Die Invasion der 17.000

von Andreas König

Nach der Fahrt von Palermo nach Catania ging es erstmal ins örtliche B&B. Dank des Eigentümers gab es viele Tipps für den Abend und der nächste Tag sollte mich auf den Ätna bringen. Bei der Bestellung der Pizza waren die Augen größer als der Magen und es ging leider schweren Herzens etwas zurück. Zum Abschluss des Abends wurde noch ein Bier im Ausgehbereich Catanias unter freiem Himmel genossen und die Nacht war dann auch sehr früh zu Ende.
Da das Wetter nicht perfekt mitgespielt hat, habe ich mich gegen eine Besteigung bis zum Ende entschieden und habe nur die Aussicht von knapp über 2000 Metern genossen und bin ein bisschen spazieren gegangen. Es ist irgendwie unwirklich auf einem Vulkan wandern zu gehen und im Winter auf diesem auch noch Ski zu fahren.

Das Ende meines Siziliensaufenthaltes läutete der Flug nach Treviso ein, denn von Mestre ging am nächsten Tag mein Bus nach Klagenfurt, um dort das Cupfinale gegen die Dosen zu sehen. Davor ging es für mich mal wieder nach Venedig, da es leider für das Spiel zwischen Pordenone und Cosenza keine Karten mehr gab. Ein Donnerstag als Finaltag kann auch nur dem ORF einfallen, welches lieber eine Castingsendung am Freitagabend hat, da dort die Einschaltquoten höher sind, als bei einem Cupfinale. Das zeigt schon die Bedeutung des Cups in Österreich. Mit dieser geringen Bedeutung steht Österreich aber nicht alleine da, denn u.a. in Italien ist der Cup auch eher ein ungeliebtes Stiefkind.
Mit befreundeten Wienern ging es nach einem ausgiebigen Mahl eines Cordon rouge – Cordon bleu ohne Marinade – zum Treffpunkt am Minimundus. Die Wolken versprachen nichts Gutes und während des endlos langen grünen Marsches der Hütteldorfer fing es auch an zu regnen. Regen gab es beim letzten Cupfinale der Nürnberger Vereinsgeschichte auch - ob das ein gutes Omen sein sollte, sei erstmal dahin gestellt. Es war eine wahre Demonstration in grün-weiß, die sich in Richtung Stadion auf den Weg machte. So etwas habe ich noch nie erlebt.
Im Stadion angekommen und nach freier Platzwahl wurde auf das Spiel gewartet und die Ränge in der Rapidkurve waren ziemlich schnell voll und auch die komplette Gegengerade glänzte in Grün. Nur der Gästesektor war mit ein paar versprengten Dosenfans gefüllt. Das Verhältnis dürfte bei circa 17.000 Rapidfans zu 1.500 Salzburgfans gelegen haben.
Wie erwartet legte die West ein brachiales Tempo vor und auch die Lautstärke ließ wie erwartet nicht zu wünschen übrig. Das geht immer wieder runter wie Öl, wenn man Teil dieser Kurve sein darf. Spielerisch war die erste Halbzeit mit mehr Chancen für die Gäste anzusehen, aber es ging torlos in die Halbzeit. Die Lautstärke der Kurve konnte nichts stoppen bis jedoch die ungeliebten Gäste in Führung gingen, aber bereits fünf Zeigerumdrehungen später egalisierte Joelinton vor der Rapidkurve das Ergebnis und da war kein Halten mehr und es wurde geschrien und gesungen. Alles Gesinge, Geschreie und Gehüpfe hat aber leider nichts genutzt, denn praktisch mit seiner ersten Ballberührung traf der frisch eingewechselte Lazaro mit einem traumhaften Schuss mitten in das Wienerherz. Die sieben Minuten Nachspielzeit brachten auch keinen Treffer mehr, wobei Schösswendter kurz vor Ablauf noch einen Kopfball genau in die Arme des gegnerischen Tormanns setzt.
So ging es bei nassem Untergrund und mit einem nicht existenten ÖPNV in Richtung Innenstadt. Da ich nicht mit dem letzten Zug zu meiner Unterkunft außerhalb fahren wollte, wurde so lange mit Wienern gefeiert bis der erste Zug fuhr, der aber gleich noch Verspätung hatte. Verspätung sollte mir ein paar Stunden später auch erneut widerfahren. Mein EC nach Venedig hatte aufgrund von Hochwasserschäden am Ende eine Stunde Verspätung, da er auf den SEV warten musste. Zugfahren hat aber doch trotzdem etwas, denn ich habe mich sehr intensiv mit einer Wienerin über Gott und die Welt unterhalten und so verging die Zeit wie im Fluge. Zur Krönung hatte dann auch noch mein Flug nach Bari ein bisschen Verspätung und dem Bodenpersonal von meiner Fluggesellschaft passte mein Gepäck nicht, aber nach ein bisschen Umpacken war auch das geregelt und es ging für ein paar Tage in den Süden und in die Sonne.

Damit ist auch meine Reise zum Cupfinale vorbei und die Saison ist nun auch für mich rum.

Bis bald...

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