Aus der Heimkurve des FC Bologna

von Andreas König

Wie die Überschrift schon nahelegt, führte mich mein letzter Trip in dieser Saison nach Bologna und ich habe mir für dieses Relegationsrückspiel in einem WM-Stadion zwischen FC Bologna und AS Avellino – i lupi – Die Wölfe – ein Ticket in der Heimkurve gekauft.
Nach einer längeren Zugfahrt am Tag der Republik und einem kleinen Spaziergang durch Bologna habe ich mich vom Bahnhof aus in Richtung Stadion aufgemacht. Immer getreu dem Motto \"wenn alle in Trikots gekleideten Leute aussteigen, sind wir wohl am Stadion\". Das Stadion ist hier noch in den urbanen Gebieten der Stadt eingefügt, was auch daran liegt, dass es bereits im Jahre 1927 eröffnet wurde und neben der WM 1990 auch bei der WM 1934 benutzt wurde. Der schöne Backsteinbau wurde leider für die WM 1990 etwas verschandelt, aber immerhin ist nur die Haupttribüne überdacht, was mir allerdings zu Gute kam: So konnte ich mich noch ein wenig sonnen, da das Spiel bereits um 18:30 angepfiffen wurde. Der Einlass ging etwas schleppend voran, so dass sich immer wieder Schlangen bildeten und auch nicht alle Einlassschleusen benutzt wurden. Nachdem ich ein bisschen durch den Umlauf geschlendert bin, konnte ich mir ein Bild von den Fans machen, wobei u.a. eine Gruppierung ihr Material einfach auf einem Tapeziertisch vor dem Block verkauft - auch eine Möglichkeit.
Da der Block bei meinem Eintreffen schon sehr voll war und ich mich eh etwas abseits halten wollte, habe ich mich eher an den Rand der Kurve gesetzt, um die Fans und das Spiel beobachten zu können.
Dieses begann mit ein paar netten Einlagen der Heimfans und Gesängen, die ich leider nicht alle mitsingen konnte. Einige Zeilen konnte ich dennoch verstehen und die Melodien ähneln auch sehr den unseren. Die Fans haben hier mit Megaphonen arbeiten dürfen, was ich so noch nie in Italien gesehen habe. Meinem Kenntnisstand nach sind diese nämlich aufgrund eines Gefährdungspotenzials zum Teil verboten. Dass dies in Bologna nicht so war, hat mich sehr gefreut, denn dadurch konnte die Kurve immer wieder zum Mitsingen animiert werden. Der regelmäßig gezündete Rauch war ebenfalls sehr schön anzusehen. Was mich eher genervt hat, waren die Kanonenschläge, die gezündet wurden. Sie stellten aber keine Gefahr dar - außer dem Lärm, da sie in eine Art Wassergraben zwischen Kurve und Laufbahn geworfen wurden und dort dann hochgegangen sind.
Der Gästeblock war wie nicht anders zu erwarten ebenfalls sehr gut gefüllt, wobei wieder das große Avellinobanner und einige Fahnen dabei waren und es eine Kassenrollenchoreographie zu Beginn des Spieles gab.
Avellino ging recht früh in Führung, die Bologna aber ausgleichen konnte. Kurz vor der Halbzeit traf Avellino erneut zur Führung, mit der sie dann auch in die Pause gegangen sind. Trotz Führung zur Halbzeit wäre Avellino nicht weitergekommen, da es im Moment unentschieden stand. Kurz nach der Halbzeit hat Cacia, der Hellas Verona in die erste Liga geführt hat, wieder ausgeglichen. Die Gesangeseinlagen auf den Tribünen dieses alterwürdigen Stadions waren immer wieder nett und wurden von allen in der Kurve getragen. Da ich nicht bis zum Ende bleiben konnte, kann ich über die Feiern nach dem Spiel nicht viel sagen, nur hat das Tor Avellinos nicht gereicht. Denn die mit mehreren ehemaligen Serie A Spielern bestückte Mannschaft von Bologna zog aufgrund des Unentschiedens in die Finalspiele um den Aufstieg ein, da sie in der regulären Saison vor Avellino platziert war.

In diesem Sinne war es das dann schließlich auch für mich mit der Saison 2014/15.

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