Balkanbustour

von Andreas König

Für die Länderspielpause im März hatte ich eine längere Tour auserkoren. Da die Serie B in Italien seit dieser Saison in der Länderspielpause nicht mehr spielt, schaute ich mir dann doch die Länderspiele an und kreierte mir mit meinen Geographiekenntnissen und mit Hilfe des Internets eine Route, die mich in sechs Tagen durch sechs Länder bringen sollte. So eine „krasse“ Tour hatte ich mir noch nie ausgedacht und glücklicherweise war ich bei der Tour auch nicht komplett alleine. Bereits frühzeitigmusste ich folgende Fortbewegungsmittel ausschließen: Flugzeug und Auto. Da Zug auch kaum möglich war, blieb nur der Fernbus, der das beliebteste Fortbewegungsmittel auf dem Balkan ist, wie ich während der Tour gemerkt habe, aber dazu später mehr.
Aufgrund der Komplexität ging ich systematisch vor und buchte als erstes jeweils den Transport von A nach B, nachdem ich jegliche weitere Reisemöglichkeiten abgecheckt hatte und ich meinen Rahmen mit dem Rückflug aus Skopje gezogen hatte. So entwickelte sich im Laufe der Zeit ein komplexer und stringenter Plan mit Busverbindungen, Übernachtungen und Spielen inklusive der teilweise sehr schwierigen Ticketbeschaffung, da die Verbände weder auf Facebook noch auf Anfragen via E-Mail geantwortet hatten. Als alles stand, konnte es an einem Mittwochabend nach ein paar Feierabendbier und einer leckeren Brotzeit im Bruderherz per Flixbus durch die Nacht in knapp über 9 Stunden gen Zagreb gehen. Im Rahmen der Buchungen standen gleich zu Beginn zwei Nachtfahrten auf dem Plan, welche mir ein paar Bauchschmerzen bereiteten. Meine Schlaferfahrungen in Reisebussen waren nicht sehr riesig und die Furcht vor vollen Bussen lastete auf meinen Schultern. Die Befürchtung stellte sich jedoch im Laufe der Tour als unbegründet heraus, denn bereits im ersten Bus konnte ich es mir in einem Doppelsitz bequem machen und mich so reindrehen, dass ich im Laufe der Nacht immer wieder schlafen konnte, wobei an ein Durchschlafen natürlich nicht zu denken war. Die beiden Stopps auf der Fahrt nach Zagreb waren Regensburg und Graz und erst an der Grenze zu Kroatien war ich wieder wach und nach einem kleinen Aufenthalt außerhalb des Busses, um den Grenzübertritt zu Fuß zu absolvieren, ging es auf die letzte Etappe gen Zagreb. Dort standen wir vor der ersten Herausforderung, die wir aber zügig geklärt bekamen und wir konnten unser Gepäck im um die Ecke liegenden HBF einsperren. Gleichzeitig ging auch die Finanzplanung für den ersten Stopp los, um nicht zu viel Divisen auf die weitere Tour mitzunehmen. Frohen Mutes und dank der Sonnenstrahlen auch bei gutem Wetter ging es gen Stadtzentrum. Bei dem Spaziergang konnte ich die ersten positiven Eindrücke des Frühlings und der örtlichen Archetektur der früheren Herrscher der Gegend in mich aufsaugen. Nach einem Kaffee und einem ersten regionalen Bier in einer kleinen Bar wurde die Erkundung fortgesetzt und der Hausberg mit der Altstadt sollte das nächste Ziel des Spaziergangs werden. Dank des wunderbaren Wetters sprühte ich nur vor Energie und genoss den Spaziergang und den Ausblick auf die Stadt herab und die Zeit verging wie im Fluge. Nach einer kleinen Pause machten wir uns an den Abstieg, um nach weiteren bedeutenden Örtlichkeiten noch die Seele bei Bier, Wasser und Sonne baumeln zu lassen. So gestärkt ging es per Tram zum Stadion. Da ich bisher noch kein Ticket für das Spiel hatte, fahndete ich am Dinamo Zagrebstadion erst einmal nach dem Tickethäuschen, da ein Onlinekauf nur für Kroaten möglich war. Im Nachhinein sollte sich meine Befürchtung bzgl. eines Ticketproblems vor dem Stadion als haltlos herausstellen. Jedoch wurde mein Ticket für das Spiel mit Hilfe meines Ausweises personalisiert, was aber am Eingang gefühlt kaum jemanden interessierte. Der heutige Gegner des Vizeweltmeisters bildete mit Aserbaidschan aber auch wahrlich keinen Hochkaräter, der die Fans hinter dem Ofen hervorlocken würde. Im Laufe des Nachmittags und frühen Abends ließ sich auf den Straßen wenigstens immer mehr erkennen, dass an dem Abend ein Spiel stattfinden sollte, denn Leute in Trikots etc. strömten gen Stadion. Selbstverständlich machte auch ich mich rechtzeitig auf den Weg gen Einlasskontrolle. Schließlich handelte es sich um ein EM-Qualispiel und der Vizeweltmeister bat zum Kräftemessen. Entgegen meiner Erwartung entpuppte sich die Einlasskontrolle als weniger schwierig, wie vermutet. Noch fix meinen Platz gesucht und schon harrte ich der Dinge, die auf mich zu kommen würden. Immerhin hatte ich von meinem Platz aus einen fast perfekten Blick auf den Gästebereich auf der Haupttribüne im Oberrang. Leider ist das gesamte Stadion nicht überdacht, was natürlich bei Regen durchaus dazu führen kann, dass keiner oder nur wenige Leute kommen. Auf meiner Tribüne lag auf jedem Platz eine Folie aus, was bedeutete, dass es in meinem Bereich eine Choreo gab. Die Motivation und auch die Ausdauer der Fans hielt aber auch nicht sehr lange, denn ziemlich zügig gingen die Folien wieder runter, damit die Leute auch was vom Spiel etc. sehen konnten. Selbstverständlich wurde leidenschaftlich und inbrünstig bei der Hymne mitgesungen, hierbei war ich der einzige der dabei nicht mitsingen konnte. Darauf angesprochen wurde ich jedoch nicht.
