Auf der Jagd nach dem Pokal

von Andreas König

Nachdem es für den FCN in Hamburg beim „übermächtigen“ HSV in dieser Saison Ende mit der Pokalreise war, schaffte es Rapid ins Cupfinale. Wie vor zwei Jahren hieß auch dieses Mal der Gegner RB Salzburg. Das größte Theater spielte sich jedoch im Vorfeld ab. Der ÖFB hatte mit der Austria einen Kontrakt abgeschlossen, dass in dem neuen Stadion der Austria für die kommenden drei Jahre das Cupfinale stattfinden sollte. Das End vom Lied sah so aus, dass niemand für die Sicherheit des Cupfinales bürgen wollte und der ÖFB eine nicht so gute Figur machte. Am Ende ging es wieder nach Klagenfurt, wo ich bereits zwei Jahre vorher das Finale gegen die Dosen verfolgte. Wobei es damals Teil einer längeren Tour mit Sizilien etc. war. Berichtslink bitte einfügen. Dieses Jahr fand der Pokal auch nicht am 1. Juni, sondern am 1. Mai statt und somit brauchte man auch keinen Urlaub, um zu dem Spiel zu kommen. Am Ende besaß ich ein Ticket für den Fansektor, der auch ausverkauft war. Im Gegenzug bekam Salzburg nicht mal annähernd seinen Bereich voll, auch wenn es scheinbar Unterstützung von der Austria aus Salzburg gab.
Bei den Buchmachern war wie erwartet der Seriensieger Favorit, aber Rapid hatte in der Frühjahrsrunde bevor es im neuen Ligaformat in das Abstiegsplayoff ging, gegen Salzburg daheim gewonnen.
Die Wettervorhersage versprach wahrlich Kaiserwetter und so sollte es auch kommen. Dank vorher erworbener Videomaut wurden die Bezahltunnel problemlos durchfahren und rechtzeitig stand ich vor dem Stadion, obwohl ich vorher noch einen Abstecher nach Kranjska Gora gemacht habe.

Die grün-weiße Karawane, welche sich wie vor zwei Jahren am Minimundus getroffen hatte, war bereits auf dem Weg zum Stadion. In dieser hoffte ich meine Rapidfreunde anzutreffen, sobald sie am Stadion ankommen. Dank Handyempfang fanden wir uns schnell zusammen. Vorher glücklicherweise noch einen Spritzer getrunken, denn im Stadion gab es nur alkfreie Getränke. Die Einlasskontrollen und das damit verbundene Prozedere war ausbaufähig durch immer enger werdende Eingitterung, kommt man auch kaum voran. Als wir endlich drinnen sind, wird erstmal ein Platz im Block für alle gesichert. Das freudige Wiedersehen und die gemeinsame Liebe zum Fußball Rapid und dem FCN wird erst mal gefeiert. Gleichzeitig wird sich bereits warm gesungen für das Spiel und über den peinlichen Haufen an Salzburgfans gelästert. Wie immer bei wichtigen Spielen gibt es eine atemberaubende Choreo von UR, Tornados etc. mit dem Text "Den Kampf gewinnen, die Roten Bullen bezwingen, den Pokal stemmen und Ruhm erringen" (derstandard.at/2000102351241/Salzburg-gewinnt-OeFB-Cup-mit-20-Finalsieg-gegen-Rapid).
Die Show vor dem Spiel wurde ertragen, weil v.a. die Kinder ja nichts dafür konnten, dass sie für etwas hergenommen wurden, was nur noch mehr Geld generieren sollte und für das Spiel nicht nötig war. Zumindest in den Augen der überwältigenden Mehrheit der Zuschauer. Diese warteten v.a. auf den Anstoß und dass die Grünweißen, die locker 85% der Zuschauer hinter sich wussten, den Titel endlich gewinnen würden.
Trotz der theoretisch erwarteten Dominanz und weniger Chancen auf ein Tor bzw. auf den Sieg begegnen sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die Chancen, die sich Rapid boten, konnten zu Beginn leider nicht genutzt werden, was sich leider wie immer rächen sollte. Zu Beginn sind sie die bessere Mannschaft und zeigen die leider gewohnten Schwächen, was die Chancenverwertung und auch manchmal das allgemeine Generieren von Chancen angeht. Aber im Stile einer Spitzenmannschaft agiert in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit nun einmal leider der Gast mit den Sponsorengeldern aus Fuschl am See. mit einem Doppelschlag in der 37. und 39. Minute. Dabei gab der Exä-Werderaner Junuzović eine Vorlage. Während beim ersten Strebinger als Torwart unglücklich aussah, stand beim zweiten Tor die Abwehr schlecht. Mit diesem Rückstand ging es für die Rapidler in die Pause und auf der Tribüne standen und sangen wir weiter auch wenn sich schon ein wenig Traurigkeit breit machte. Aber es gibt ja noch eine zweite Halbzeit und man war ja nicht chancenlos. Verloren geben wollten wir zumindest das Spiel noch nicht. Rauch und Pyro sollten die Mannschaft nach vorne treiben und ein mögliches Tor durch Sonni wurde trotz Beschwerden die Anerkennung verweigert. Auch der Platzverweis vom Torschützen zum 1:0 – Farkas – ca. 15 Minuten vor Ende des Spieles konnte an dem Ergebnis nicht mehr viel verändern. So saß ich niedergeschlagen noch ein paar Minuten im Block, aber die Cupübergabe an die Salzburger wollte ich mir nicht mehr geben.
So ging es zügig zurück gen Nürnberg. Da wir auch direkt am Stadion geparkt hatten, waren wir auch recht zügig am Auto und auf der Autobahn. Einen Stau in einem Tunnel konnten wir daher auch vermeiden und kurz nach Mitternacht erreichte ich dann schon wieder meine Wohnung. Somit hatte Rapid die erste Chance auf das internationale Geschäft verspielt. Der Cup-Sieg hätte nämlich die direkte Qualifizierung für die EL-Gruppenphase bedeutet. So müssen sie hoffen, dass Sie über die Playoffs sich noch qualifizieren können. Dies sollte aber ein schwieriger Weg sein, denn dafür müssen sie erst einmal das untere Playoff gewinnen, was zwar wahrscheinlich ist, aber dann müssen sie sich gegen den zweiten durchsetzen und im Anschluss daran in einem Hin- und Rückspiel gegen den fünften des Meisterplayoffs. Dienstag, Donnerstag und Sonntag wären die Begegnungen dann. Schauen wir mal, wie der K(r)ampf ausgehen wird.

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