Derby dell’Enza – Parma versus Reggiana

von Andreas König

Neben den großen Derbys, wie derby della capitale, della madonnina, della mole, d’Italia, del sole oder lanterna gibt es auch kleinere, aber ebenso hitzige Derbys in Italien. Eines davon ist das Derby dell’Enza zwischen Parma und Reggiana aus Reggio Emilia.
Nach dem hervorragend herausgespielten und frühzeitig gesicherten Klassenerhalt des Ruhmreichen ging es am Sonntag mit dem Wagen in aller Herrgottsfrühe gen Italien. Ein Tagestrip mit einer Gesamtstrecke von 1500 km stand an und dies alles nur für ein Spiel bei dem ich leider auf ein Print@hometicket zurückgreifen musste. Mit der Hoffnung auf gutes Wetter ging es über den Brenner am geliebten Verona vorbei und da begannen auch die Regenfälle, die auch bis Parma nicht aufhören sollten. Dank der frühen Abfahrt war noch genug Zeit, um entspannt einen Parkplatz zu suchen. Beim Spaziergang durch die Stadionumgebung ging es nach einer kurzen Herkunftsnachfrage weiter und es wurden die Mannschaften am Stadion erwartet. Dazu gab es auch einen kleinen Auflauf vor dem Eingang. Einem Derby entsprechend wurden der Bus der Heimmannschaft frenetisch und der Bus der Gäste mit Beschimpfungen empfangen.
Nach dem Spiel habe ich außerdem erfahren, dass die Reggianafans die Polizeikette am Bahnhof versucht haben zu durchbrechen und zum Stadion laufen. Die Bar vor dem Stadion schloss leider recht bald und so konnte ich keinen Kaffee genießen. Also wurde die Stadionumgebung erkundet. Da das Stadion in einem Wohngebiet liegt, war eine Umrundung auch wegen dem Derby am Ende aber nicht möglich.
Nun wurde das Stadion geentert, wobei dort die Kurven traditionell nicht überdacht sind, aber die beiden Geraden und somit saß ich heute im Trockenen.

Eine kleine Anekdote zu dem Stadion, die sich so nur in Italien zutragen kann: Der Neubau der Haupttribüne wurde aufgrund von Geldmangel abgebrochen. Es gab zu der Zeit bereits ein Dach und den unteren Teil der Tribüne. Später wurde der obere Bereich noch mit einer Stahlrohrtribüne ergänzt.

Nach einer kleinen Choreo der Heimkurve, die sich mit den gegnerischen Fans und deren Bedeutung auseinandergesetzt hat, ging es bei anhaltendem Regen los. Die weißen Trikots von Parma waren bei diesem Wetter natürlich nicht sehr lange weiß und Parma erspielte sich von Anfang an ein Übergewicht. Dieses wurde durch einen verdienten Platzverweis für Reggiana bereits in der Anfangsviertelstunde der ersten Halbzeit erdrückend. Jedoch ging es trotz eines Elfmeters für Parma mit einem torlosen Remis in die Pause.
Der Regen wurde noch stärker und so ging der Spielfluss immer weiter verloren. Jeder Pass, Schuss etc. wurde durch das Wasser auf dem Rasen abgebremst. Es spritze, der Ball blieb liegen, also alles andere als die besten Bedienungen für ein Fußballspiel. Meine Serie – kein 0:0 – sollte jedoch halten, denn Parma gelang der mehr als verdiente Siegtreffer. Reggiana konnte auf den Rängen durchaus überzeugen, aber auch die Heimkurve zeigte eine gute Show. Es war somit einem Derby würdig und ich würde es mir auf jeden Fall noch einmal anschauen, aber dafür nicht nochmal knapp 1500 Kilometer fahren.
Zum Abschluss ging es noch in einen örtlichen Supermarkt, um noch ein paar Sachen u.a. Wein einzukaufen. So beladen und gestärkt ging es wieder auf den Weg nach Nürnberg. Trotz Regen kam ich noch zu einer halbwegs passablen Zeit nach Hause, da es entgegen der ersten Überlegungen nicht noch zum letzten Spiel vom Il capitano ins San Siro ging. Leider schmorte er das gesamte Spiel auf der Bank, aber die Roma siegte trotzdem verdient mit 4:1.

Ende diesen Monats geht es für mich aber schon wieder nach Italien. Es stehen der letzte Spieltag der Serie A und Relegationsspiele an. Aber darüber gibt es in einem anderen Bericht mehr zu lesen.

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