Der Gastgeber war als Favorit für diese Begegnung gesetzt, aber das ist nach dem vergangenen Jahr auch nicht überraschend und Wunder konnte man noch nie von den Gästen erwarten.
Ein interessanter Nebenaspekt stellt vielleicht die Trainerpersonalie dar. Beide wurden im gleichen Jahr – 1966 – geboren und der Gästetrainer Jurčević ist sowohl Extrainer- und Spieler von Dinamo Zagreb als auch gebürtiger Zagreber. In seiner Spielervita spielte er auch zwischen 1995 und 1997 für den SC Freiburg bevor er seine Karriere bei dem Vorläufer der Brausetruppe aus Fuschl am See beendete.
Trotz des erfolgreichen vergangenen Jahres hatte das Spiel der Gastgeber noch nicht den Zug drauf, den ich eigentlich erwartet hatte. Sie spielten behäbig und versuchten die Dinge spielerisch bzw. auch extra schön zu lösen. Daraus resultierend fiel auch nach knapp 20 Minuten der Führungstreffer für die Gäste, die eine ihrer wenigen Chancen nutzen konnten und die im kleinen Fanmob überschwängliche Freude auslösten. Wahrscheinlich hofften sie sofort, dass das Spiel gleich abgepfiffen werden würde. Überzeugend würde ich die Leistung der Gastgeber nicht nennen, aber kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel der umjubelte Treffer für die Heimmannschaft. Dies setzte natürlich noch einmal zusätzliche Energie frei und die Pfiffe bzw. den Unmut auf den Tribünen wurde ein wenig gedämpft. Zufrieden war aber keiner. Selbst ein Unentschieden wäre für die Gäste noch ein Coup gewesen, was jedoch leider nicht hatte sein sollen, denn Kramarić erzielte den Siegtreffer für die mit Toppspielern wie Vida, Perišić, Rakitić oder natürlich Modrić gespickten Gastgebermannschaft. Da die zweite Nachtfahrt bereits um 23 Uhr anstand, wurden während der zweiten Halbzeit zwangsweise die Pferde gesattelt und per Taxi ging es gen HBF, um dort unser Zeugs zu schultern, um dann vom Busbahnhof weiter gen Sofia zu fahren. Zwischen drinnen überkam mich eine kleine Panik bzw. Unsicherheit, ob es auch der richtige Bahnhof sei, aber das konnte zügig geklärt werden und auch rechtzeitig fuhr unser Bus gen Sofia ein, der die Linie zwischen Florenz und Sofia regelmäßig bedient. Klar hatten wir auch hier wieder Zwischenhalte, aber auch erneut das Glück, dass der Bus nicht so voll war, dass jeder nur einen Sitz hatte. Eingekuschelt und eingebaut ging es durch die Nacht und der wohlverdiente Schlaf hatte mich immer wieder übermannt, was aber auch gut war.
