Buchrezension: Streunende Köter

von Andreas König

Titelbild

Der Roman „Streunende Köter“ erzählt Geschichten aus zwei Jahrzehnten italienischer Kultur und endet im Frühjahr 2007 nach dem Tod des Polizisten Raciti in Catania und der Flucht von Autoren vor mehr Repressionen nach Lugano in die Schweiz. Auf dieser Fahrt bekommt der Autor mehrere Mails mit Geschichten von unterschiedlichen Gruppen und ihren besonderen Erlebnissen mit dem Fußball. Diese handeln von sehr unterschiedlichen Themen: Ob über Drogen, Gewalt, Repression, Choreos oder einfach geilen Support.

Da der Autor ein Ultra der Viola (Fiorentina) ist, sollte in diesen Zusammenhang erwähnt werden, denn deren Geschichte stellt einen zentralen Baustein dar. Trotz der Fanrivalitäten kommen auch sehr gute Geschichten aus den Fanszenen hinzu, die sich zu dem oben beschriebenen Teilen zusammenfügen.

Es werden u.a. die Geschichten von Heysel, Spagnolo, De Falchi, Paparelli erzählt und die damit in Verbindung stehenden Schlachten, Ereignisse etc.

Diese Geschichten werden in chronologischer Reihenfolge erzählt, aber meist ohne eine Verbindung untereinander und für Leser, die keine Gewalt, Drogenexzesse, Messerstechereien o.ä. vertragen oder darüber lesen wollen, ist dieses Buch nicht zu empfehlen.
Inzwischen ist die Situation durch die Repression soweit, dass es zur Selbstauflösung oder gezwungenen Auflösung von Gruppierungen kam.

Es ist sein interessantes Buch für Leser, die sich von Gewalt, die es ohne Zweifel gab, nicht abschrecken lassen und mal Geschichten, die in der Presse Tod geschwiegen werden, zu lesen und sich auch für schreckliche Ereignisse, die mit Gewalt zusammenhängen, aber zur Entwicklung der Ultras in Italien gehören, zu informieren.

Sehr gut finde ich das vorletzte Kapitel, in dem die Toten geehrt werden, die im Laufe der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg umgekommen sind oder bestimmte einschneidende Ereignisse im italienischen Fußball, wie das Derby des toten Kindes o.ä..

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen.

Zurück