Derbytime in Linz

von Andreas König

Nach Rapids Aufstieg ins Cuphalbfinale und des Loses LASK – Linzer Athletik Klub – sollte dieser Gegner natürlich gescoutet werden. Dafür bot sich das Derby in Linz an. Hier trafen LASK und Blau-Weiß Linz gegeneinander, wobei der LASK als Tabellenführer anreiste. Als Appetithappen sollte es vorher aber noch die zweite Mannschaft vom Ruhmreichen in Rosenheim geben. Mit dieser Fahrt konnte wenigstens dem österlichen Schneefall in Nürnberg entflohen werden und es gab teilweise nur strömenden Regen.
Die Mittagspause wurde in einem wunderbaren Gasthaus bei einem mit Obatzda gefüllten Cordon bleu verbracht. So gestärkt ging es ins naheliegende Stadion. Bei den jungen Clubberern merkte man teilweise den mangelnden Eifer und die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig, was dazu führte, dass die Gastgeber vom TSV 1860 Rosenheim mit 1:0 in die Halbzeitpause gingen. Kurz nach der Halbzeit flog Dominic Baumann mit der Ampelkarte vom Platz, aber der daraus resultierende Elfmeter konnte vom Clubkeeper pariert werden, was für Jubelstürme bei den wenigen mitgereisten Clubfans auf der kleinen Holztribüne sorgte. Die Supporters des Heimteams konnten ihre Mannschaft mit ihrem Fahnen- und Trommeleinsatz zu diesem Zeitpunkt nicht nach vorne peitschen, denn der dezimierten Gastmannschaft gelang der Ausgleich. Ein Traumtor vom Schützen des 1:0 sorgte dann zwanzig Minuten vor Ende für die Entscheidung, da beide Seiten, die sich bietenden Chancen nicht nutzen konnte.
Vor der Weiterfahrt nach Linz wurden noch ein paar unliebsame Aufkleber entfernt und bei polnischem Bier verging die Zeit nach Linz wie im Fluge. Leider nahm auch der Regen kontinuierlich zu und die Zeit bis zum Anpfiff verrann schneller als gewünscht.

Linz hat eine lange Geschichte als Stahlstadt, da die VÖEST – Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke – in Linz ihren Hauptsitz hatte und nach der Privatisierung und Zerschlagung entstand darauf die voestalpine AG, die auch weiterhin ihren Hauptsitz in Linz hat.
Dank einer glücklichen Fügung hielt ich mein Ticket für das Stadtderby gerade noch rechtzeitig in den Händen, um die Choreos beider Kurven zu sehen. Wie die Fotos zeigen, ließen sich beide Fangruppierungen etwas Spezielles für die Begegnung einfallen. Dabei wurde auch immer wieder auf die Unterstützung von Leuchtelementen gesetzt, wobei den kompakteren Eindruck die Fans vom LASK machten.
Der Funke vom Publikum, welches sich in meinem Bereich mehrheitlich für den LASK erwärmen konnte, sollte bei strömenden Regen noch nicht auf die auf dem Platz agierenden Spieler überspringen. Die Platzverhältnisse taten dabei ihr übriges. In eine erste Drangphase vom LASK erzielte die Heimmannschaft die Führung und hatte im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit auch mehr Spielanteile. Mit diesem Vorsprung im Rücken ging es in die zweite Halbzeit, in der auch wieder beide Fanlager für optische Highlights sorgten. Durch den nachlassenden Regen wurde das Spiel auch wieder berechenbarer und als fast alle schon mit einem Heimsieg rechneten, konnte kurz vor Ende der Ausgleich erzielt werden, der unter dem frenetischen Jubel der Gästefans wie ein Sieg gefeiert wurde.
Das Spiel wurde mit dem Spruchband „Alle nach Wien!“ von den Gästefans abgerundet. Zwar war das Stadion nur knapp zur Hälfte gefüllt, aber die Damen und Herren im Cateringbereich waren doch ziemlich überfordert.

Meiner Meinung nach sollte sich Rapid vor dem LASK nicht fürchten, aber bei der bisher gezeigten Saisonleistung weiß man bei den Hütteldorfern nicht woran man ist.

Mit diesen Eindrücken ging es zurück nach Nürnberg und der Entscheidung, dass ich nicht nochmal nach Linz zu einem Spiel muss, denn so berauschend war das Alles nicht.
Die einzige Hoffnung bestand nun darin, dass man Rapid in das Cupfinale schreien könnte, aber das ist eine andere Geschichte. Ziel kann es in dem Halbfinale nur sein, dass mit einem möglichen Cupsieg Rapids enttäuschende Saison noch ein positives Ende nehmen würde.

Dazu mehr in einem der kommenden Berichte…


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