Die Fahrt sollte 12 Stunden dauern und hierbei ist noch eine Stunde Zeitverschiebung eingebaut. Der einzige Zwischenhalt war Belgrad, welches wir im weiteren Verlauf der Tour auch noch anfahren würden. Die nächtlichen Grenzkontrollen inklusive dem vor dem Bus stehen gingen uns im Laufe der Fahrt in Fleisch und Blut über. Verschlafen in einer kühlen Nacht zu verbringen und zu warten, war beileibe nicht immer ein Zuckerschlecken, aber ausgesucht hatte ich mir diese Tour schließlich so. Wie bei der ersten Nachtfahrt klappte auch hier alles zeitlich wie am Schnürchen, wobei wir sogar ein wenig früher in Sofia am Busbahnhof ankamen. Zwei Nachtfahrten lagen hinter uns und da unser Hotel nur wenige Hundertmeter vom Busbahnhof entfernt war, marschierten wir dorthin, um etwas früher einzuchecken und ein wenig die Beine hochzulegen und sich zu duschen. Die Karten für das Länderspiel zwischen Bulgarien und Montenegro hatten wir ausgedruckt dabei, womit auch ein mögliches Anstehen am Stadion entfiel. Ausgeruht und motiviert wurde der Weg gen Stadtzentrum eingeschlagen und dank einer glücklichen Fügung gab es um die Ecke gleich ein traditionelles Restaurant, welches natürlich geentert wurde. Der positive Nebeneffekt der früheren Ankunft war, dass kaum Gäste dort waren und wir uns entspannt einen Platz aussuchen konnten. Neben einem Bier, einem Shopskasalat, einem Rakija wurde ein leckerer Fleischspieß serviert. Seit meinen Erlebnissen in der Ukraine im Februar letzten Jahres, sowie der WM in Russland ist in mir eine Liebe für die osteuropäische Küche entstanden. Der Rakija wurde stilecht und traditionell zum Essen gereicht. Nach diesem exzellenten Mahl und einem Blick auf die Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Stadtzentrum, um von dort dann zum Stadion zu gelangen. Um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen legten wir den Weg zu Fuß zurück. Das gut ausgebaute Tramnetz lief auf teilweise sehr maroden Gleisen und wer bereits beim Anblick von alten Trams in Prag nostalgische Gefühle bekommt, sollte mal nach Sofia fahren. Bei einem Spaziergang durch die Straßen lässt sich die kommunistische aber auch die vorherige Historie erleben. Wäre mehr Geld vorhanden, ließe sich weit mehr aus der Bausubstanz und der gesamten Infrastruktur machen, aber diese Erkenntnis ist ja nichts Neues. Teilweise sind alte Gebäude schon wunderbar restauriert. Auch gibt es immer wieder Bereiche, die einen Blick in die Geschichte gewähren, in dem man die alten Mauern, die unter dem aktuellen Sofia liegen, frei gelegt hat und man durch diese Überreste hindurch wandern kann. Die Mischung aus verschiedenen Epochen, Baustilen etc. finde ich immer wieder beeindruckend und lädt zum Kopfkino über vergangene Zeiten ein. Mit diesen Eindrücken bewegte ich mich gen Stadion, wobei ich auch noch an einer kleinen AntiEU/DEU/ITAdemo vorbeikam, aber das waren nur eine Handvoll Menschen. Nach einem Bier wurden die letzten Meter durch einen wunderschönen Park zurückgelegt. Von dort hatte man einen wunderbaren Blick auf die schneebedeckten Berge Sofias, was bei dem Wetter ein wirklich schöner Anblick war. Trotz mangelnder Sprach- und Lesekenntnisse wurde ziemlich schnell der richtige Eingang und Block gefunden. Jedoch herrschte gähnende Leere auf den Rängen, als ich das Spiel knapp 40 Minuten vor Anpfiff betrat. Immerhin zeigten sich schon einige Montenegriner im Gästeblock, der auch mit einigen Fahnen behangen war. Unsere Tribüne füllte sich zusehends, je näher der Anpfiff rückte und auch die bekannten Tütchen mit Kürbis- oder Sonnenblumenkernen wurden geöffnet und man genoss es die Innereien der Kerne im Mund herauszufischen und die Reste auf den Boden zu spucken. Dieser Technik nicht ganz gewachsen, tue ich mich bei dem Genuss der Kerne immer wieder ein wenig schwer oder esse die ganzen Kerne, was vielleicht auch nicht immer die beste Entscheidung ist, aber bisher habe ich es zumindest überlebt. Die glorreichen Zeiten des bulgarischen Fußballs sind leider schon vorbei. Die Zeiten eines Trifon Iwanow†, Krassimir Balakow, Jordan Letschkow, Emil Kostadinow oder Christo Stoitschkow, die u.a. 1994 bei der WM Deutschland im Viertelfinale aus dem Turnier warfen, sind definitiv passé. Mit Ludogorez Rasgrad spielte auch nur eine Mannschaft aus Bulgarien im internationalen Geschäft nach der Qualifikation mit, schied jedoch in einer Gruppe mit Bayer Leverkusen, FC Zürich und AEK Larnaka als Gruppenletzter aus. Die Zeiten der Sofiaer Vereine sind auch aufgrund mangelnder finanzieller Mittel aktuell vorbei und fraglich, ob sie jemals wieder kommen werden. Dies ist aber eine andere Geschichte.
