Ein Wochenende zwischen November rain und Vienna calling

von Andreas König

Am Freitag kam es zum ersten Mal nach langer Zeit wieder zu einer Begegnung zwischen dem Ruhmreichen und einer Mannschaft aus Würzburg. Leider gab es keinen Heimdreier, denn sonst hätte der Ruhmreiche am Aufsteiger vorbeiziehen können. Da der Ausgleich praktisch mit dem Schlusspfiff fiel, war wenigstens dort die Freude hoch. Das Bild der Gäste mit ein bisschen Pyro, aber keiner eigenen Zaunfahne ließ doch ein wenig zu wünschen übrig. Warten wir mal die Rückrunde ab, was wir in Würzburg reißen können.
Trotz nasskaltem Wetter habe ich mich zu einem kleinen Tagestripp entschlossen - auch wenn dabei keine neuen Grounds hinzukommen sollten. Aufgrund der modernen Technologie ging es über ein paar Seitenstraßen nach Sokolov. Zum zweiten Mal in diesem Jahr schaute ich mir ein Sokolov-Heimspiel an. Der Gegner hieß Usti nad labem. Der Zuschauerzuspruch seitens der Heim- und Gästefans war in etwa gleich groß ähnlich dem Spiel gegen Ceske Budejovice. Die Begegnung war nun wahrlich keine Augenweide und es kam auch aufgrund der äußeren Bedingungen zu keinem ansehnlichen Spiel. Der vom Regen aufgeweichte Platz sorgte immer mal wieder für ein paar unerwartete Einlagen. Bei Bier und Klobasa wurde der Vormittag mit diesem Spiel verbracht, welches am Ende der Gast aufgrund zweier gelbroter Karten für die Heimmannschaft gewinnen konnte. Ohne die Platzverweise wäre das Spiel wahrscheinlich torlos ausgegangen.
Da die Amas vom 1. FC Nürnberg in Hof gg. die Spielvereinigung antraten, ging es direkt nach dem Spiel weiter dorthin. Das Wetter sollte nach wie vor aus Regen und grauem Himmel bestehen. Also wenig einladend aber typisches Novemberwetter eben. Der Gastgeber ist Tabellenletzter, aber trotzdem geht Hof nach wenigen Minuten in Führung. Trotz einiger Fehler gewinnt die Zweitvertretung angetrieben von Sabiri mit 5:2.
Am nächsten Morgen wurde dem Ruf von Rapid gefolgt. Das letzte Spiel bildete den Abschluss des Kapitels Büskens/Müller bei Rapid und nun wurde mit Damir Canadi der ausgesprochene Wunschtrainer aus Altach verpflichtet. Bei wunderbarem Wetter ging es auf nach Salzburg, so dass bei 15 Grad noch gemütlich am Ufer der Salzach ein Sommergespritzter getrunken werden konnte. Jedoch blieb nicht allzu viel Zeit für ein ausgiebigeres Sightseeing, denn Rapid spielte auswärts in der Arena neben dem Casino Salzburg beim FC Salzburg. Eine kleine Schrecksekunde sollte es während der Parkplatzsuche geben, denn plötzlich brauchte mein Golf Kühlmittel, da er zu heiß geworden ist. Glücklicherweise wurde kurz drauf ein Parkplatz gefunden und der Spaziergang Richtung Gästebereich konnte beginnen. Nach einer ersten Abweisung durch den Clubservice waren wir nach einer Entschuldigung im Block. Der Ankick der Begegnung verzögerte sich aufgrund einer nicht abziehen wollenden grünen (Nebel-)wand vor dem Gästebereich um ein paar Minuten. Dies tat der Stimmung keinen Abbruch, aber die kalte Dusche erfolgte bereits nach acht Minuten, als die Heimmannschaft zum wiederholten Male vor dem Kasten von Strebinger auftauchte und dieses Mal auch traf. So ging die gesamte erste Halbzeit dahin. Rapid fand praktisch gar nicht statt und lief hoffnungslos hinterher, so dass praktisch mit dem Pausenpfiff nach einer Ecke das 2:0 fiel. Dieser Rückstand war mehr als schmeichelhaft. Entsprechend frustriert fielen die Halbzeitgespräche aus, aber die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.
Die zweite Halbzeit konnte von Rapid offener gestaltet werden und die Grünen erspielten sich auch ein paar Chancen, was neben einer taktischen Umstellung auch dem geringeren Tempo des FCS geschuldet war. So plätscherte die Partie in die Rapidviertelstunde und auf den Rängen ging nochmal ein guter Ruck durch. Dies gab der Kampfmannschaft einen gewissen Auftrieb, der mit einem Elfmeter in der beginnenden Verlängerung gekrönt wurde. Bei einer anschließenden Rudelbildung wurde erst Miranda und dann kurze Zeit später auch noch Sonnleitner vom Platz gestellt. Leider wurde dann auch schon früher als nötig abgepfiffen. Dies sorgte für ein gellendes Pfeifkonzert gegen die Unparteiischen, der sich auch aufgrund einer knapp halbstündigen Blocksperre auch auf die Jubelfeier der Heimmannschaft mit deren Häuflein Fans auswirkte. Ich will nicht wissen, wie sich das im TV angehört hat, gefühlt waren nur die Pfiffe der Gäste zu hören. Was peinlich für die Fanszene der Heimmannschaft ist, aber was erwartet man auch bei einem Verein von Mateschitzgnaden.
Nach der warmen Verabschiedung von den Wienern ging es sonnenbebrillt bei lauem Herbstwetter mit vielen Nürnbergern zu den Autos. Beim nötigen Tankstopp wurde auch gleich Kühlmittel nachgefüllt und nach einer kleinen Rast beim BK wurde nach entspannter Fahrt Nürnberg erreicht. Das Stadion auf der Müllkippe leuchtete an diesem Abend natürlich nicht.
Als Quintessenz dieses Wochenendes sollte ich mein Faible für Rapid hinterfragen oder liegt es vielleicht an dem vorhandenen Spielermaterial??? Mehr Rapid wird es im kommenden Jahr auf jeden Fall geben. Es steht Ried, St. Pölten und vielleicht noch Altach o.ä. auf dem Plan, aber auch eine Reise nach Wien lohnt sich immer...

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