Bericht: Pilsen, November 2012

von Michi Fuchs

Es war ein warmer Samstagmorgen im November als wir mit drei Autos nach Pilsen aufbrachen, um uns dort zuerst einmal den Frust vom Vortag - nach dem mit 2:1 gegen Mainz verloren gegangenen Auswärtsspiel – mit einer gediegenen Runde Paintball von der Seele zu schießen. Nach einigen Problemen bei der Wegfindung durch das kaum erschlossene und nur von schrotflintentragenden, bärtigen Holzfällern bewohnte Umland von Pilsen kamen wir mit leichter Verspätung am ehemaligen Militärgelände an. Die vier Stunden Spielzeit haben uns allen sehr viel Spaß gemacht, was nicht zuletzt daran lag, dass wir zum Abschluss die auf uns folgende –bereits stark alkoholisierte – Junggesellenabschieds-Gruppe (inklusive Bräutigam im Hasenkostüm) mal so richtig wegballern konnten.
Anschließend verließ uns, wie abgemacht,  ein Auto gen Heimat und der Rest bezog das sehr empfehlenswerte Hotel Pilsen. Auch das Nachtleben der Stadt hat uns keinesfalls enttäuscht und nachdem wir einige Bars abgeklappert hatten, sind wir letztendlich auf einem Punk-Konzert versumpft. Die einheimischen Rocker waren auch sehr aufgeschlossen und hinterließen Basti sogar ein kleines Gastgeschenk.
Am nächsten Tag stand dann eigentlich das Spiel auf dem Programm. Die letzte Nacht erwies sich dann aber für die meisten doch als zu ausufernd, sodass am Ende nur noch Hannes und meine Wenigkeit zurückblieben, um auf den Anpfiff um 20 Uhr zu warten.
Wir nutzen die Zeit, um uns die viertgrößte Stadt Tschechiens auch bei Tag anzuschauen. Natürlich durfte die Besichtigung der weltberühmten Plzeňský Prazdroj Brauerei (u.a. Pilsener Urquell, Gambrinus, Radegast) nicht fehlen, wobei hier neben der Bierprobe besonders die unmotivierte Führerin auffiel.
Schließlich kamen wir gegen 16 Uhr am Stadion an, wo wir das Glück hatten, erst die Mannschaft von Viktoria Pilsen beim Abschlusstraining zu sehen und im Anschluss das ganze Stadion allein für uns zu haben, um ein paar Erinnerungsfotos zu machen (Besonderer Dank hier an die jederzeit aufmerksamen Ordnungskräfte).  Wieder außerhalb der Arena, kamen wir mit einigen lokalen Fans ins Gespräch und wurden schließlich in die Fankneipe eingeladen. Dort angekommen wurden wir freundlich begrüßt, tauschten viele Geschichten aus und lernten auch einige höherrangige Mitglieder kennen. Allerdings hatten dann wohl doch nicht alle positive Erfahrungen mit Nürnbergern gemacht und schließlich haben wir uns zu unserer eigenen Sicherheit dazu entscheiden, die Kneipe zu verlassen.
Im Stadion jedoch trafen wir einen –uns bereits bekannten, älteren - Fan wieder, der uns zu sich in den Block (direkt hinter dem Tor, inmitten der Pilsener Fanszene) einlud. Damit nicht genug wurden wir auch noch mit Schals und Mützen ausgestattet. Die Stimmung war während des kompletten Spiels (aber auch vorher und v.a. nachher) absolut atemberaubend, wozu natürlich auch der vollkommen verdiente 3:0 Sieg der Heimmannschaft beitrug. Nach Abpfiff wurden wir dann wiederum in eine (allerdings andere) Kneipe eingeladen und konnten dies freilich nicht ausschlagen. Hierbei ergab sich uns dann die Gelegenheit noch weitere illustre Persönlichkeiten der Pilsener Szene kennenzulernen und als wir um 3 Uhr morgens endlich aufbrachen, verblieben wir mit dem Vorsatz (zumindest im kleinen Kreis) in Kontakt zu bleiben.  Der Weg zum Auto ging nicht ganz ohne Zwischenfälle von statten, aber zumindest ich als Fahrer habe es ohne körperliche Beeinträchtigungen geschafft. Auf dem Weg zurück ins Frankenland wurden wir natürlich nicht von einer Kontrolle der deutschen Polizei um ca. halb 5 Uhr in der Früh verschont. Hierbei mussten wir aussteigen, mein komplettes Fahrzeug wurde ausgeräumt und von vorne bis hinten durchsucht. Die beiden Beamten outeten sich dann noch als Sechzger Fans, waren aber ansonsten relativ kulant und nach 45 Minuten konnten wir auch endlich weiterfahren.
Zusammenfassend wieder eine sehr gelungene Fahrt mit der Erkenntnis, dass man der Stadt Pilsen und dem Club Viktoria in der Zukunft sicherlich nochmal den einen oder anderen Besuch abstatten wird!


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