Das junge Land Montenegro bringt immer wieder internationale Fußballspieler hervor, die auch für Wirbel sorgen, aber den großen Superstar gibt es aktuell in der Mannschaft nicht. Vor dem Spiel hätte ich die Gäste als Favoriten eingeschätzt und so traten sie auch auf. Wobei ich in der Gruppe mit England, Kosovo, Montenegro, Norwegen, Tschechien und Zypern die Bulgaren eher in der hinteren Hälfte der Gruppe einordnen würde. Ob dies am Ende so sein wird, werden wir am Jahresende sehen. Qualitativ wurde uns Zuschauern zwar kein Leckerbissen gewährt und die Ballverluste etc. waren zahlreich. Trotzdem empfand ich es subjektiv so, dass die Gäste mehr vom Spiel hätten. Beide Seiten konnten ihre Chancen aus verschiedenen Gründen nicht nutzen. Weswegen es auch folgerichtig torlos in die Kabine ging. Der Pausentee der Gäste muss neben den Worten des Trainers jedoch Wunder bewirkt haben, denn kurz nach der Halbzeit gingen sie verdientermaßen in Führung. Der Druck der Gastgeber stieg kontinuierlich an und die Gäste versäumten es den berühmten Sack zu zu machen und wurden dafür dann vom französischen Unparteiischengespann bestraft: Denn diese verlegten ein Foul, welches außerhalb vom Strafraum sich zugetragen hatte, in den Strafraum. Proteste gegen diese Entscheidung waren selbstverständlich fruchtlos, so dass die Gastgeber dieses Geschenk dankend annahmen und den Elfmeter verwandelten. Da keine weiteren Tore mehr fielen, blieb es bei dem Unentschieden, welches gefühlt den Gastgebern mehr gab, als den Gästen, die eher den Sieg verdient gehabt hätten. Mit ein paar Hopfenkaltschalen und Naschereien machte ich mich auf den Weg in unser Hotel, um dort bei einem letzten Bierchen den Abend ausklingen zu lassen und endlich mal wieder eine Nacht in einem Bett zu verbringen. Das Duschen erledigte ich selbstverständlich auch noch vorher, wobei es keine Duschwanne in unserem Bad gab, sondern in der Mitte nur einen kleinen abfallenden Bereich, in dem sich dann das gesamte Wasser in den Ausguss ergießen sollte. Somit bestand die Gefahr einer Badüberschwemmung, was aufgrund eines fehlenden Duschvorhang im Bereich des Möglichen lag. Ausgeschlafen und motiviert ging es am nächsten Morgen zurück zum Busbahnhof, da die nächste sechsstündige Fahrt anstand.
Dieses Mal ging es „zurück“, denn das nächste Reiseziel inklusive Zeitverschiebung war Belgrad, wobei die Toilette in unserem kleinen Bus eher nicht zur Benutzung einlud, was die Pausen umso wertvoller machte. Die zwischenzeitliche Befürchtung eines gravierenden technischen Defekts stellte sich als halbwegs unbegründet heraus, denn es wurde nur einmal kurz auf einem Parkplatz der Motor neu gestartet und es wurde noch einmal extra getankt. Der Grenzübertritt dauerte leider etwas länger, so dass wir bei diesem wunderbaren Wetter etwas Verspätung hatten, was dazu führte, dass wir nicht mehr ganz pünktlich dort ankommen würden. Kaum hat man den Bus verlassen, wurde man bereits von Taxifahrern umlagert, die einem eine Tour anboten, was ich natürlich dankend abgelehnt hatte. Aber zuerst deponierten wir unser Gepäck in einer Aufbewahrungsstätte im Busbahnhof, welcher neben dem alten, inzwischen aufgegebenen, Kopfhauptbahnhof liegt. Schnell Geld abgehoben und ein Taxi herangewunken und schon ging es zum Stadion von OFK Belgrad, welche inzwischen nur noch in der Stadtliga spielen, aber noch ein sehr imposantes weitläufiges Stadion ihr Eigen nennen. Leider nagt aber auch der Zahn der Zeit an diesem Stadion, weswegen nur noch eine Tribüne nutzbar ist. Die Graffitis im Umfeld des Stadions sind dagegen sehr gelungen und auch künstlerisch sehr ansehnlich. Nach der letzten Teilnahme in der Europa League in der Saison 2010/11, welche in der dritten Qualirunde durch Galatasaray Istanbul beendet wurde, ging es kontinuierlich bergab. Trotz des heruntergekommenen Stadions verströmte es einen Charme, dem ich durchaus verfallen bin, da ich solche alten Kisten mag und sie sich in meinen Augen positiv von dem modernen Einheitsbrei abgrenzen. Pünktlich mit dem Führungstreffer für die Gäste betrat ich das Stadion und genoss die Sonne und das Spiel, was natürlich nicht den höchsten Weihen des Fußballs entsprach. Wie erwartet gab es in dem Stadion keine Möglichkeit sich mit Getränken o.