Ein ganz normales Wochenende

von Andreas König

Dank einer positiven Fügung auf Arbeit ging es für mich am Freitag gen Halle, um meine persönliche Drittligabilanz aufzupeppen und den freien Abend mit dem Heimspiel gegen KFC Uerdingen zu verbringen. Dank problemloser Anreise und einem stadionnahen Parkplatz saß ich pünktlich zum Anpfiff im Stadion und harrte der Dinge, die mich an diesem Abend erwarten würden. Eine volle Heimkurve war auf jeden Fall gegeben. Aber ich würde noch mehr sehen. Würden die Ex-Clubspieler Vollath und Maroh beim KFC ihre Klasse zeigen oder helfen erfahrene Erstligaspieler wie Lukimya, Aigner oder Beister beim Ziel Aufstieg doch nicht? Der Gästeblock war wie erwartet nicht ausverkauft und im weiteren Verlauf sollte es sich ergeben, dass einige Zuschauer in den Gästeblock vom Feinsten pöbelten, aber alles zu seiner Zeit.
Flutlichtspiel. Was willst du als Fußballfan anderes? Gesanglich waren die volle Heimkurve schön anzuhören und die Schimpfereien gegen die Gegenspieler um mich herum erzeugten auch einen klassischen Fußballcharme. Der Jubel der Heimmannschaft wurde nach nicht einmal zehn Minuten lauter, als der Schiri zu Recht auf den Elfmeterpunkt zeigte und Bahn den Elfmeter vor der Heimkurve sicher verwandelte. An sich war nach den beiden weiteren Treffern von Fetsch bereits kurz vor der Halbzeit die Messe gelesen. Die Leistung von Rene Vollath und auch seinen Vorderleuten war nicht drittligawürdig und so wurden die Gehässigkeiten v.a. gegen Aigner immer lauter und auch deren Frust stieg mit jedem Gegentor. Im Laufe der ersten Halbzeit kam es auch zu gegenseitigen Pöbeleien von der Geraden in Richtung Gästebereich. Daraufhin postierten sich einige Ordner am Rand zum Gästesektor, aber es blieb weitgehend ruhig. Mitte der zweiten Halbzeit wurde das Spiel aufgrund einer Feuereinlage durch den Heimsektor kurz unterbrochen. Am besten war der verspätete Blinker unter einer hellen Blockfahne. Aus der erhofften Aufholjagd für die Gäste wurde leider nichts, da es am Ende u.a. noch ein sinnloses Foul und einen weiteren Elfmeter inklusive Tor für die Heimmannschaft gab. Ein paar überflüssige Kommentare wie dass die Gäste mit 6-8 Toren hätten abgeschossen werden sollen oder dass das Spielniveau in Liga drei höher wie in Liga eins wäre waren am Ende noch zu hören. Aber da das Wetter deutlich abgekühlt hatte, wollte ich nur noch so schnell wie möglich in mein Auto, was aber wegen einer kleinen Polizeiabsperrung länger dauerte als gedacht. Als ich endlich in meinem Golf saß, wurde erstmal die Heizung hochgedreht und nach einem kurzen Tankstopp ging es gen Nürnberg. Mit dem Ergebnis, dass ich mich auf einem guten Wege befand, was die dritte Liga anbelangt.
Der nächste Tag hielt für mich die nächste Partie mit der Beteiligung eines Ostvereins parat. Im heiligen Max-Morlock-Stadion gaben sich die Brausekicker aus Leipzig die Ehre. Die große Chance für die Führung bot sich gleich in der Anfangsphase mit einem Elfmeter, den Hanno leider an die Latte setzte. Sonst konnten wir immer wieder mithalten, aber dies war auch dem geschuldet, dass Leipzig nicht wirklich gut war. Trotzdem reichte es den Dosenkickern für einen 0:1-Auswärtssieg gegen den Club, was natürlich für Enttäuschung bei mir sorgte, dass es weiterhin nichts mit dem dritten Saisonsieg wurde. Aber nach diesem Spiel war mein Wochenende noch nicht zu Ende, denn am nächsten Morgen ging es in aller Frühe über Wien gen ungarische Grenze. Kurz vor Nickelsdorf – Gegend für das Nova Rock Festival – verließen wir die Autobahn, da wir uns die Maut sparen wollten. Unser Ziel lag praktisch direkt hinter der Grenze im Ort Mosonmagyaróvár. Bei dem dortigen Ligaspiel empfing der Tabellenvorletzte der zweiten ungarischen Liga die rot-schwarz gekleideten Spieler von Dorogi. Auf dem Sportplatz wurde an vielen Ecken deutsch gesprochen, da viele Hopper dieses Spiel genutzt haben, um sich auf die Stadioneröffnung von Slovan Bratislava vorzubereiten, was auch mein Ziel heute Abend noch sein sollte.
Direkt nach dem Kick wurde die Fahrt nach Bratislava fortgesetzt und mit nur wenigen verkehrstechnischen Problemen erreichte ich rechtzeitig das alte Stadion von Slovan in welchem wir auch parken konnten. Diese Möglichkeit ließ ich mir natürlich nicht entgehen, um ein paar Fotos in dem alten Stadion zu knipsen und es zu inspizieren. Allzu viel Zeit blieb mir aber nicht mehr, da der Anpfiff unweigerlich näher rückte. Auch wenn die Gäste boykottierten war das Stadion natürlich ausverkauft und ich wollte mir dieses Spektakel zur Eröffnung inklusive Musik, Lasershow etc. nicht entgehen lassen. Die Show zu Beginn war echt beeindruckend und ließ die Vorfreude ansteigen, um zu sehen, was dann auch alles am Ende auf den Rasen gezaubert wurde. Auf der Heimseite wurde der Schriftzug Ultra von meiner Seite aus vermisst, aber u.a. die „Unsterblichen Wien“, welche eine Freundschaft mit den Hools der Heimmannschaft pflegen standen zentral in der Mitte.
Selbstverständlich durften Pyro und Blockfahnen nicht fehlen, was aber trotz guter Chancen fehlte, waren die Tore. Somit ging es torlos in die Pause und mit der Bezahlkarte bewaffnet, holte ich mir ein Bier und was zu essen. Die Chancenverwertung verbesserte sich jedoch immerhin in der zweiten Halbzeit, zumindest für die Heimmannschaft, die am Ende einen teilweise ungefährdeten Eröffnungssieg feiern konnte und mit 2:0 unter Gesängen und Feuerwerk die Eröffnung abrundete.
Da es mein erstes Spiel in der Slowakei war, kann ich noch nicht sagen, wie es sonst sein wird, aber ich vermute, dass der Zuschauerzuspruch geringer sein wird, wenn a) andere weniger bekannte Gegner auflaufen werden und es sich auch b) normalisiert hat mit dem neuen Stadion. Denn der Zuschauerschnitt in der Liga beträgt gerade mal ein paar tausend Zuschauer je Spiel.

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