Auf Reisen in das Hinterland von Manchester

von Andreas König

Mein ursprüngliches Reiseziel stellte Glasgow da, jedoch konnte ich aus beruflichen Gründen nicht nach Glasgow fliegen. Dies führte zu einer Planänderung und ich habe mich für einen erneuten Trip nach Manchester entschieden. Im Vergleich zum Jahreswechsel mit dem Highlight Old Trafford sollte es diesmal nach Rotherham, Sheffield und Burnley gehen. Dies hatte den positiven Nebeneffekt, dass ich nun auch endlich ein Spiel in der zweiten englischen Liga sehen werden würde.
Die leicht verspätete Ankunft sorgte für eine kleine sportliche Einlage meinerseits, da es nun hieß schnell durch den Flughafen und ab in Richtung Zug, um das erste Ziel des heutigen Tages mit Rotherham zu erreichen. Leider wird dort nicht mehr im alten Stadion gespielt, sondern in einem Neuen. Gegner in dieser Drittligapartie war der FC Bury aus dem Norden Manchesters. Das Stadion war selbstverständlich nicht ausverkauft, doch die Linienrichterin machte trotzdem eine gute Figur. Es entwickelte sich vor meinen Augen eine rassige Partie, die immer wieder hin und her ging. Das folgerichtige Ergebnis war dann auch, dass sich die Mannschaften mit einem 1:1 in die Halbzeit verabschiedeten. Für ein Drittligaspiel hielt auch die zweite Halbzeit ihr Versprechen und es fielen weitere Tore, so dass sich am Ende die Gastgeber mit 3:2 durchsetzen konnten.
Aber der Tag hatte noch ein weiteres Spiel für mich parat, da es noch in das historische Hillsborough Stadion ging. Natürlich sind seit der damaligen Tragödie vom 15. April 1989 mit 96 Toten Umbaumaßnahmen am Stadion der Eulen – Wappentier von Sheffield Wednesday – durchgeführt worden und es gibt auch ein Monument für die Opfer des damaligen Unglücks. Der ältere Verein der Stadt Sheffield spielte heute gegen Nottingham Forest und die Fans von Wednesday waren schon in Derbystimmung, denn sie mussten sechs Jahre auf das Stadtduell warten, welches ich, wenn alles klappt nächsten Januar anfliegen will. Die Lieder für das Derby schallten immer wieder durch das Rund und es gab auch eine kleine Musikkapelle, die immer wieder mit Trompeten auf sich aufmerksam machte. Beide Fanlager waren gut vertreten und gaben auch immer wieder ihre Gesangeskünste zum Besten, wobei die Heimmannschaft auf dem Grünen stärker war. Folgerichtig ging sie auch mit 1:0 in Führung, aber die Gäste konnten kurz danach noch ausgleichen. Wie im ersten Spiel bildete dies auch den Halbzeitstand. Die Überlegenheit konnte Sheffield dann auch endlich in Tore ummünzen und siegte am Ende verdient mit 3:1. Leicht durchnässt ging es im Nieselregen zurück zum Bahnhof und dann nach Manchester. Der Abend klang bei ein paar Cider in verschiedenen Pubs der Stadt aus.
Nach einem leckeren Frühstück mit Rühreier und Speck ging es zum Bahnhof, um mit einem Schienenbus und 70iger Jahre Bustüren gen Burnley durch die Landschaft zu tuckern. Natürlich gab es auch jahreszeittypisches Wetter und mit einem gemütlichen Spaziergang wurde auch zügig das Stadion Turf Moor erreicht. Die Begegnung zwischen dem FC Burnley und dem bisher torlosen Crystal Palace stand auf dem Plan. Nach meinen Erfahrungen bei Palace war ich doch sehr gespannt, was die Fans auswärts auf die Beine stellen würden. Leider wurde ich doch enttäuscht, denn scheinbar fahren sie nicht auswärts oder supporten nicht auswärts. Der Support der Gastmannschaft übertrug sich kontinuierlich auf die Leistung der Gäste. Durch einen katastrophalen Rückpass ging Burnley in Führung. Palace entwickelte immer wieder Druck, aber es war der Mannschaft anzumerken, dass sie noch keine Erfolgserlebnisse in der Liga erzielt hat. Selbst die besten Chancen versemmelten sie oder das Aluminium stand im Weg. Es war auf jeden Fall wie verhext. Am Ende war der Sieg für die Gastgeber verdient, aber ich werde mir hier nicht mehr so schnell ein Spiel anschauen, denn es hat mich einfach nicht so gepackt. Der Pie war auch nicht so fesselnd.
Nach der Rückfahrt und einem entspannten Essen wurde der Abend im Pub abgerundet. Schließlich wollte ich am nächsten Tag wieder zurück nach Nürnberg, um den Ruhmreichen gegen Pauli zu verfolgen. Leider gestaltete sich der Rückflug mit über vier Stunden und damit verbunden mit einer verspäteten Ankunft im heiligen Achteck doch eher unschön. Solche Erfahrungen macht man nun mal...

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