ä. einzudecken, so mussten die bekannten Kerne, die man am Einlass oder bei einem fliegenden Händler ergattern konnte, reichen. Buchlesend und die Sonne genießend verbrachte ich die Halbzeit und freute mich einfach über das herrschende Wetter. Die Gäste dominierten auch die zweite Halbzeit und auch verschiedene Angriffsversuche der Gastgeber konnten pariert werden, womit man am Ende verdientermaßen mit 3:0 als Gast heimfahren konnte. Nach einem kleinen Durstlöscher in einem nahegelegenen Restaurant, wurde per Tram gen Busbahnhof gefahren. Dank einer App erfolgte die Rückfahrt reibungslos und die freundliche Tramführerin schenkte uns erstmal noch eine kleine Aufmerksamkeit und verkaufte uns nach einer Kommunikation mit Händen und Füßen auch noch zwei Biglietts für die Tramfahrt. Während der Rückfahrt vereinbarte ich auch noch ein Treffen mit einer guten Freundin aus gemeinsamen Zeiten in Verona. Nach über fünf Jahren haben wir uns dann am Abend wiedergesehen. Unser Quartier bot leider nicht genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass wir nur im Nebenbau waren und deswegen im Keller unser kleines Zimmer hatten, was aber für die eine Nacht in Belgrad reichte. Dank der Freundin erfuhren wir noch einiges über Belgrad und ich bin mir sicher, dass ich dieser Stadt noch einmal einen längeren Besuch abstatten werde und dann auch noch intensiver in das berühmte Nachtleben eintauchen werde. Es gab dann noch ein gemütliches Essen in einem der vielen Restaurants, in denen man v.a. am Wochenende bzw. Samstagabend eine Reservierung braucht, denn sonst ist man komplett aufgeschmissen. Eine exzessive Nacht sollte es dieses Mal jedoch nicht werden, da die vergangenen Tage und Nächte mir noch ein wenig in den Knochen lagen und wir bereits am nächsten Morgen zu unserer nächsten Etappe Ljubljana aufbrechen sollten. Bei einem genaueren Blick auf unser Busticket fiel uns auf, dass wie bei Ryanair kein Gepäck im Preis inklusive gebucht hatten. Dies wäre dann am Bus zu bezahlen, aber vorher hieß es erstmal auf den Abfahrtssteig zu kommen, was sich leider als etwas komplizierter herausstellte, als gedacht. Rechtzeitig und mit genügend Zeitpuffer wurde der Busbahnhof aufgesucht, aber beim gewünschten Betreten des Abfahrtbereichs wurden wir abgewiesen, da wir keinen Jeton besaßen, welcher uns den Zutritt zum Abfahrtsbereich und Steig erlaubt hätte. Also einmal außenherum laufen und mit den letzten Scheinen der Landeswährung den Schein ziehen und ab durch die Kontrolle. Alles ordentlich beglaubigt und abgestempelt bekommen und ab zum Steig. Soweit so gut. Wie oben benannt war unser Gepäck nicht im Preis inbegriffen und da die Geldreserven in der Landeswährung aufgebraucht waren, wurde wieder auf das Verständigung mit Händen und Füßen zurückgegriffen, da auf der einen Seite keine Englischkenntnisse und auf der anderen keine Kenntnisse der Landessprache vorhanden waren. Nach kurzem Hin und her erfolgte mit einem Nicken die Zustimmung den Rucksack und Tasche mit in den Bus zu nehmen. Auch auf dieser Fahrt gab es genug Sitzplätze, so dass ich wieder entspannt einen Doppelsitz für mich und mein Gepäck hatte. Lesend, Biertrinkend und dösend verbrachte ich die Fahrt gen Slowenien. Im gestrigen Bus war die Toilette wenigstens noch offen, aber dieses Mal leider nicht und auf Nachfrage wurde sie auch nicht geöffnet, was zur Folge hatte, dass die jeweiligen Pausen intensiv ersehnt wurden.
Aufgrund von ausreichendem Puffer in unserem Zeitplan waren die paar Minuten Verspätung in Ljubljana kein schwerwiegendes Problem. Die kommende Nacht sollte in einem ehemaligen Knast verbracht werden, welcher inzwischen dank verschiedener Künstler etc. zu einem Hostel (http://www.hostelcelica.com/) umgebaut worden war. Das Setting darum erinnerte mit den ganzen Graffitis ein wenig an Christiania in Kopenhagen. Zwar wurden keine Drogen o.ä. verkauft, jedoch war das Flair ähnlich gelagert. Bereits während des Check-ins liefen wir unabsichtlich mehrmals durch eine englischsprachige Produktion, die in den Räumlichkeiten des Hostels stattfand. Zum Sightseeing ging es nach einer kurzen Dusche direkt in die historische Altstadt, um dort u.a. auch auf die nordmazedonischen Fans zu treffen und dieses Mal ohne Geldwechseln o.