Buchrezension: "Kurvenrebellen"

von Andreas König

Das Buch von Christoph Ruf, einem freien Journalisten, versucht sich dem Thema Ultras mit sehr facettenreichen Einblicken anzunähern.
Er besucht bekanntere Szenen wie CC aber auch weniger bekannte wie die Münster Deviants, um dem Leser ein Bild zu vermitteln, was einigende Elemente sind, aber auch was Themen sind, die die Ultras untereinander differenziert betrachten.
Das Thema Hausbesuche wird dabei u.a. am Bsp. der ACU und Horidos Fürth behandelt, aber auch die Themen Frauen bei Ultras, Polizei, sowie die Problematik des Rechtsradikalismus v.a. in bestimmten Szenen, wie Dortmund und Aachen, sind Inhalt dieses Buches.
Der Autor versucht durch die verschiedenen Aspekte u.a. auch das Thema Politik und der Aktion 12:12 dem Leser die Thematik Ultras näher zu bringen und macht das, wie ich finde sehr gut, denn es zeigt sowohl die negativen Tendenzen auf, aber auch das Positive, welches z.B. im Rahmen der Sicherheitsdebatte viel zu kurz kam und u.a. durch Herrn Wendt nur noch unnötig Öl in das Feuer gegossen hätte.
Wer sich jedoch einen Ausblick o.ä. für die Zukunft wünscht, der ist bei diesem Buch falsch: Es zeigt einfach, wie die Ist-situation ist und wie es dazu kam und dass die Politik und Vereine u.a. im Ruhrgebiet die rechte Gefahr unterschätzt haben. Dabei kommt es in manchen Szenen laut Autor zu einer engen Vermischung von Hools, rechter Szene und Ultras.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch mir neue Einblicke in mir bisher unbekannte Szenen geliefert hat und der flüssige Schreibstil hat dies noch zusätzlich unterstützt. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der sich für die Thematik Ultras interessiert und auch ein paar unbekanntere Szenen kennenlernen will bzw. sich z.B. über das Thema Ultras in Aachen informieren will. Jedoch sollte dieses Buch bei manchen Themen nicht das einzige Buch bleiben.

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