Buchrezension: Das Wunder von Castel di Sangro

von Andreas König

Der amerikanische Autor Joe McGinniss erzählt in diesem Buch die Geschichte des Wunders der Fußballmannschaft von Castel di Sangro und deren Erlebnisse in der Saison 96/97 in der Serie B.
Der Aufstieg aus der C1 in die Serie B war ein Wunder für dieses kleine abgelegene Dorf in den Abruzzen. Darauf aufmerksam geworden begibt sich der Autor, der bis dahin kein Wort italienisch spricht dorthin und wird dabei auch vom Verein unterstützt. Im Laufe dieser wahren Geschichte schließt er Freundschaft mit dem Trainer, wobei die auch immer wieder in die Krise gerät und mit verschiedenen Spielern. Die Beziehung zum Management und zur Clubführung ist immer wieder schwierig und am Ende nahezu zerrüttet, was sich u.a. der Autor auch selbst zuzuschreiben hat, denn durch fehlendes Fingerspitzengefühl geht hierbei immer wieder das ein oder andere kaputt.
Im Rahmen dieser Geschichte gibt es immer wieder Höhen, wie unerwartete Siege, Niederlagen, Schicksalsschläge, wie tödlich verunglückte Spieler, unfertiges Stadion, Korruption, Mafia etc.. So etwas macht nun einmal eine wahre Heldengeschichte aus.
Das Buch ist schön flott geschrieben und gut lesbar, immer wieder mit ein paar Begriffen auf italienisch und in einer bildlichen Sprache geschrieben, die einen sofort mitreißt, v.a. wenn über das Fan sein und das am Verein verzweifeln geschrieben wird oder man die Aufstellung des Trainers nicht versteht und meint man würde es besser finden. Für Interessenten des italienischen Fußballs und Geschichten, die der Fußball so schreibt mit all seinen Widrigkeiten ist dieses Buch genau das richtige, da es einen in seinen Bann zieht und mit den Protagonisten mitzittert, ob sie la salvezza schaffen oder nicht.

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