ä. einen Happen bei einem lokalen Bier zu sich zu nehmen. Das Stadtzentrum strahlte die historischen Wurzeln aus und konnte u.a. die architektonische Vergangenheit in der k und k Monarchie nicht verhehlen. Motiviert ging es gen Stadion, welches rechtzeitig erreicht wurde. Das dort zu Promotionzwecken gereichte 0,0 volumenprozenthaltige Radler der Unionbrauerei verkürzte wenigstens die Wartezeit am Einlass, aber wie alle bisherigen Spiele war auch das Spiel zwischen Slowenien und Nordmazedonien nicht ausverkauft, was aber auch nicht weiter verwunderte. Bei einem Blick auf die Kader der beiden Mannschaften fielen einem natürlich ein paar Namen in die Augen. Die Gastgeber konnten auf den Rückhalt der Los Rojiblancos in Persona von Jan Oblak, Josip Ilicic und Jasmin Kurtic zurückgreifen, was zeigt, dass die einheimische Ausbildung durchaus so bekannt ist, dass sie über Landesgrenzen bis in die Belletage der verschiedenen Länder reicht. Zwar spielt kein Ciric aktuell bei den Gästen, aber ein großer Name mit Goran Pandev schnürt weiterhin seine Fußballschuhe neben seiner Karriere beim CFC Genua 1893, dem ältesten Fußballverein Italiens, auch weiterhin für die Nationalmannschaft von Nordmazedonien. Im Laufe seiner langen Karriere absolvierte er über 100 Länderspiele für seine Heimat. Die Hoffnung, dass ich bei der Tour auch weiterhin keine torlose Partie erleben würde, war durchaus berechtigt, da beide Länder Chancen in der Gruppe hatten. Neben den beiden Kontrahenten komplettieren Israel, Lettland, Österreich und Polen diese Qualigruppe. Wobei Österreich an diesem Spieltag in Israel gegen die von Andreas Herzog trainierten Israelis 4:2 unterlagen und dabei auch der Exclubspieler Almog Cohen auf dem Platz stand. Aber nun zurück zum Spiel. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe, wobei es durchaus auch immer wieder rassig zuging und auch der ein oder andere Spieler sich eine Verwarnung abholte. Die statistischen Vorteile lagen bei den Gastgebern, aber sie konnten ihre besseren Werte erst bei einem sehr gut vorgetragenen Angriff mit der Führung belohnen. Daran änderte sich auch nichts mehr bis zur Halbzeit. Bei Marzipankugeln und einem Bier ließ ich es mir gut gehen. Vorher bin ich jedoch noch ein wenig durch das Stadion gewandert. Natürlich war ein Betreten des Gästeblocks nicht möglich, aber dieser Spaziergang durch das Stadion gab mir verschiedene Blickwinkel auf das Spiel und auch auf die Zuschauer. Es gab auch immer wieder kleine Fangesänge und auf einer Hintertortribüne waren auch Fans mit Trommeln, die ihre Mannschaft unterstützten. Leider konnten die jungen Fans, so sah es zumindest von meinem Platz aus, nicht alle Leute in ihrem Umfeld immer dazu bewegen ihre Mannschaft zu supporten. Der Support an sich war auch eher spontan. Mit dieser knappen Führung verließen beide Mannschaften den Rasen und die Gäste kamen frischer und engagierter aus der Kabine. Und ihnen gelang bereits in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff der Ausgleichstreffer. Trotz mehrerer Chancen auf beiden Seiten konnten von den Fans keine weiteren Tore bejubelt werden. Enttäuschung machte sich trotzdem nicht wirklich breit. Die Fahnenparade im Gästeblock fand ich sehr beeindruckend und allgemein wurde ich von den Gästefans positiv überrascht. Wenn ich an meinen Besuch in Skopje bei Ligaspielen zurückdenke war das doch ein Unterschied. Lag wahrscheinlich auch daran, dass es einmal Länderspiel war und beim anderen Male Ligaspiele.
Mit dem Bus ging es dann zurück in die Innenstadt, wo der Abend bei ungespundetem Bier begossen wurde. Bei einem gemütlichen Spaziergang gen Hostel wurde die bisherige Reise und die Situationen in den jeweiligen Ländern und Hauptstädten Revue passieren lassen. Dass nicht alles so günstig war, wie erwartet ließ sich bei den Preisen in Slowenien festmachen. In dem Pub gab es auf der Karte sogar verschiedene Preise zu verschiedenen Uhrzeiten. Tagsüber wurden die Getränke günstiger verkauft und sobald die Sonne untergegangen ist, wurde die Hopfenkaltschale teurer. Dies hatte ich bisher nicht wissentlich auf einer Karte gesehen, was aber nichts heißen sollte. Nach einem abschließenden Bier mit dem Nachtwächter im Hostel und interessanten Gesprächen über Fußball, Gott und die Welt ging es ins Bett, wobei ich oben schlief und die Treppe auch nicht zu 100 % meinen Vorlieben und Vorstellungen entsprach. Da unser Bus gen Flughafen sowie unser Flug erst gegen Mittag ging, gönnten wir uns ein Frühstück für 4 € pro Person und ließen den Tag ruhig angehen. Als wir auf unseren Bus gen Flughafen warteten, konnten wir die Äußerungen eines Hostelmitarbeiter bestätigen, denn das Wetter wurde windiger und es schien auch keine Sonne. Regentropfen o.ä. hatte ich auf der gesamten Tour bisher nicht wahrgenommen.
