Buchrezension: Die Jugendkultur der Ultras

von Andreas König

Obwohl das Buch bereits 2010 veröffentlicht wurde hat es nicht an Aktualität verloren.
Das in sechs größere Überkapitel aufgeteilte Buch besitzt ein breites theoretisches Fundament, mit dessen Hilfe der Autor versucht das Phänomen dieser Jugendkultur zu erklären und sich diesem anzunähern. Dies gelingt ihm auf eine sehr anschauliche Art und Weise und geht auf verschiedene Prozesse ein.
Die sich anschließenden zwei Kapitel befassen sich mit der Entwicklung der Fußball- und Fankultur und veranschaulichen die bekannte Dreiteilung der Fans u.a. nach Pilz. Damit sind der Kuttenfan, der Normalo und der Hooligan gemeint.
Für die aktuelle Diskussion der Eventisierung räumt der Verfasser genug Raum ein, damit sich der Leser ein Bild davon machen kann, was z.B. auch an Hand der WM 2006 in Deutschland versucht wird fest zu machen.
Auch berühmte Tragödien wie Hillsborough und Heysel finden ihren Platz, da sie auch Auswirkungen auf die aktuelle Situation in den verschiedenen Ländern haben.
Der größte Teil der Studie beschäftigt sich erwartungsbedingt mit dem Thema Ultras und geht darauf sehr detailliert ein u.a. auch auf Tendenzen, die damals noch in der Zukunft lagen, aber die aktuelle Situation zwischen den Fans, Vereinen und der Polizei sehr gut beschreiben. Leider haben sich manche seiner Voraussagen als wahr erwiesen. Ich sage absichtlich leider, da es nach meinem Dafürhalten teilweise eine andere Möglichkeit gegeben hätte, aber nun muss mit der aktuellen teilweise verfahrenen Situation umgegangen werden und diese analysiert und behoben werden.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich diese Studie der Thematik sehr gut annähert, sie sehr gut beschreibt und die Konsequenzen sehr gut veranschaulicht und darlegt, wie sich etwas entwickelt hat und dass man diese Jugendbewegung nicht so einfach übersehen darf oder kann.

Zurück