Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…

von Andreas König

Im Gegensatz zum einstigen Tag im Mai 2007 ging es dieses Mal nicht zum Pokalfinale ins Olympiastadion, sondern nur in die Niederungen des regionalen Fußballs. Beim ersten Besuch bildete das Spiel bei Union den Rahmen und beim zweiten Besuch zwei Wochen später stand das 11mm Filmfestival im Mittelpunkt der Fahrt.
Am Samstag stand als erstes das Spiel zwischen Viktoria Berlin und Lokomotive Leipzig auf dem Plan. Das Stadion Lichterfelde hat eine wunderbar geschwungene Bauhaustribüne. Im Vorhinein wurde das Spiel als Risikospiel aufgrund der Gästefans eingestuft und es gab ein paar Veränderungen am Einlass, aber am Ende war alles harmlos. Das Einzige wirklich nervige war der Wind, der unablässig über den Sportplatz wehte.
Die erste Halbzeit wurde von Viktoria Berlin dominiert, auch wenn die vielen mitgereisten Gästefans ihre Mannschaft anfeuerten. Zur Mitte der ersten Halbzeit führte der Gastgeber u.a. dank eines Elfmeters mit 2:0 gegen bis dahin noch nicht überzeugende Gäste. Diese konnten sich jedoch innerhalb von ein paar Minuten zurückkämpfen und glichen noch vor der Halbzeit aus. Eine kleine Randnotiz noch zum Elfmeter: Erst nach intensiverem Lamentieren zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt und gab den Elfmeter. Die zweite Halbzeit bot auch wieder schönen Fußball und die Heimmannschaft konnte bereits kurz nach Wiederanpfiff die erneute Führung erzielen, aber wie so oft konnte sie den sprichwörtlichen Deckel nicht drauf machen. Als kurz vor Ende auch noch der Gästetorwart verletzt runter musste und für ihn ein Feldspieler ins Tor musste, da Lok bereits dreimal gewechselt hatte, dachten alle, dass Viktoria das Spiel für sich entscheiden kann. Jedoch glich in der letzten Minute der Gast aus Leipzig aus und damit brachen im Gästeblock alle Dämme. Nach dem Abpfiff war für mich der Tag fußballerisch gelaufen und ich machte mich wieder auf den Weg in meine Unterkunft, um dort nach einer Sporteinheit ein wenig auszuspannen.

Leider war der nächste Tag neben Wind auch von kontinuierlichem Regenwetter geprägt, was mir als Brillenträger natürlich weniger gefiel und der Regen nistete sich auch in den Klamotten fest. Trotzdem ging es zum ersten Spiel Richtung Messe. Dort spielte TUS Makkabi Berlin gegen den TSV Rudow aus dem Süden Berlins. Die Tabellensituation versprach hier eigentlich einen Sieg von Rudow und danach sah es nach einem frühen Tor auch aus. Jedoch bestimmten anschließend die Gastgeber bei leichtem Nieselregen das Spiel und drehten zwischen der 13. und 27. Minute mit drei Toren das Spiel. Auch in der zweiten Halbzeit drückte Makkabi weiter und siegte am Ende mit 5:1. Dabei traf man auch Kollegen aus anderen Fanprojekten, die den Ground kreuzten.
Für mich ging es dann weiter in den Süden Berlins, um dort das Spiel zwischen Türkyemspor und dem 1. FC Schöneberg in der Landesliga zu schauen. Leider spielte Türkyemspor nicht im eigenen Stadion, sondern aufgrund der Witterung auf dem Kunstrasenplatz. Bei einem lockeren Gespräch ließ sich auch der Regen verkraften und die leckere Mahlzeit in der Halbzeit sorgte für ein Lächeln auf meinen Lippen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit und einigen Beschwerden der Zuschauer ging der Gast gleich in Führung. Jedoch konnte der Gastgeber in einer hektischen Schlussphase einen Punkt sichern, v.a. da sie ihre vorherigen Chancen nicht genutzt hatten. Damit war auch der Fußballsonntag in Berlin für mich Geschichte, aber es stand noch das Spiel bei Union an, was jedoch im Gegensatz zu den bisherigen Aufeinandertreffen zwischen Union und dem Ruhmreichen ohne Tor für den 1. FC Nürnberg ausgehen sollte. Also ist die Statistik mit durchschnittlich drei Toren des Ruhmreichen dahin.

Zwei Wochen später brachte mich die deutsche Bahn nach dem mühevollen Sieg gegen den KSC Samstagvormittag zurück nach Berlin. Neben Fußball stand das 11mm Filmfestival im Mittelpunkt. Denn vielleicht findet sich ein Film, der es wert ist, dass er in Nürnberg gezeigt wird. Vor dem ersten Film ging es für mich in Richtung Normannenstraße, um dort in einem wunderschönen Naturstadion Lichtenberg 47 gegen TeBe Berlin anzuschauen. Leider war mir bisher aus zeitlichen Gründen ein Besuch eines Heimspiels von TeBe verwehrt geblieben, aber immerhin konnte ich den TeBe nun schon einmal als Gast besichtigen. Da das Wetter auch noch passte, ließ ich mir bei strahlendem Sonnenschein zu einer Boulette ein örtliches Bier schmecken, welches natürlich nicht an die fränkischen Biere herankam ;-)
Die Gastgeber nahmen in dem Spitzenspiel relativ schnell das Heft in die Hand, um noch die letzte Hoffnung in Richtung Aufstieg am Leben erhalten zu können. Schön zu sehen war dabei, dass viele Familien mit Kindern im Stadion waren und man vollkommen entspannt seine Runde hat drehen können, ohne durch Zäune o.ä. aufgehalten zu werden. Dafür liebe ich einfach den Amateurfußball. Im Anschluss an meinen kleinen Spaziergang ließ ich mich auf den Naturstufen des Stadions nieder und genoss das Spiel und die Sonne. Ein wahrlich herrlicher Nachmittag, der mir durch einen 2:1 Heimsieg versüßt wurde. Leider schafften es die Veilchen, bei denen auch immer wieder Fans mit Schlachtrufen ihre Mannschaft anfeuerten, nicht, ihre Chancen zu nutzen und scheiterten teilweise kläglich.
Den Nachmittag und Abend ließ ich bei verschiedenen Filmen ausklingen, um mich dann am nächsten Morgen in Richtung Spandau auf zu machen. Dort spielte der FK Srbija Berlin gegen den Grünauer BC 1917. Natürlich habe ich mir für diesen Sonntagvormittag ein wahres Schmankerl ausgesucht ;-) Niederklassiger Fußball ist für den neutralen Zuschauer immer wieder eine Schau, wenn das Spielgeschehen etc. kontinuierlich kommentiert wird und du dich genüsslich zurücklehnen kannst. Der Gastgeber konnte zwar die frühe Führung erzielen, jedoch gelang es dem Tabellenvierten das Spiel zu drehen und dank eines Doppelpacks das Spiel mit 2:1 für sich zu entscheiden.
Mit dem Abpfiff machte ich mich auf den Weg zurück in die Stadt, um nach weiteren interessanten Filmen und Gesprächen mich auf den Rückweg ins Frankenland zu machen. Während der Fahrt reifte aber die Entscheidung bald wieder nach Berlin zurückzukehren, denn die Stadt hat immer was zu bieten, sei es Fußball, Kultur oder andere Highlights.

Bis bald Berlin. Wahrscheinlich wird es mit dem Ruf \"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin\" als Fan des Ruhmreichen leider noch ein bisschen dauern ;-)

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