Nun ging es also gen Pristina in den Kosovo. Gespannt und voller Vorfreude nahm ich in meinem Sitz Platz und widmete mich meiner Bücherlektüre und vertiefte mich während des gesamten Fluges in mein Buch. Am Flughafen in Pristina fiel mir dann ein prominenter Exclubspieler und Pokalsieger auf. Tomas Galasek hatte bei uns im Flieger gesessen, um das Länderspiel zwischen dem Kosovo und Bulgarien beides Mannschaften in der Gruppe) zu verfolgen. Da es auf verschiedenen Seiten im Internet hieß, dass die Bushaltestelle in einem nahegelegenen Ort ca. 10 – 15 Minuten entfernt sei, machten wir uns auf den Fußmarsch und ließen jedes Taxiangebot links liegen. Auch als wir bereits los gelaufen waren und Googlemaps plötzlich was von ca. 50 Minuten sagte, ließen wir uns nicht beirren und marschierten weiter. Während wir an einer Landstraße bei strahlendem Sonnenschein entlang liefen und einige Autos an uns vorbeifuhren, sinnierte ich über die Umweltverschmutzung, denn auf den Feldern und am Straßenrand lag übermäßig viel Müll v.a. Plastik. Plötzlich fuhr an uns ein Bus gen Pristina vorbei, der dann auch noch auf freier Strecke einfach anhielt und uns einsteigen ließ. Beim Betreten des Busses musste ich schmunzeln, denn er erinnerte mich an meine eigene Schulzeit und zusätzlich war noch die komplette Beschriftung in Deutsch. Dies sollte im weiteren Verlauf sowohl bei Linien-, Reisebussen und auch bei alten Transportern von Handwerksbetrieben noch häufiger der Fall sein. Teilweise war die digitale Anzeige an den Bussen auf Deutsch. Zu Beginn hatten wir auch noch keinen Fahrschein gelöst. Als dann ein Kontrolleur einstieg entspannte sich ein Gespräch auf Italienisch, da seine Tochter dort u.a. studiert hat und er auch recht gut die Sprache sprach. Somit konnten wir auch rechtzeitig aussteigen und uns durch die Einfahrt nach Pristina ein erstes Bild von der Hauptstadt des Kosovo machen. Unsere Unterkunft, dieses Mal eine eigene Wohnung, lag sehr zentral und in Sichtweite vom Stadion. Dank Handy gelang auch die Zusammenfindung mit unserer Vermieterin, die uns noch wertvolle Tipps für Essen, Weggehen etc. liefern konnte. Zusätzlich gab sie uns noch einen kurzen Abriss über die junge Geschichte des Kosovos. Wir kamen zufälligerweise am Tag nach dem 20. Jahrestag des Beginnes der Bombardierung des Kosovo und Ex-Jugoslawiens durch Natotruppen. Dies war mir im Rahmen meiner Planung vollkommen durchgerutscht, was mich natürlich gewurmt hatte. Dabei wurde uns erläutert, dass wir bitte kein Klopapier in die Toilette werfen sollten, da diese sonst verstopft, sondern in den kleinen Mülleimer daneben. Dies kennt man sonst nur aus der alten Sowjetunion. Scheinbar ist dies auch vor Ort ein Problem, wobei ich in Moskau und Russland im Allgemeinen diese Problematik in meinen Unterkünften nicht antraf. Da wir für die Fahrt nach Skopje am nächsten Tag noch keine finale Entscheidung getroffen hatten und zwischen Bus und Zug schwankten, machten wir uns als erstes auf den Weg zum Haltepunkt Pristina. Dieser sah jedoch sehr verweist aus und zufälligerweise trafen wir dort einen deutschen Mitarbeiter des GIZ, der uns noch einmal in unseren Bedenken bzgl. der Zugfahrt bestärkt hatte. Diese sah nämlich an der Grenze zu Nordmazedonien einen Zugwechsel vor und die Pünktlichkeit war nicht immer gegeben, was für uns ein Problem darstellen würde, da wir einen Flieger zu erreichen hatten. Somit ging es zum örtlichen Busbahnhof, wobei auf dem Weg auch der Bill Clinton Platz passiert wurde, den u.a. eine Statue von Bill Clinton ziert und an die erfolgreiche Unabhängigkeit nach dem Kosovokrieg erinnert. Trotz einiger Verständigungsprobleme aufgrund beiderseits vorhandener Sprachprobleme wurden zwei Bustickets für die Fahrt nach Skopje erstanden. Dank dieser Sicherheit wurde über das Abendessen nachgedacht, aber vorher wurde noch ein kurzer Stopp in der Soma Book Station (http://somabookstation.com/en) gemacht, was mich als Leser natürlich brennend interessiert hatte. Vor dem abendlichen Kick bedarf es jedoch noch einer richtigen Mahlzeit, weswegen wir dem Tipp unserer Vermieterin gefolgt sind und ein lokales Restaurant aufgesucht hatten. Bei köstlichem Fleisch und lokalem Bier wurde sich für das Spiel gestärkt, da es wahrscheinlich nur Kerne im Stadion gab. Entspannt zum Stadion schlendernd und ausgestattet mit einer Tüte Kerne wurde sich in die