Über Emporkömmlinge

von Kiff

Die Saison schien schon fast vorüber. Ein paar Spiele noch wird der Ruhmreiche seine Fans jetzt zur Geduldsprobe zwingen. Dieses Wochenende stand Würzburg das Vergnügen zu, die rot-schwarzen Horden zu empfangen. Bei nur einer Stunde Fahrt hätten es wohl auch sicher doppelt so viele Glubbfans sein können, hätten sie denn auch Platz im Stadion gehabt.

In kleiner Besetzung brachen die Killer Devils aus Nürnberg und Ansbach mit dem Zug auf. Die Zugfahrt verlief ereignislos – wohl auch weil ich einen Kater zu schonen hatte. In Würzburg angekommen marschierten wir zum Marktplatz und trafen uns schließlich im Pulk. Nach einem kleinen spezialeffektgeladenen Photoshooting ging es auch schon los. Die Stimmung auf dem Weg hat richtig Lust auf mehr gemacht. Ich hatte außerdem eine erlesene Auswahl Aufkleber dabei und Spaß daran die Stadt zu verschönern. Der April zeigte sich wieder gnädig und so wurde es zu einem ausgelassenen Spaziergang am Main. Auch das Boot vom SC wurde freudig begrüßt.

Unter den Augen eines gewohnt überdimensionierten Polizeiaufgebots überquerten wir den Main und waren am Sportplatz. Die Flutlichtmasten waren auch schon an. Der Einlass war äußerst zäh, da die Karten mit der Hand gescanned und wir richtig befummelt wurden. Negativ sind mir dabei die Ordner aufgefallen, als sie meine selbstgemachten Böreks verschmäht haben. Also mussten wir sie kurzerhand selbst auffuttern.

Drinnen erwartete uns charmelose Rückständigkeit. Verpflegung gab‘s aus dem Käfig gereicht in Futternäpfen und die Tribüne war ein hässliches Blechgestell. Nachdem wir ein aussichtreiches Eckchen bezogen hatten, ging auch so langsam der Kick los.

Das sah auch zunächst schon mal gar nicht so schlecht aus. Da war Druck und sogar etwas Torgefahr. Die Würzburger versuchten sich im laut sein, aber man hielt ganz gut dagegen. Der Sinn ihres Transparents erschloss sich mir nicht. Aber dann kam es doch wieder wie immer. Einen Patzer später lagen wir 1:0 hinten. Doch die Glubberer ließen sich nicht unterkriegen. Angepeitscht vom nicht versiegenden lautstarken Support auf den Rängen legten sich alle Elfe ins Zeug und spielten die Kickers schwindlig. In der zweiten Halbzeit dann endlich der hart erkämpfte Ausgleich zu einem mehr als verdienten 1:1 Endstand.

Und so nahte auch wieder das Ende dieses Fußballsonntags. Mit dem Bus ging es in Windeseile zurück zum Bahnhof und dann mit dem Zug über grüne Felder heim.

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