin leider auf ein morsches Brett getreten, welches sofort nachgab. Daher ging es danach relativ schnell in Richtung Auto, um die Heimreise gen Nürnberg anzutreten.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Tour über die tschechischen grenznahen Grounds eine lustige Erfahrung war und es aufgrund der Nähe sicher nicht der letzte Trip dieser Art war. Speziell diese beiden Grounds brauche ich aber nicht nochmal...



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