Schlange gestellt. Dieses Spiel sollte die einzige Begegnung sein, welche bei der Tour ausverkauft war und es auch keinen Sekundärmarkt gab. Glücklich über den Erwerb der Tickets über den bulgarischen Verband betrat ich den Gästeblock, musste jedoch vorher meine Kerne abgeben, was mich doch etwas verwundert hatte. Aber okay, erstmal ein Plätzchen im ausverkauften Stadion gesucht und dann würde sich sicher eine Möglichkeit ergeben. Aber leider war das eine Fehleinschätzung, denn es war ratsam auf seinem Platz zu bleiben. Im gesamten restlichen Stadion gab es eine Zettelchoreo, die in den Landesfarben gehalten war. Bereits vor der Begegnung empfand ich den Kosovo spielerisch als stärker und habe diesen auch als Favoriten in dieser Partie angesehen. So haben sie auch aufgespielt, wobei der Exclubberer Albert Bunjaku nicht nominiert war, jedoch wurde mit Besar Halimi ein Spieler eingewechselt, der u.a. in unserer zweiten Mannschaft mehrere Spiele absolviert hat und aktuell sein Geld bei Brøndby IF verdient. Trotz teilweise drückender Überlegenheit und klaren Chancen konnten die Kosovaren in der ersten Halbzeit kein Tor erzielen und gingen dank eines Tores der Bulgaren mit einem 0:1 in die Halbzeit. Nach dem Ausgleichstreffer explodierte die Stimmung im gesamten Stadion und es kam auch zu kleinen Disputen in unserer Umgebung, da bei uns auch ein Kosovofan stand, der umringt von bulgarischen Fans zu intensiv jubelte. Leider fielen in diesem kleinen Hexenkessel keine weiteren Tore und wir machten uns auf den Weg den Abend bei ein paar Bierchen ausklingen zu lassen. Glücklicherweise fanden wir noch eine Bar, in der wir im Nichtraucherbereich ein paar Bier trinken konnten. Da es jedoch immer nur 0,3 l Biere waren, dauerte es meistens nicht lange, bis wir eine neue Runde orderten. Im Kosovo gibt es separierte Raucher- und Nichtraucherbereiche in den Gaststätten. In Belgrad habe ich es auch noch erlebt, dass es möglich ist am Tisch zu rauchen. Für uns inzwischen kaum noch vorstellbar. Die vergangenen Tage und Nächte waren doch teilweise kräftezehrend, weswegen ich gegen Mitternacht in einen ruhigen Schlaf gefallen bin. Da unser Bus bereits kurz nach 8 Uhr fahren sollte, war die Nacht gegen 7 Uhr bereits wieder zu Ende. Bei einem gemächlichen Spaziergang gen Busbahnhof durch den aufkommenden Berufsverkehr war es teilweise v.a. aufgrund der immensen Bautätigkeit nicht mehr klar ersichtlich, ob ich in einem armen Land bin oder doch in einer Boomcity. Manche Gebäude hätten mit ihrer Architektur auch gerne in London o.ä. stehen können, daher wurde diese Frage immer wieder aufs Neue gestellt. Aber der überwiegende Teil der Gebäude hatte doch klassische osteuropäische Einschläge. Auch auf unserer letzten Etappe hatten wir immer zwei Plätze für uns, was aber am Ende hin schwieriger wurde. Bei der Grenze mussten wir einen zurücklassen, da er scheinbar nicht alle Ausweisdokumente dabei hatte, aber nach knapp über zwei Stunden, was im Vergleich zu den vorherigen Fahrten eine Spazierfahrt darstellte, erreichten wir Skopje. Im Bus lernten wir einen Albaner kennen, der sich dann mit uns noch das Taxi zum Flughafen teilte und somit ging es zurück gen Deutschland. Dies geschah ganz entspannt, da wir sehr frühzeitig am Flughafen eingecheckt hatten und auch kurze Irritationen und Verzögerungen bei der Abfertigung bei den Grenzbeamten sorgten für keine Schweißperlen auf der Stirn. Im vollbesetzten Wizzair-Flieger ging es nach diesen intensiven Tagen zurück nach Nürnberg, wo das Wetter im Gegensatz zur Reise doch eher frisch und windig war.
Mein Fazit nach dieser Tour lautet, dass ich so eine Reise definitiv wieder machen will. Wie und in welchem Umfang ist natürlich offen, da es auch immer abhängig davon ist, wie die Spiele fallen und wie auch die Transferfahrten o.ä. funktionieren. Beim Balkan und manchen Ländern oder Städten z.B. Belgrad habe ich Blut geleckt und will diese noch einmal intensiver und länger bereisen. Die gesammelten Erfahrungen und Eindrücke haben mich in meiner Offenheit für neue Länder bestärkt. Vielleicht finde ich in der zweiten Jahreshälfte wieder ein paar interessante Ziele, die sich in einer spannenden Tour bereisen lassen. Der Kaukasus oder das Baltikum wären hier sicher interessante Ziele. Aber schauen wir mal, was die Zukunft bringen wird.

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